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Fast 60 Jahre nach einem Flugzeugabsturz vor Nizza mit 95 Toten haben Polizeitaucher Wrackteile der Maschine geortet. Die Justiz prüft den Verdacht eines versehentlichen Abschusses durch die französischen Streitkräfte.
Wie die Staatsanwaltschaft in Nizza mitteilte, haben bei der von ihr angeordneten Suche Taucher in 2.300 Metern Tiefe unter anderem das Heck und die beiden Triebwerke der Maschine geortet. Geprüft werde nun eine Untersuchung der Wrackteile unter Wasser oder ihre Bergung.
Der Air-France-Flug 1611 von Ajaccio auf der Insel Korsika nach Nizza war am 11. September 1968 vor der Côte d'Azur ins Meer gestürzt, wobei alle Insassen ums Leben kamen. Seit vielen Jahren gibt es in Frankreich den begründeten Verdacht, dass die F-BOHB, eine Sud Aviation SE-210 Caravelle III, versehentlich vom Militär abgeschossen und das anschließend vertuscht worden sein könnte.
Crash du vol AF1611 Ajaccio-Nice en 1968 : Emmanuel Macron ordonne la levée du secret-défense https://t.co/PA9GNBS1pO pic.twitter.com/JfJi6lgN06
— Air Journal (@airjournal) September 10, 2019
Zeugenaussagen und Unterlagen von den damals an der Suche beteiligten Marineschiffen sollen verschwunden sein. Die Staatsanwaltschaft ermittelt deshalb aktuell wegen Unterschlagung von Dokumenten und Behinderung der Wahrheitsfindung im Zusammenhang mit dem Flugzeugabsturz.
Versehentlicher Abschuss mit Rakete?
Die Justiz erklärte 2018, dass sie die Hypothese eines versehentlichen Raketenabschusses von einem Armeestützpunkt an der Côte d'Azur "sehr ernst" nehme. Die Aufhebung der Geheimhaltung von Militärdokumenten gab aber keinen Aufschluss.
Voriges Jahr erklärte die Staatsanwaltschaft, dass "mehrere schwerwiegende Indizien, insbesondere Zeugenaussagen, aber auch materielle Beweise darauf hindeuten, dass zivile und/oder militärische Behörden versucht haben könnten, die Ermittlung der tatsächlichen Ursachen und Umstände des Absturzes der Caravelle zu behindern", berichtete die Zeitung "Libération".
Vor dem Absturz hatte der Pilot einen Brand gemeldet. Die Hypothese ist, dass eine Rakete der Armee das linke Triebwerk getroffen haben könnte. Ob sich Hinweise darauf an dem Triebwerk nach 57 Jahren unter Wasser noch finden lassen, ist offen.
© dpa, aero.de | Abb.: Openmaps | 18.12.2025 14:27







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