Rettung geplatzt
Älter als 7 Tage

Wohl kein Insolvenzgeld für Lilium-Mitarbeiter

Lilium Jet
Lilium Jet, © Lilium

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MÜNCHEN - Im Wettlauf um ein marktfähiges elektrisches Flugzeug wollte Lilium die Nase vorn haben, dann folgte der finanzielle Absturz. Für die Mitarbeiter wird es nun ganz bitter.

Die fast 1.000 Beschäftigten des zahlungsunfähigen Elektroflugzeugherstellers Lilium werden voraussichtlich kein Insolvenzgeld erhalten. Dies teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Robert Hänel den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit.

Der Sanierungsexperte von der Kanzlei Anchor Rechtsanwälte verwies darauf, dass das Unternehmen aus Gauting bei München bereits zum zweiten Mal binnen weniger Monate Insolvenz anmelden musste.

Lilium Aerospace hatte im Februar erneut Insolvenz angemeldet, weil die von einem Investorenkonsortium versprochenen 200 Millionen Euro zur Rettung des Unternehmens nicht zusammenkamen.

Lilium war eines der bekanntesten deutschen Start-ups und wollte im Bereich der elektrisch betriebenen Kleinflugzeuge einen Jet auf den Markt bringen, das Flugzeug ist aber bislang nicht serienreif. Im Laufe der Jahre hatten Investoren 1,5 Milliarden Euro für die Entwicklung zur Verfügung gestellt, dennoch musste im Herbst 2024 Insolvenz angemeldet werden.

Insolvenzexperte rechnet mit weiterem "Auflösungsprozess"

Wie Hänel berichtete, unterstütze die Agentur für Arbeit das Unternehmen weiter. Deren Regionaldirektion gehe aufgrund der unmittelbaren Folgeinsolvenz derzeit aber nicht davon aus, dass die Mitarbeitenden ein weiteres Mal Anspruch auf Insolvenzgeld haben.

Hänel sagte, dies sei zwar nur eine vorläufige Einschätzung, vorläufig müssten sich die rund 960 Beschäftigten, die seit Januar kein Gehalt bekommen haben, aber darauf einstellen, dass keine Aussicht auf Geld bestehe. "Das ist natürlich dramatisch für die Beschäftigten und für einige existenzgefährdend", sagte er.

Hänel geht davon aus, dass dies "den Auflösungsprozess" des Unternehmens weiter beschleunigen werde. Mangels finanzieller Mittel stehe der Betrieb nach wie vor still. Er werde sich aber weiter bemühen, die ursprünglich zugesagten Investorengelder zu erhalten.
© dpa-AFX | 05.03.2025 20:05

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Beitrag vom 09.03.2025 - 22:54 Uhr
Bei Lilium haben die Führungskräfte wohl nicht an beruhigenden Worten gespart...
Beitrag vom 08.03.2025 - 23:52 Uhr
bei soviel Entgelt dürfte dann der nächste AG aber eine Einstellung doch kritischer ansehen...

Wie viel Entgelt bekommt denn wer aktuell? Ich kann es nicht sagen, aber hier scheint es ja bekannt zu sein.

Wenn man seinen Allerwersten retten will und muss, sollte man das Teil, was da auf der Schulte befestigt ist, regelmässig interlektuell fordern und das Denken nicht nur den anderen überlassen.

Lässt sich von außerhalb des Systems leicht sagen. Ich sehe es im Alltag, dass es die meisten nur interessiert, wenn sie von ihren Führungskräften keine beruhigenden Worte bekommen. Ansonsten fragt man nicht groß nach - und nachrechnen schon gar nicht, zumal man ja auch nicht alle Zahlen kennen kann.
Beitrag vom 08.03.2025 - 21:20 Uhr
@FRAHAM,
bei soviel Entgelt dürfte dann der nächste AG aber eine Einstellung doch kritischer ansehen...
Viel Kohle, kein Stress - nur nach ein paar Jahren sollte man schon wach werden. Röwe, Wiegand etc. mögen schon ausgesorgt haben.
Wenn man seinen Allerwersten retten will und muss, sollte man das Teil, was da auf der Schulte befestigt ist, regelmässig interlektuell fordern und das Denken nicht nur den anderen überlassen.


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