FAA-Umfrage
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US-Passagieren ist es im Flugzeug zu eng

Southwest Airlines
Southwest Airlines, © Southwest Airlines

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WASHINGTON - Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat eine Befragung zu Sitzabmessungen und -abständen auf Linienflügen durchgeführt. Auf diese Gelegenheit haben viele Passagiere nur gewartet - die Kommentare zur Bestuhlung reichen von "Diskriminierung" bis "Körperverletzung".

Mit solch einer Reaktion hat die US-amerikanische Zivilluftfahrtbehörde FAA wohl nicht gerechnet: Mehr als 26.000 Menschen sind dem Aufruf der Behörde gefolgt, ihre Meinung zu den Abmessungen und Abständen der Sitze auf Linienflügen abzugeben.

Das Urteil der Kommentatoren ist überwiegend vernichtend: Viele berichten von Krämpfen und anderen körperlichen Schmerzen während langer Flüge, mehr als 200 Umfrageteilnehmer stufen Flugreisen gar als "Folter" ein.

Andere sehen sich aufgrund ihrer Körpergröße diskriminiert: "Warum sollte ich mehr bezahlen müssen, nur um einen Sitz zu bekommen, in den ich hineinpasse und der mir keine körperlichen Beschwerden bereitet?", fragt ein großgewachsener Kommentator.

Doch darum ging es der Behörde eigentlich gar nicht. Die Frage der FAA war vielmehr, ab welchen Abmessungen und Abständen der Flugzeugsitze die Sicherheit im Falle einer Evakuierung beeinträchtigt sein könnte.

Einige Fluggesellschaften haben mittlerweile Sitzbreiten von gerade einmal 43 Zentimetern und Sitzabstände (der Abstand zwischen demselben Punkt auf Sitzen in benachbarten Reihen) von nur noch 79 Zentimentern.

Evakuierung in 90 Sekunden

Viel zu wenig, ist sich die Mehrzahl der Kommentatoren einig: In einem Notfalls sei nicht genug Platz vorhanden, um sich vor einer möglichen Gefahr in Sicherheit bringen zu können. Nach US-Richtlinien muss die Evakuierung aller Passagiere an Bord innerhalb von 90 Sekunden möglich sein.

2019 führte die FAA einen Versuch mit unterschiedlichen Bestuhlungen durch, die Evakuierung gelang dabei im vorgeschriebenen Zeitrahmen.

Ein Kommentator kritisierte, dass dabei nur 18- bis 64-jährige Probanden ohne körperliche Beeinträchtigungen teilgenommen hätten: "Das ist lächerlich. Man kann Menschen nicht wie Nutztiere in immer kleinere Bereiche zwängen und von ihnen erwarten, dass sie sich angemessen verhalten. Damit bringen Sie alle Passagiere und die Besatzung in eine gefährliche Situation."

Die FAA hat sich noch nicht geäußert, in welcher Form sie die gesammelten Meinungen verwerten will. Manch einer hat dazu schon eine genaue Vorstellung; Kommentator Mark C. fordert die Behörde auf: "Bitte unternehmen Sie etwas gegen das Profitstreben der Fluggesellschaften auf Kosten der Sicherheit und Gesundheit ihrer Kunden."
© FLUG REVUE - Christof Brenner | Abb.: Southwest Airlines | 04.11.2022 06:50

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Beitrag vom 07.11.2022 - 12:35 Uhr
Wenn man mit einem Kleinflugzeug oder Heli mitliegt, wird vorher abgeschätzt oder gewogen.
Wer zu gross oder zu schwer ist, wird nicht mitgenommen, weil es nicht sicher ist.

Man kann dann locker von Diskriminierung sprechen. Aber welcher (1)50 Kg Mensch mit 170cm Körpergrösse möchte- oder kann - zwischen zwei 150 kg Menschen mit 170cm Körpergrösse sitzen und ggf. essen?
Welche Airline kann sich leisten, einen Flugverbindung für "Dicke" (statt 3+3 nun 2+3) anzubieten?

Letztlich kann man vor dem Flug kaum alle Passagiere vermessen. Dann ist die einfachste Lösung ein teuerer Flug mit mehr Platz bzw. Gewicht für alle. Das wäre auch gesünder.
Beitrag vom 07.11.2022 - 09:34 Uhr
In USA wird erstmals das Total weight prinzip eingeführt , es kann ja auch nicht sein daß ein 135kg Cheeseburger mit 20kg Gepäck das gleiche zahlt als ne 48kg Mädel mit 8kg Handgepäck
Haben Sie da eine Quelle? Aber dieses Vorgehen macht die Person ja nicht dünner. Wenn die Untersuchung herausfindet, dass die Auslegung nicht mehr sicherheitskonform ist, dann macht ein Kilopreis keinen Unterschied. Das Problem ist, wo würde man eine Grenze ziehen, ab wann ist eine Evakuierung nicht mehr beeinträchtigt? Ist es das Gewicht oder der Umfang oder die Mobilität? Was ist mit Personen die schlecht zu Fuß sind, aber schlank? Dürfen die dann auch nicht mehr fliegen?
Das System hat auf der Serviceseite schon längst einen Umgang mit der Thematik gefunden, da gibt es genug Seiten wo man die Airlines vergleichen kann. Ist alles sehr ähnlich, nur in Detail unterschiedlich. Gleich ist allen, wenn man zu groß ist muss man einen zweiten Sitz kaufen oder upgraden. Spannend wird, was wenn Korpulente nicht mehr durch den Gang kommen oder nicht durch den OW Exit und alles blockieren. Was dann?

Dieser Beitrag wurde am 07.11.2022 09:35 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 07.11.2022 - 07:54 Uhr
In USA wird erstmals das Total weight prinzip eingeführt , es kann ja auch nicht sein daß ein 135kg Cheeseburger mit 20kg Gepäck das gleiche zahlt als ne 48kg Mädel mit 8kg Handgepäck

Das man für 20 kg Aufgabegepäck mehr bezahlen muss, als für 8 kg Handgepäck gibt es schon lange.

Wenn das 'Wiegen' des PAX vor dem Flug wirklich eingeführt werden sollte, gibt es ganz schnell eine Klage wegen Diskriminierung - jede Wette.


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