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Singapore Airlines fliegt die meisten Passagiere aus Bangkok aus

Singapore Airlines Boeing 777-300ER
Singapore Airlines Boeing 777-300ER, © Singapore Airlines

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SINGAPUR - Nach den schweren Turbulenzen während eines Flugs der Singapore Airlines mit einem Toten und Dutzenden Verletzten sind 131 Passagiere und 12 Crew-Mitglieder mit einem Sonderflug nach Singapur gebracht worden.

79 Passagiere und mehrere weitere Besatzungsmitglieder seien aber noch in Bangkok, wo die Maschine auf dem Weg von London nach Singapur am Dienstag notgelandet war, sagte Airline-Chef Goh Choon Phong am Mittwoch. Dabei handele es sich um die Verletzten, die ärztlich betreut würden, sowie ihre mitreisenden Angehörigen und Freunde.

Über den Zustand der Verletzten wurden zunächst keine weiteren Details bekannt. Auf dem Flughafen Changi in Singapur hätten sich emotionale Szenen abgespielt, als die Sondermaschine am frühen Dienstagmorgen (Ortszeit) gelandet sei, berichtete die Zeitung "Straits Times".

Die Maschine des Typs Boeing 777-300ER war mit 211 Passagieren und 18 Besatzungsmitgliedern unterwegs, als sie über der Westküste von Myanmar plötzlich um 6.000 Fuß, knapp 2.000 Meter, absackte.

Ein 73-jähriger Brite starb, vermutlich an einem Herzinfarkt. Seine Frau und Dutzende andere Menschen wurden teils schwer verletzt. Die meisten von ihnen waren zum Zeitpunkt der plötzlichen Turbulenz nicht angeschnallt.

Im vergangenen Jahr haben Wissenschaftler der englischen Universität Reading einen Zusammenhang zwischen der Zunahme unsichtbarer Klarluft-Turbulenzen und dem Klimawandel nachgewiesen. An einem typischen Punkt über dem Nordatlantik maßen sie eine Zunahme des Phänomens um 55 Prozent im Zeitraum zwischen 1979 und 2020. Auch auf anderen Flugrouten gebe es mehr Turbulenzen als vor einigen Jahren.

Die Piloten erhalten mit ihren Flugplänen grobe Hinweise und Vorhersagen auf mögliche Turbulenzgebiete. Exakte Prognosen der Klarluft-Turbulenzen seien aber nicht möglich, während man solche an Gewittern sehr gut erkennen könne, berichtet ein erfahrener Pilot aus der Vereinigung Cockpit.

Kurzfristige exakte Warnungen seien nur möglich, wenn die Crews voran fliegender Maschinen die Flugsicherung informiert haben. Diese geben die Informationen natürlich weiter, sagte ein Sprecher der Deutschen Flugsicherung. Allerdings veränderten sich die Luftmassen ständig.

Grundsätzlich seien die Flugzeuge baulich stabil genug, um die Kräfte auszuhalten, erklärte der VC-Experte. Diese entstehen, wenn sich Luftmassen in unterschiedliche Richtungen bewegen. Bei einer starken Abwärtsströmung könne die Flughöhe des Flugzeugs temporär nicht mehr aufrechterhalten werden. "Das Flugzeug fällt aber nicht, sondern bewegt sich nach unten."

"Schnallen Sie sich auf keinen Fall ab"

Wenn Hinweise auf starke Turbulenzen vorliegen, versuchen die Piloten, das entsprechende Gebiet zu umfliegen, was bei typischerweise dichten und hohen Wolken in den Tropen aber nicht immer möglich ist.

"Schnallen sie sich auf keinen Fall ab", rät der VC-Pilot den Passagieren als wichtigste Schutzmaßnahme bei unvorhergesehenen Turbulenzen. "Das ist wie mit einem Auto mit 900 km/h durch ein Schlagloch zu fahren." Die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter seien angewiesen, sich bei starken Turbulenzen sofort hinzusetzen, um nicht durch das Flugzeug geschleudert zu werden.
© dpa-AFX | 22.05.2024 11:03

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Beitrag vom 22.05.2024 - 23:50 Uhr
Ein bisschen mehr Informationen zum Ereignis hier:

 https://www.spiegel.de/wissenschaft/singapore-airlines-turbulenzen-bei-klarer-sicht-wie-kann-das-sein-a-621ad190-e9c6-409a-a2be-1b9099712d4e
Beitrag vom 22.05.2024 - 16:48 Uhr

Nun aber was zum Thema:
gab es bei einem ähnlichen Vorfall schon einmal so schwerer Opferzahlen, inkl. einen Toten?


Naja, schwere Turbulenzen gab es ja schon häufiger. Laut Presseberichten ist das Opfer an einem Herzinfarkt gestorben und eben nicht unmittelbar an den Turbulenzen. Und Herzinfarkte kommen an Board leider häufiger vor...
Beitrag vom 22.05.2024 - 15:08 Uhr
< VC-Experte: Diese entstehen, wenn sich Luftmassen in unterschiedliche Richtungen bewegen. Bei einer starken Abwärtsströmung könne die Flughöhe des Flugzeugs temporär nicht mehr aufrechterhalten werden. "Das Flugzeug fällt aber nicht, sondern bewegt sich nach unten."

Wenn ich falle, dann bewege ich mich auch nach unten. War wohl sehr verkürzt ausgedrückt, dass das Flugzeug weiterhin in seiner Luftschicht gerade aus fliegt aber die Luftschicht sich abrupt schnell nach unten oder oben bewegt.


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