A350-Streit
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Airbus und Qatar Airways loten Vergleich aus

Qatar Airways Airbus A350-1000
Qatar Airways Airbus A350-1000, © Airbus

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LONDON - Qatar Airways zerrt Airbus vor den Kadi. Wegen Lackbruch an einigen A350 fordert die Airline Schadensersatz in Milliardenhöhe. Ein Prozesstermin ist für Sommer 2023 in London angesetzt. Bis dahin können Airbus und Qatar Airways die Sache noch unter sich regeln - nach einem Termin in Doha setzt Tauwetter ein.

Legen Qatar Airways und Airbus ihren Rosenkrieg diskret bei? Die Chancen auf einen Vergleich im A350-Streit stehen offenbar nicht schlecht. "Es wird eine Einigung geben", sagte eine mit der Sache vertraute Person der Nachrichtenagentur "Reuters".

Im Kern streiten Airbus und Qatar Airways um Defizite am A350-Lack. Unter der Lackoberfläche umschirmt ein metallisches Gewebe den Rumpf, das Blitzschlag ableitet. Spannungen zwischen den Materialschichten können mit der Zeit - je nach Umgebungsbedingungen - zu Rissen führen.

Airbus und die europäische Luftfahrtaufsicht EASA halten das Problem nicht für sicherheitsrelevant, eine bei anderen Betreibern bereits umgesetzte Fehlerkorrektur schafft Abhilfe.

Qatar Airways hat hingegen 29 ihrer 53 A350-900 und A350-1000 aus dem Verkehr gezogen. Das Gericht hatte von Qatar Airways zuletzt einen Nachweis gefordert, dass die Airline mit dem Grounding tatsächlich Weisungen der katarischen Luftfahrtaufsicht QCAA nachkommt.

Der Streit hat längst die Politik erreicht. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der katarische Emir Scheich Tamim bin Hamad al-Thani sollen über die Klage beraten haben. Vertreter von Airbus, EASA, Qatar Airways und QCAA trafen laut "Reuters" vergangene Woche zu einer Vierrunde in Doha zusammen. Der Termin soll konstruktiv verlaufen sein.

Qatar Airways hatte Airbus und EASA Ende 2022 Absprachen unterstellt. Das hatte den Ton im Konflikt zwischenzeitlich deutlich verschärft.

Airbus fordert ebenfalls Geld

Airbus hat die Geschäftsbeziehung zu Qatar Airways im Lichte des Rechtsstreits weitgehend abgewickelt: 2022 hat Airbus alle offenen Qatar-Positionen, 50 A321neo und 19 A350-1000, storniert - zu Recht, befand das Gericht. Qatar Airways war Erstkunde der A350 und erhielt von Airbus die ersten A350-900 und A350-1000.

Der Hersteller wirft Qatar Airways vor, das Lackproblem aufzubauschen - und fordert seinerzeits Schadensersatz in dreistelliger Millionenhöhe für geplatzte A350-Auslieferungen. Qatar Airways nahm seit 2021 keine neuen A350 mehr an.
© aero.de | Abb.: Airbus | 01.02.2023 09:25

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Beitrag vom 01.02.2023 - 13:52 Uhr
Jetzt, jetzt wo Airbus nahezu vor dem lauten Gewinn dieser Sache steht, weil da jemand seinen Bluff nicht durchziehen mehr kann, soll ein Vergleich her? Also liebes Airbus, wenn der nicht wirklich nach einen klaren Win aussieht, nope, laßt sie bluten.
Airbus fährt doch viel besser, wenn man einen Vergleich anstrebt, jeder sein Gesicht behält und man hinten rum QR die nicht gelieferten Flugzeuge unter den Bischt schiebt. Die A351 bekommt Airbus ja auch nicht aus den Händen gerissen. Nur die A321neo sind heiss begehrt. Daran würde man weit aus mehr verdienen und steht trotzdem als der strahlende Sieger da. Wobei Airbus sich mit sowas eh nicht brüstet. QR braucht die Flugzeuge und außerdem gibt es für sie bei Boeing keine besseren Alternativen. Das weiß man auch in Doha.
Beitrag vom 01.02.2023 - 12:58 Uhr
Jetzt, jetzt wo Airbus nahezu vor dem lauten Gewinn dieser Sache steht, weil da jemand seinen Bluff nicht durchziehen mehr kann, soll ein Vergleich her? Also liebes Airbus, wenn der nicht wirklich nach einen klaren Win aussieht, nope, laßt sie bluten.


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