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Washington D.C. ist am 1. März 2023 nicht das Ziel, Lufthansa 469 aus Austin will nach Frankfurt. Noch über Festland gerät der Airbus A330-300 D-AIKK in heftige Klarluftturbulenzen - sieben Menschen an Bord werden verletzt, die Piloten drehen zur Landung in der US-Hauptstadt ab.
Klarluftturbulenzen treten ohne begleitende Wetterlagen und Vorwarnung auf - das besonders tückische Turbulenzmuster nimmt in Intensität und Häufigkeit zu.
Das zeigt eine 2023 veröffentlichte Studie der britischen Universität Reading. Forscher wiesen die Entwicklung für den Untersuchungszeitraum von 1979 bis 2020 nach und sehen einen Zusammenhang mit dem Klimawandel.
Besonders markant war der Anstieg in den mittleren Breiten und hier besonders über den USA sowie dem Nordatlantik. Die Gesamtdauer schwerer Turbulenzen über dem Nordatlantik stieg laut der Studie um 55 Prozent. Mittlere Turbulenzen traten um 37 Prozent, leichte um 17 Prozent länger auf.
Der Branchenverband IATA begegnet der Turbulenzthematik mit einem Datenpool - über das Projekt "IATA Turbulence Aware" können Airlines Echtzeitinformationen zum Turbulenzgeschehen untereinander teilen. Auch Lufthansa schließt sich dem Projekt jetzt an.
"Damit trägt Lufthansa durch IATA Turbulence Aware erheblich zur Verbesserung der Qualität der Daten bei, die Fluggesellschaften weltweit zur Verfügung stehen", teilte der Konzern diese Woche mit. Auch die Lufthansa Group Airlines Swiss International Air Lines und Edelweiss Air nehmen an "IATA Turbulence Aware" teil.
Das System basiert auf Schwarmintelligenz: Tausende Flugzeuge weltweit sind mit Sensoren ausgestattet, die kontinuierlich die Intensität von Turbulenzen messen und anonymisiert an eine zentrale Datenbank senden.
"Pilotinnen und Piloten können die Daten direkt auf ihrer Navigationskarte im Cockpit einsehen", erklärt Lufthansa das Prinzip. Farbkodierte Symbole zeigen Ort, Höhe, Zeitpunkt und Intensität der gemessenen Turbulenzen an. Diese "Echtzeitinformationen" ergänzen klassische Wettervorhersagen und ermöglichen eine präzisere Flugplanung.
Daten fließen auch in Wettermodelle ein
"Mit IATA Turbulence Aware setzen wir neue Standards für Sicherheit und Komfort in der Luftfahrt", sagte Lufthansa Hub Manager Frankfurt Francesco Sciortino. "Diese Technologie ermöglicht es uns, unseren Passagieren ein ruhigeres und angenehmeres Flugerlebnis zu bieten und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit in der globalen Luftfahrt zu leisten."
Die Daten helfen auch genaueren Wettermodellen und -prognosen. "Jede von einem Lufthansa-Flugzeug erfasste Messung wird - neben der Übermittlung in die Datenbank - an den Deutschen Wetterdienst übertragen und hilft dabei, die Vorhersagemodelle langfristig zu kalibrieren und noch präziser zu machen", erklärte Lufthansa.
© aero.de, dpa | Abb.: Lufthansa | 28.02.2026 06:25







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