Jeju Air 2216
Älter als 7 Tage
Insassen hätten reine Bruchlandung unbeschadet überstanden
SEOUL - Eine Boeing 737-800 zerschellt nach einem Triebwerksausfall am Flughafen Muan, 179 Menschen sterben. Südkoreas Flugunfallbehörde zieht einen Zwischenbericht im Sommer 2025 zurück. Nach einer neuen Unfallsimulation hätten wohl alle Insassen eine reine Bruchlandung überlebt.
Flughafen Muan, 29. Dezember 2024: Jeju Air 2216, eine Boeing 737-800 aus Bangkok, trifft im Landeflug auf Gluckenten. Vögel geraten in ein Triebwerk, die Piloten werden mit einem Hydraulikausfall konfrontiert.
Im Endanflug auf Runway 01 ziehen die Piloten die 737-800 noch nach rechts rüber auf Landebahn 19. Die Maschine schlägt ohne Fahrwerke auf dem Boden auf, rutscht mit hoher Geschwindigkeit über die Piste - und wird um 09:02:07 Uhr Ortszeit beim Aufprall gegen einen ILS-Unterbau zerrissen.
179 der 181 Menschen an Bord sterben in einem Inferno, auf den Klappsitzen im Heck überleben zwei Flugbegleiter.
Die Localizer-Anlage in Muan stand auf 19 massiven Betonpfeilern, jeder drei Meter hoch und 26 Zentimeter stark. Diese Konstruktion wurde den Insassen zum Verhängnis.
Simulation: Keine Personenschäden"Wäre das Antennensystem am Flughafen Muan auf einem nachgebenden Aufbau montiert gewesen, hätte das Flugzeug es wahrscheinlich durchbrochen", stellt eine von der Regierung eingesetze Expertenkommission gestützt auf eine neue Unfallsimulation fest.
Eine reine Bruchlandung wäre demnach glimpflich verlaufen, die 737-800 bis zum Stillstand in die Auslaufzone gerutscht - "ohne schwere Verletzungen" der Insassen.
KTSB-Bericht verstimmt OpferfamilienEin finaler Bericht der südkoreanischen Transportsicherheitsbehörde KTSB zu Jeju Air 2216 steht noch aus. Ein KTSB-Zwischenbericht hatte im Sommer 2025 für einen Eklat gesorgt.
Die Behörde hielt das Papier nach massiven Protesten von Opferfamilien zurück - und sagte eine bereits einberufene Pressekonferenz ab. Der Bericht soll kaum auf die Gefahrenquellen am Flughafen Muan eingegangen sein und stattdessen den Piloten Bedienfehler nach dem Vogelschlag angekreidet haben. Das Dokument landete im Giftschrank.
Im Nachgang von Flug 2216 hatte Südkorea an sieben weiteren Regionalflughäfen im Land Hindernisse in oder entlang der Auslaufzonen festgestellt - ILS-Antennen wurden teils auf Stahlträgern, teils auf massiven Betonblöcken montiert.
© aero.de | Abb.: KTSB | 19.01.2026 12:08
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Beitrag vom 19.01.2026 - 23:16 Uhr
nun ja, auch wenn die Angehörigen es nicht lesen wollen, soviel wie bei dem Flug bereits vor den Betonpfeilern schief gegangen ist, halte ich eine solche Simulation für höchst unseriös.
Ich halte Ihre Darstellung für unseriös. Bis ca. 750 m hinter dem Hügel mit der Betonplatte gibt es keine größeren Hindernisse. Eine 737 hätte es im weiteren Verlauf wahrscheinlich in die üblichen 3 Teile zerlegt aber deutlich mehr Menschen hätten überlebt. Hier wurde ein überflüssiges Hindernis errichtet, um Geld zu sparen. Dies gilt auch für die Masten der Anflugbefeuerung.
Sie wissen vielleicht nicht, dass der FDR und CVR noch im Flug ausgefallen sind, da es an Bord einer 737 keine Notstromversorgung über eine RAT gibt. Der Zeitpunkt des Ausfalls lag noch vor dem Mayday Notruf. Die letzte gemessene Geschwindigkeit in der Luft ist daher kein Bezug für die Geschwindigkeit beim Aufprall auf die Betonplatte.
Dass das Betonhindernis am Ende der Runway wesentlich für die hohe Zahl an Opfern bei diesem Crash verantwortlich war, war bereits unmittelbar nach dem Crash evident, auch wenn es schon damals viele Kommentarschreiber (warum auch immer) bestritten haben. Eine Reihe von renommierten internationalen Experten haben das bereits in den Stunden und Tagen nach dem Crash in Statements gut begründet so geäußert. Insofern: Ja, die Aussage dieses Zwischenberichts stimmt. Sie wiederholt aber im Grunde nur, was alle seit dem 29. Dezember 2024 bereits wissen oder zumindest wissen können. Gut, jetzt hat es also auch noch eine Simulation bestätigt. Alle wissen seit dem 29. Dezember 2024 übrigens auch - oder können es zumindest wissen, dass es keine gute Idee war, diesen noch recht neuen Airport mitten in ein großes Vogelschutzgebiet hineinzubauen.
Aber wie konnte es überhaupt dazu kommen, dass dieses Flugzeug in das Betonhindernis crashte? Was genau lief da schief? - Der Zwischenbericht enthält, jedenfalls soweit ich sehe, im Grunde null neue Information. Zero. Nada. Es wundert mich deshalb auch überhaupt nicht, dass er weder beim Aviation Herald noch sonst irgendwo bisher Erwähnung findet - außer hier in diesem Forum.
Dieser Beitrag wurde am 19.01.2026 23:19 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 19.01.2026 - 16:39 Uhr
nun ja, auch wenn die Angehörigen es nicht lesen wollen, soviel wie bei dem Flug bereits vor den Betonpfeilern schief gegangen ist, halte ich eine solche Simulation für höchst unseriös.
Ich halte Ihre Darstellung für unseriös. Bis ca. 750 m hinter dem Hügel mit der Betonplatte gibt es keine größeren Hindernisse. Eine 737 hätte es im weiteren Verlauf wahrscheinlich in die üblichen 3 Teile zerlegt aber deutlich mehr Menschen hätten überlebt. Hier wurde ein überflüssiges Hindernis errichtet, um Geld zu sparen. Dies gilt auch für die Masten der Anflugbefeuerung.
Sie wissen vielleicht nicht, dass der FDR und CVR noch im Flug ausgefallen sind, da es an Bord einer 737 keine Notstromversorgung über eine RAT gibt. Der Zeitpunkt des Ausfalls lag noch vor dem Mayday Notruf. Die letzte gemessene Geschwindigkeit in der Luft ist daher kein Bezug für die Geschwindigkeit beim Aufprall auf die Betonplatte.
Beitrag vom 19.01.2026 - 15:25 Uhr
nun ja, auch wenn die Angehörigen es nicht lesen wollen, soviel wie bei dem Flug bereits vor den Betonpfeilern schief gegangen ist, halte ich eine solche Simulation für höchst unseriös. Das letzte Dataframe des FDR zeigte eine IAS von 161 kts (300 km/h), d.h. wären die nicht an den Pfeilern zerschellt wären sie ohne Fahrwerk weiter über das Gelände geschossen....ob das wirklich jeder an Bord "unbeschadet" überstanden hätte ist dann doch eher zweifelhaft.
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Ich halte Ihre Darstellung für unseriös. Bis ca. 750 m hinter dem Hügel mit der Betonplatte gibt es keine größeren Hindernisse. Eine 737 hätte es im weiteren Verlauf wahrscheinlich in die üblichen 3 Teile zerlegt aber deutlich mehr Menschen hätten überlebt. Hier wurde ein überflüssiges Hindernis errichtet, um Geld zu sparen. Dies gilt auch für die Masten der Anflugbefeuerung.
Sie wissen vielleicht nicht, dass der FDR und CVR noch im Flug ausgefallen sind, da es an Bord einer 737 keine Notstromversorgung über eine RAT gibt. Der Zeitpunkt des Ausfalls lag noch vor dem Mayday Notruf. Die letzte gemessene Geschwindigkeit in der Luft ist daher kein Bezug für die Geschwindigkeit beim Aufprall auf die Betonplatte.
Dass das Betonhindernis am Ende der Runway wesentlich für die hohe Zahl an Opfern bei diesem Crash verantwortlich war, war bereits unmittelbar nach dem Crash evident, auch wenn es schon damals viele Kommentarschreiber (warum auch immer) bestritten haben. Eine Reihe von renommierten internationalen Experten haben das bereits in den Stunden und Tagen nach dem Crash in Statements gut begründet so geäußert. Insofern: Ja, die Aussage dieses Zwischenberichts stimmt. Sie wiederholt aber im Grunde nur, was alle seit dem 29. Dezember 2024 bereits wissen oder zumindest wissen können. Gut, jetzt hat es also auch noch eine Simulation bestätigt. Alle wissen seit dem 29. Dezember 2024 übrigens auch - oder können es zumindest wissen, dass es keine gute Idee war, diesen noch recht neuen Airport mitten in ein großes Vogelschutzgebiet hineinzubauen.
Aber wie konnte es überhaupt dazu kommen, dass dieses Flugzeug in das Betonhindernis crashte? Was genau lief da schief? - Der Zwischenbericht enthält, jedenfalls soweit ich sehe, im Grunde null neue Information. Zero. Nada. Es wundert mich deshalb auch überhaupt nicht, dass er weder beim Aviation Herald noch sonst irgendwo bisher Erwähnung findet - außer hier in diesem Forum.
Dieser Beitrag wurde am 19.01.2026 23:19 Uhr bearbeitet.
Ich halte Ihre Darstellung für unseriös. Bis ca. 750 m hinter dem Hügel mit der Betonplatte gibt es keine größeren Hindernisse. Eine 737 hätte es im weiteren Verlauf wahrscheinlich in die üblichen 3 Teile zerlegt aber deutlich mehr Menschen hätten überlebt. Hier wurde ein überflüssiges Hindernis errichtet, um Geld zu sparen. Dies gilt auch für die Masten der Anflugbefeuerung.
Sie wissen vielleicht nicht, dass der FDR und CVR noch im Flug ausgefallen sind, da es an Bord einer 737 keine Notstromversorgung über eine RAT gibt. Der Zeitpunkt des Ausfalls lag noch vor dem Mayday Notruf. Die letzte gemessene Geschwindigkeit in der Luft ist daher kein Bezug für die Geschwindigkeit beim Aufprall auf die Betonplatte.