Jeju Air 2216
Vor 6 Tagen

Bericht: Südkorea verschleierte Sicherheitsmängel an Flughäfen

Flug 7C-2216
Flug 7C-2216, © KTSB

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SEOUL - Eine Boeing 737-800 zerschellt Ende 2024 an Betonpfeilern am Flughafen Muan, 179 Menschen sterben. Der Unterbau der ILS-Anlage war nach einem neuen Prüfbericht nie genehmigungsfähig. Das zuständige Ministerium stempelte eklatante Sicherheitsmängel an südkoreanischen Flughäfen über Jahrzehnte wohl wider besseren Wissens ab.

Flughafen Muan, 29. Dezember 2024: Jeju Air 2216, eine Boeing 737-800 aus Bangkok, trifft im Landeflug auf Gluckenten. Vögel schlagen in ein Triebwerk, der Hydraulikdruck fällt ab.

Im Endanflug auf Runway 01 ziehen die Piloten die kaum noch steuerbare 737-800 auf Landebahn 19. Die Maschine prallt ohne Fahrwerke auf die Piste, rutscht mit hoher Geschwindigkeit weiter - und wird um 09:02:07 Uhr Ortszeit beim Aufprall gegen einen ILS-Unterbau zerrissen.

179 der 181 Menschen an Bord sterben in einem Feueerinferno, auf den Klappsitzen im Heck überleben zwei Flugbegleiter.

Die Localizer-Anlage in Muan war auf 19 Betonpfeilern installiert, jeder 2,4 Meter hoch und 26 Zentimeter stark. Die massive Konstruktion wurde den Insassen zum Verhängnis - und hätte nie genehmigt werden dürfen. Zu diesem Schluss kommt ein neuer Prüfbericht des südkoreanischen "Board of Audit and Inspection".

Nach internationalen Standards sollten ILS-Anlagen bei Kollisionen nachgeben, die Antennen schlicht umknicken. Nur war die oberirdische Betonstruktur in Muan billiger als Erdanker - und kein Einzelfall. Die Prüfer stießen an acht Flughäfen - unter anderem auch in Jeju und Gimhae - auf insgesamt 14 höchst gefahrenträchtige ILS-Aufbauten.

Für den Flughafenbetrieb ist zwar der staatliche Flughafenbetreiber "Korea Airports" verantwortlich. Problematisch ist laut Prüfern vor allem aber eine Doppelfunktion des Verkehrsministeriums. Denn das Ministerium ist nicht nur für Bauprojekte an Flughäfen zuständig, sondern übt auch die Aufsichtsfunktion aus.

Über 22 Jahre habe das Ministerium die Betriebserlaubnis der Flughäfen immer wieder turnusmäßig geprüft - und den Betonaufbauten der ILS-Anlagen dabei jedes Mal nicht vorhandene Kollisionssicherheit bescheinigt.

Simulation: Keine Personenschäden

Wäre das Antennensystem am Flughafen Muan tatsächlich "auf einem nachgebenden Aufbau" montiert gewesen, "hätte das Flugzeug es wahrscheinlich durchbrochen", stellte eine von der Regierung eingesetze Expertenkommission gestützt auf eine neue Unfallsimulation im Januar 2026 fest.

Die Bruchlandung an sich wäre demnach glimpflich verlaufen, die 737-800 bis zum Stillstand in die Auslaufzone gerutscht - die Insassen hätten das Flugzeug dann "ohne schwere Verletzungen" verlassen.
© aero.de | Abb.: KTSB | 12.03.2026 10:57

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Beitrag vom 12.03.2026 - 13:23 Uhr
@menschmeier

Danke für den Hinweis. Nicht nur lag auf dem Wall eine massive Betonplatte sondern im Wall selbst war noch ein Kamm aus Betonplatten versteckt.

Bild aus einer Quelle in Ihrem Link:
 https://imgnews.pstatic.net/image/014/2025/01/02/0005289943_003_20250102142618283.png?type=w860

Quelle:
 https://n-news-naver-com.translate.goog/article/014/0005289943?sid=102&_x_tr_sl=auto&_x_tr_tl=de&_x_tr_hl=de&_x_tr_pto=wapp

Beitrag vom 12.03.2026 - 12:25 Uhr
Nein das ist schon richtig:

Zitat: The barrier consisted of a concrete structure within an earthen berm 250 meters (820 ft)[98] from the end of the runway. The structure supported a localizer, an antenna array for the instrument landing system (ILS) that assists aircraft navigation. The structure, berm, and localizer had a combined height of 4 meters (13 ft). Airport officials said the localizer was raised to runway level to ensure its proper functioning due to the slanted terrain at the end of the runway. The berm and concrete pillars had existed since the opening of the airport, but in 2023 the structure was modified with the addition of a concrete slab on the top.[99] Remarks in the airport's operating manual, published by the Korea Airports Corporation on 9 May 2024,[100] said the barrier was too close to the end of the runway, and recommended conducting a review of the location of the equipment.[98]

Quelle:  https://en.wikipedia.org/wiki/Jeju_Air_Flight_2216

Ich finde leider die bessere Schematic nicht mehr, diese hier erklärt es aber auch. Das ganz Ding sieht aus wie eine Brücke auf Pfeilern, und dem Brückendeck stehen die Antennen und die Pfeiler sind mit Erde zugeschüttet

 https://i.redd.it/8etpfw0pa5ae1.jpeg




Dieser Beitrag wurde am 12.03.2026 12:39 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 12.03.2026 - 12:16 Uhr
Lost in translation?
"Die Localizer-Anlage in Muan war auf 19 Betonpfeilern installiert, jeder 2,4 Meter hoch und 26 Zentimeter stark. "

Nach dem Übersichtsfoto - das leider nur auf der Startseite erscheint - sollte es wohl eher heißen: 19 Betonplatten, 26 cm dick und 2,4 m tief. Wären es Pfeiler, dann wäre der Wall überflüssig gewesen.

Noch ein Mangel. In Google Street View ist auch deutlich zu sehen, dass die Anflugbefeuerung nach dem Wall auch in keiner Weise kollisionssicher sind: massive, klappbare Stahlmasten.


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