Pausierte GAV-Verhandlungen
08:58 Uhr

Worüber Swiss und Aeropers streiten

Swiss Airbus A220-100
Swiss Airbus A220-100, © Swiss

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ZÜRICH - Swiss und Aeropers stecken im Patt fest. Die Schweizer Pilotengewerkschaft ärgert sich öffentlich über "zähe" Tarifverhandlungen mit der Lufthansa-Tochter. Swiss will sich von der Gewerkschaft wiederum nicht ausbremsen lassen - die Airline setzt zwei Maßnahmen innerhalb des Cockpitpersonals ohne Aeropers um.

Verhandlungen zwischen Swiss und Aeropers um einen neuen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) für die Swiss-Cockpits kommen nicht voran.

Die Schweizer Pilotengewerkschaft warf Swiss vor dem Wochenende vor, "Schweizer Werte" in der Verhandlungsgestaltung zu vernachlässigen - und sich der "Lufthansa-Kultur" anzulehnen.

Nach Swiss-Angaben hat Aeropers nach 17 Verhandlungstagen seit April 2026 weitere GAV-Termine "bis Ende August" ausgesetzt und ist derzeit "nicht gesprächsbereit". "In wichtigen Punkten liegen die Positionen weiterhin auseinander", stellt Swiss in einer Reaktion auf die Aeropers-Aussendung mit.

Informationen aus Swiss-Kreisen legen nahe, dass es zwischen Aeropers und Swiss in den letzten Runden bei den Themen Renteneintritt und Dienstplanung hoch herging. 

Aeropers warf Swiss am Freitag "wiederholte Verstöße" gegen den laufenden Tarifvertrag und "Alleingänge" vor. Tatsächlich hat Swiss gerade zwei Maßnahmen an Aeropers vorbei umgesetzt.

"Wir tragen Verantwortung für das Wohlergehen unserer Pilotinnen und Piloten, für einen stabilen Flugbetrieb, unser internationales Netzwerk und die langfristige Entwicklung der Airline", teilte Swiss mit. "Die Anliegen unserer Crew-Mitglieder überlassen wir deshalb nicht einfach den Gewerkschaften."

Swiss lässt Piloten ein Jahr länger fliegen

Pilotinnen und Piloten bei Swiss werden grundsätzlich mit 61 Jahren pensioniert. Swiss hat nun eine Regelung geschaffen, nach der Piloten freiwillig ein Jahr dranhängen können. "Bereits einen Tag nach der Kommunikation haben sich zahlreiche Pilotinnen und Piloten bei uns gemeldet und die Weiterbeschäftigung beantragt", so Swiss.

Eine weitere Swiss-Maßnahme betrifft die sogenannten "Long-Term-Free-Days", also langfristig festgelegte freie Tage. "Ab August 2027 wird der Vorlauf für deren Eingabe angepasst", teilte Swiss mit. Die Anzahl der beeinflussbaren dienstfreien Tage bleibt unverändert, Piloten können die Wunschtermine aber zumindest übergangsweise mit weniger Vorlauf im System blocken.

Swiss kämpft mit einer dünnen Personaldecke im Cockpit. Die Airline will ihr Planungssystem neu aufsetzen, "um mittelfristig mehr Beeinflussbarkeit zu schaffen". 

"Diese Maßnahmen ersetzen weder einen Gesamtarbeitsvertrag noch den Dialog mit Aeropers", sagt Swiss-Verhandlungsführer Dominik Jäggi. "Deshalb wollen wir möglichst bald an den Verhandlungstisch zurückkehren."
© aero.de | Abb.: Swiss | 27.07.2026 08:58

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Beitrag vom 27.07.2026 - 09:42 Uhr
Immer interessant, wenn sich Airlines plötzlich mit Sätzen wie „Wir tragen Verantwortung für das Wohlergehen unserer Pilotinnen und Piloten“ als fürsorglich darstellen, nachdem sie diese jahrelang ausgebrannt und deren Interessen ignoriert hat. Die Firma kümmert sich um die Anliegen der Angestellten und die Gewerkschaft natürlich nicht.
Das sagt ja niemand. Aber ihr Satz ist spannend.
Kümmern sich die Gewerkschaften wirklich um die Anliegen der Mitglieder? Wie lösen sie den Konflikt zwischen "das Meiste für mich rausholen" und "ich möchte einen langfristig sicheren Arbeitsplatz". Wie gehen die Mitarbeitenden mit den Interessen des Unternehmens um? Nehmen sie diese wahr oder ignorieren sie die?
Antworten auf diese Fragen gibt der Artikel leider nicht her.
Wer glaubt so einen Unsinn?
Beitrag vom 27.07.2026 - 09:04 Uhr
Immer interessant, wenn sich Airlines plötzlich mit Sätzen wie „Wir tragen Verantwortung für das Wohlergehen unserer Pilotinnen und Piloten“ als fürsorglich darstellen, nachdem sie diese jahrelang ausgebrannt und deren Interessen ignoriert hat. Die Firma kümmert sich um die Anliegen der Angestellten und die Gewerkschaft natürlich nicht.

Wer glaubt so einen Unsinn?


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