Swiss versetzt ihre neun A220-100 in eine längere Zwangspause. Mit der Stilllegung der A220-100-Flotte wählt die Lufthansa-Tochter ein radikales Mittel, schlägt aber zwei Fliegen mit einer Klappe: Swiss kann rare GTF-Triebwerke an A220-300 nutzen - und zumindest in Genf lassen sich die A220-100 derzeit ohnehin nicht rentabel einsetzen.
Genf ist für Swiss aktuell "ein Verlustgeschäft", sagte Swiss-Finanzchef Dennis Weber gerade in Zürich. Swiss tut sich in der Westschweiz gegen Easyjet schwer. Ziel für 2026 sei "zumindest wieder eine schwarze Null" in Genf.
Intern steht bereits ein Plan, "in welcher Reihenfolge und zu welchem Zeitpunkt die A220-100-Flugzeuge vorübergehend außer Betrieb genommen werden", sagte ein Swiss-Sprecher aero.de auf Nachfrage. Weil die Dinge hier aber noch in Bewegung sind, nennt Swiss vorerst keine weiteren Details.
Swiss setzt die A220-100 seit 2016 ein - und war weltweiter Erstbetreiber des Typs, der damals noch als Bombardier CS100 firmierte. Die Flugzeuge lösten die betagten Avro RJ100 ab.
Zunächst plante Swiss mit 15 A220-100 und 15 A220-300, justierte den Auftrag mit der Zeit aber auf neun A220-100 und 21 A220-300 nach.
Mit je nur 125 Sitzen spielen die neun A220-100 in der Swiss-Strategie eher eine Nebenrolle. Als Bankershuttle für Flüge nach London-City ist das Flugzeug aber wichtig - nur die A220-100 ist in der Swiss-Flotte für das steile An- und Abflugprofil auf den Flughafen in den Docklands zugelassen.
Hier hat Swiss Ersatz: Die lukrativen Flüge mitten ins Londoner Finanzzentrums lagert Swiss an den Partner Helvetic Airways aus. Der kann mit Embraer E190-E2 und E195-E2 in London-City starten und landen.
Übereilen will Swiss die A220-100-Pause trotzdem nicht. "Wir gehen derzeit nicht davon aus, dass bis zum Beginn des Sommerflugplans 2026 schon alle A220-100-Flugzeuge abgestellt sein werden", sagte der Sprecher.
Das Drehkreuz werden die Flugzeuge aber in jedem Fall verlassen. Der Flughafen Zürich sei "aufgrund seiner Kapazität und der vorhandenen technischen Infrastruktur nicht dafür ausgelegt, mehrere Flugzeuge über einen längeren Zeitraum abzustellen", heißt es von Swiss. "Entsprechend prüfen wir alternative Standorte für die temporäre Abstellung."
© aero.de | 10.11.2025 06:19







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