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Rückruf von A320neo-Triebwerken trifft auch Lufthansa

Lufthansa Airbus A320neo-Triebwerk
Lufthansa Airbus A320neo-Triebwerk, © Lufthansa

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FRANKFURT - Die jüngsten Probleme mit Triebwerken von Airbus-Jets aus der A320neo-Familie dürften in den kommenden Monaten auch Maschinen der Lufthansa am Boden halten. Von der ersten Rückrufwelle des Triebwerksbauers Pratt & Whitney sind bei den Konzern-Airlines Lufthansa und Swiss insgesamt 13 Turbinen betroffen.

Das sagte Vorstandschef Carsten Spohr am Donnerstag in einer Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen.

Diese Antriebe müssten bis September in die Wartung. Man werde voraussichtlich einige Flugzeuge am Boden lassen müssen. Im Zuge der zweiten Rückrufwelle müssten dann weitere 50 Triebwerke von Jets aus dem Konzern inspiziert werden, erklärte Spohr.

Pratt & Whitney (P&W) hatte Kunden und Öffentlichkeit Ende Juli über die Rückrufaktion informiert. Hintergrund sind Probleme mit einem Metallpulver, das bei der Produktion der Turbinenscheiben verwendet wurde. Weltweit sind etwa 1.200 Triebwerke betroffen.

Davon müssen 200 bis Mitte September in die Wartung - oder vorübergehend außer Betrieb genommen werden. Die Inspektion der restlichen 1.000 Turbinen dürfte sich über viele Monate hinziehen.

Wie viele Flugzeuge dies betrifft, ist noch unklar. Bei manchen der betroffenen Jets stammt nur ein Exemplar aus der fraglichen Produktion, bei anderen beide. Pratt & Whitneys Triebwerkstyp PW1100G-JM kommt bei etwa jedem zweiten Airbus-Jet der Modellfamilie A320neo zum Einsatz. P&W gehört zum Luftfahrt- und Rüstungskonzern RTX, der sich bis vor kurzem Raytheon Technologies nannte.

An dem Triebwerk ist auch der deutsche Triebwerksbauer MTU beteiligt. Er betreibt in München auch eine der weltweit drei Endmontagelinien für den Antriebstyp.

Schon in den vergangenen Monaten hatten ein Wartungsstau und fehlende Ersatzteile viele Maschinen mit P&W-Antrieben am Boden gehalten. Im Juni räumte der Hersteller ein, dass etwa jedes zehnte Flugzeug mit diesem Triebwerkstyp außer Betrieb sei. Neben Jets der A320neo-Familie waren davon auch die kleinsten Airbus-Typen der A220-Reihe betroffen.

Laut Spohr musste die Lufthansa-Tochter Swiss deshalb immer wieder einige ihrer Maschinen am Boden lassen und Ersatzmaschinen samt Personal von anderen Airlines mieten.
© dpa-AFX | Abb.: Lufthansa | 03.08.2023 12:35


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