WASHINGTON - "Unruhige und gefährliche Zeiten": US-Präsident Donald Trump will Ausgaben für das US-Militär massiv erhöhen. Der Verteidigungsetat der Vereinigten Staaten soll von zuletzt 901 Milliarden US-Dollar auf 1.500 Milliarden US-Dollar anschwellen. Parallel legt Trump Rüstungsfirmen an die kurze Leine.
US-Präsident Donald Trump strebt erheblich höhere Ausgaben für das US-Militär an. Der Republikaner will die Ausgaben ab 2027 auf 1.500 Milliarden US-Dollar heraufsetzen. Trump begründet das mit "unruhigen und gefährlichen Zeiten", in denen sich die USA befänden.
Für das Haushaltsjahr 2026 sind 901 Milliarden US-Dollar Verteidigungsausgaben vorgesehen, für 2027 war zunächst von 1.000 Milliarden US-Dollar die Rede. Der präsidiale Vorstoß könnte im US-Kongress einen weiteren Haushaltsstreit zwischen Republikanern und Demokraten lostreten - und die Staatsverschuldung der USA weiter befeuern.
Der Think Tank "Committee for a Responsible Federal Budget" überschlägt die zusätzliche Neuverschuldung der US-Regierung aus einem 1,5 Billionen US-Dollar schweren Wehretat auf 5,8 Billonen US-Dollar mit Zinsen.
Unterdessen kritisiert Trump eine aus seiner Sicht schleppende Produktion in den US-Rüstungsunternehmen - und übt Druck auf die Industrie aus. Der Republikaner will bis auf weiteres Dividendenausschüttungen und Aktienrückkäufe verbieten.
Die Maßnahmen, über die für gewöhnlich Kapital zu den Aktionären zurückfließt, erfolgten "auf Kosten und zum Nachteil von Investitionen in Produktionsanlagen und Ausrüstung", schrieb Trump auf der Plattform Truth Social.
Nach seiner Vorstellung sollen Manager solcher Unternehmen zudem nicht mehr als fünf Millionen US-Dollar (rund 4,27 Millionen Euro) pro Jahr verdienen dürfen. So will Trump ein Einlenken bewirken.
Zunächst war unklar, wie der US-Präsident die Verbote durchsetzen möchte und ob er überhaupt derartige Vorhaben in die Tat umsetzen darf. Er erließ am Mittwoch eine Anordnung, in der es hieß: "Unsere Nation kann nur dann in Frieden leben, wenn wir Stärke bewahren."
Trump kritisierte, die Rüstungsindustrie habe in den vergangenen Jahren falsche Prioritäten gesetzt - sie sei verleitet worden, die Renditen für Investoren "über die Bedürfnisse unserer Soldaten zu stellen".
Prinzip "Frieden durch Stärke"Die zweite Amtszeit Trumps - er ist am 20. Januar ein Jahr im Amt - ist geprägt von einem starken Fokus auf Militäreinsätzen und dem Prinzip "Frieden durch Stärke". Das Verteidigungsministerium ist in "Kriegsministerium" umbenannt worden. Zuletzt hatten die USA in einer Militäroperation den venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro gefangengenommen.
Der US-Präsident forderte, dass "neue und moderne"" Produktionsanlagen gebaut werden müssten - "sowohl für die Lieferung und Wartung dieser wichtigen Ausrüstung als auch für die Herstellung der neuesten Modelle zukünftiger Militärausrüstung". Sobald die "Probleme" gelöst seien, wolle er Dividendenausschüttungen und Aktienrückkäufe wieder genehmigen und die Deckelung von Managergehältern aufheben.
Für gewöhnlich dienen Dividendenausschüttungen und Aktienkäufe dazu, Anlegern Investitionen in Unternehmen attraktiver zu gestalten, überschüssiges Kapital an Aktionäre zurückzugeben und den Aktienkurs der Unternehmen zu stützen.
Kritiker monieren dagegen, dass dadurch Mittel für langfristige Investitionen, Forschung oder den Ausbau von Produktionskapazitäten fehlen können.
© aero.de, dpa | Abb.: Lockheed Martin | 08.01.2026 08:44
Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie sich bei aero.de
registrieren oder
einloggen.
Beitrag vom 09.01.2026 - 20:43 Uhr
Die Stärke müssen die USA also bewahren und ausbauen damit sie weiter in Frieden leben können... Ist das denn derzeit so? Schauen wir uns doch einfach mal an wer den Frieden der USA gefährtet:
Trump ließ seit seiner Wiederwahl Militäraktionen durchfahren gegen: Iran, Jemen, Nigeria, Syrien, Irak, Venezuela und Somalia. In seiner ersten Amtszeit kamen noch Libyen, Pakistan, Niger und Afghanistan zusätzlich dazu.
Seit Amtsantritt 2025 droht Trump zudem vielen Ländern zusätzlich mehr oder weniger offen mit Militäraktionen, darunter alle nahen und etwas weiteren nachbarn wie Kanada, Mexico, Panama, Kolumbien, Grönland...
Man könnte also auch schlussfolgern, dass man durch das Ende von Trump mindestens die Mehrausgaben problemlos wegfallen lassen könnte. Zusätzlich könnte man sich ja auch einfach auf Partnerschaften konzentrieren, denn die meisten größeren Militärstaaten standen auf der Liste der Bündnispartner. Seit Trump hat diese Zahl deutlich abgenommen und die Skepsis steigt. Es bleibt die Frage was Trump noch alles anstellt bis man in den USA feststellt, dass man pleite ist, zu lange über den eigenen Verhältnissen gelebt hat und sich mit dem Festhalten an fossilen Brennstoffen einer wichtigen Zukunftstechnik beraubt hat. Auch wenn man nun kurzfristig Ölquellen erobern kann wird das die Perspektive für die langfristige Zukunft weiter verdunklen. Ich finde das sehr bedauerlich, bin ich doch in einer Zeit aufgewachsen in der man die USA um viele Errungenschaften beneidete und vieles von dort kopiert hat. Mittlerweile schaue ich mir die USA an und frage mich wie man die Infrastruktur so herabwirtschaften konnte, mit teils so veralteter Technik noch so selbstbewusst auftritt und wie man sich als so großes Volk so einfach von einigen Medien und Trump für blöd verkaufen lässt. Ein Mann der chronisch lügt, sich hochpeinlich benimmt, Bündnispartner der USA lautstark vor den Bus wirft und die USA international isoliert. Ich hoffe für die US Amerikaner, dass sie nicht irgendwann mal auf Hilfe anderer Länder angewiesen sind, die Hilfe wird überschaubar sein und wie bei Trump nur gegen massive Entschädigung erfolgt. Die Zeiten in denen eine ideologische Gemeinsamkeit eine Gemeinschaft gegründet hat sind rum. Man sollte sich als Europa in Gedanken rufen, dass die Macht der USA in dieser Hemisphäre in erster Linie durch Zugeständnisse der Bündnispartner erfolgt. Es sollte kritisch hinterfragt werden, ob US Militärbasen in Europa weiter gewünscht oder geduldet sein sollten. Wie möchten die USA hier Ihre Macht projezieren ohne Militärbasen? Der russische Tanker hätte nicht aufgebracht werden können wenn man nicht für einen Tanker gleich einen ganzen Flugzeugträgerverband dafür mobilisieren möchte.
Beitrag vom 09.01.2026 - 18:00 Uhr
SDI 2.0 bzw. Golden Dome muss doch nun finanziert werden. Das ist mit dem vorherigen Etat doch kaum zu schaffen.
Falls aus SDI nichts gelernt wurde, landen theoretisch dual use Anwendungen im Tresor...
Beitrag vom 09.01.2026 - 14:40 Uhr
Wenn diese 500 Mrd. wie er sagt wirklich vollständig durch Zolleinnahmen gedeckt sind mag das nur halb so schlimm sein [...]
Zolleinnahmen sind nur eine zusätzliche Mehrwertsteuer für die US-Bürger, die der Importeur (sitzt in den USA) zu zahlen hat.
Die Zolleinnahmen wurden nun auch bereits wie oft schon verplant für diverse Projekte, Steuerzuckerln und Entschädigungen (bspw. für die Soja-Bauern)?
Kommentare (13) Zur Startseite
Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie sich bei aero.de registrieren oder einloggen.
Trump ließ seit seiner Wiederwahl Militäraktionen durchfahren gegen: Iran, Jemen, Nigeria, Syrien, Irak, Venezuela und Somalia. In seiner ersten Amtszeit kamen noch Libyen, Pakistan, Niger und Afghanistan zusätzlich dazu.
Seit Amtsantritt 2025 droht Trump zudem vielen Ländern zusätzlich mehr oder weniger offen mit Militäraktionen, darunter alle nahen und etwas weiteren nachbarn wie Kanada, Mexico, Panama, Kolumbien, Grönland...
Man könnte also auch schlussfolgern, dass man durch das Ende von Trump mindestens die Mehrausgaben problemlos wegfallen lassen könnte. Zusätzlich könnte man sich ja auch einfach auf Partnerschaften konzentrieren, denn die meisten größeren Militärstaaten standen auf der Liste der Bündnispartner. Seit Trump hat diese Zahl deutlich abgenommen und die Skepsis steigt. Es bleibt die Frage was Trump noch alles anstellt bis man in den USA feststellt, dass man pleite ist, zu lange über den eigenen Verhältnissen gelebt hat und sich mit dem Festhalten an fossilen Brennstoffen einer wichtigen Zukunftstechnik beraubt hat. Auch wenn man nun kurzfristig Ölquellen erobern kann wird das die Perspektive für die langfristige Zukunft weiter verdunklen. Ich finde das sehr bedauerlich, bin ich doch in einer Zeit aufgewachsen in der man die USA um viele Errungenschaften beneidete und vieles von dort kopiert hat. Mittlerweile schaue ich mir die USA an und frage mich wie man die Infrastruktur so herabwirtschaften konnte, mit teils so veralteter Technik noch so selbstbewusst auftritt und wie man sich als so großes Volk so einfach von einigen Medien und Trump für blöd verkaufen lässt. Ein Mann der chronisch lügt, sich hochpeinlich benimmt, Bündnispartner der USA lautstark vor den Bus wirft und die USA international isoliert. Ich hoffe für die US Amerikaner, dass sie nicht irgendwann mal auf Hilfe anderer Länder angewiesen sind, die Hilfe wird überschaubar sein und wie bei Trump nur gegen massive Entschädigung erfolgt. Die Zeiten in denen eine ideologische Gemeinsamkeit eine Gemeinschaft gegründet hat sind rum. Man sollte sich als Europa in Gedanken rufen, dass die Macht der USA in dieser Hemisphäre in erster Linie durch Zugeständnisse der Bündnispartner erfolgt. Es sollte kritisch hinterfragt werden, ob US Militärbasen in Europa weiter gewünscht oder geduldet sein sollten. Wie möchten die USA hier Ihre Macht projezieren ohne Militärbasen? Der russische Tanker hätte nicht aufgebracht werden können wenn man nicht für einen Tanker gleich einen ganzen Flugzeugträgerverband dafür mobilisieren möchte.
Falls aus SDI nichts gelernt wurde, landen theoretisch dual use Anwendungen im Tresor...
Zolleinnahmen sind nur eine zusätzliche Mehrwertsteuer für die US-Bürger, die der Importeur (sitzt in den USA) zu zahlen hat.
Die Zolleinnahmen wurden nun auch bereits wie oft schon verplant für diverse Projekte, Steuerzuckerln und Entschädigungen (bspw. für die Soja-Bauern)?