Flugausfälle
Älter als 7 Tage

Cockpit sieht hohe Beteiligung an Lufthansa-Streik

Lufthansa Boeing 747-8
Lufthansa Boeing 747-8, © Lufthansa

Verwandte Themen

FRANKFURT - Der auf zwei Tage angelegte Pilotenstreik bei der Lufthansa hat an den Drehkreuzen München und Frankfurt Hunderte Flüge ausfallen lassen. Das berichten die jeweiligen Flughafenbetreiber für den Donnerstag. Danach fielen am ersten Streiktag in Frankfurt rund 400 von 1.165 geplanten Starts und Landungen aus.

In München wurden 230 von rund 800 Flugbewegungen gestrichen. Die Zahlen beziehen sich auf alle Fluggesellschaften, die Ausfälle sind wesentlich der Lufthansa zuzuordnen.

Die streikende Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) berichtete von einer hohen Beteiligung der Beschäftigten an der bereits zweiten Streikwelle. Der Arbeitskampf verlaufe wirkungsvoller als erwartet, sagte VC-Präsident Andreas Pinheiro.

Zwischen Gewerkschaft und Unternehmen entspann sich ein Streit um die Wirksamkeit der Streiks, die fortgesetzt werden sollen. Lufthansa bekräftigte ihre Ankündigung, dass auch am Freitag nach dem Sonderflugplan mindestens die Hälfte der sonst üblichen Flüge stattfinde. Von den Fernflügen sollten sogar rund 60 Prozent stattfinden. Hier werden die Flugzeuge häufig auch von Piloten geflogen, die bei der Lufthansa ins Management gewechselt sind, aber ihre Lizenz aufrechterhalten.

VC zweifelt Lufthansa-Angaben an

Die VC beharrte hingegen darauf, dass bis 15.00 Uhr rund 70 Prozent der Flugzeuge am Boden geblieben seien. Dafür gebe es eine solide Datengrundlage. Der Sprecher der Tarifkommission, Arne Karstens, zweifelte die Zahlen der Lufthansa an. Er sagte laut einer Mitteilung: "Welche Grundlage die Lufthansa für ihre Darstellung heranzieht, erschließt sich uns nicht. Dass das Unternehmen seine Zahlen gerne etwas geschönt darstellt, ist ein bekanntes Vorgehen."

Vor dem Streik hatte VC-Präsident Pinheiro deutlich gemacht, dass die VC auch bei weniger Flugausfällen eine ausreichende Streikwirkung erwarte.

Eurowings fliegt

In den Terminals herrsche ganz normaler Betrieb, sagte ein Sprecher des Frankfurter Betreibers Fraport. Nur in den Lufthansa-Abschnitten sei es etwas ruhiger. An den übrigen deutschen Flughäfen fielen vor allem die Zubringerflüge an die Drehkreuze aus. Andere Lufthansa-Gesellschaften wie die Eurowings und sämtliche ausländischen Töchter wurden nicht bestreikt.

Lufthansa wollte nach eigener Ankündigung größere Flugzeuge einsetzen, Lufthansa-Flüge von nicht bestreikten Konzernairlines erledigen lassen und freiwillige Crews einsetzen. An diesen Planungen für beide Streiktage habe es keine Änderungen mehr gegeben, erklärte eine Sprecherin des Unternehmens. Laut VC werden auch Subunternehmen eingesetzt.

Von Ausfällen betroffene Gäste sollten per E-Mail benachrichtigt werden. Gäste, die nicht kontaktiert werden, könnten vorerst davon ausgehen, dass ihr Flug nicht betroffen ist. Flüge ins Krisengebiet Nahost sollen nicht bestreikt werden. Zu einem normalen Flugbetrieb werde man voraussichtlich am Samstag zurückkehren können.

Erste Entspannung am Freitag

Für den Freitag wird eine erste Entspannung erwartet, weil die kleine Teilgesellschaft Lufthansa Cityline nur einen Tag lang bestreikt werden sollte. Die Regionaltochter übernimmt Zubringerflüge von kleineren Flughäfen an die beiden Drehkreuze.

Die Gewerkschaft hat die mehr als 5.000 Piloten der Flugbetriebe Lufthansa, Lufthansa Cargo und Lufthansa Cityline zum Streik aufgerufen. Während es bei der Regionaltochter Cityline um eine Anhebung der Gehälter geht, streiten die Tarifpartner bei der Cargo und der Kerngesellschaft um höhere Betriebsrenten.

Kein neues Angebot

Lufthansa hatte die zweite Streikwelle als unnötige Eskalation bezeichnet und auf die angespannte Ertragssituation bei der Kerngesellschaft Lufthansa verwiesen. Der Gewerkschaft zufolge hat Lufthansa zunächst kein neues Angebot vorgelegt. Der Streik laufe daher weiterhin wie geplant.

Der Flughafenverband ADV appellierte an die Tarifparteien, sich am Verhandlungstisch möglichst schnell zu einigen. Passagiere würden von den Streiks immer zuerst getroffen, sagte Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel. In einer ohnehin angespannten Situation werde die deutsche Luftfahrt zusätzlich verunsichert. "Der Standort Deutschland kann sich weitere Belastungen für die Konnektivität und die Zuverlässigkeit des Luftverkehrs kaum leisten."
© aero.de, dpa | Abb.: FMG, Lufthansa | 12.03.2026 12:27

Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie sich bei aero.de registrieren oder einloggen.

Beitrag vom 14.03.2026 - 03:35 Uhr
>
Na wohl zu viel Spohrsche Propaganda gelesen, oder woher haben sie Ihre Zahlen? alle mind 160.000€? Interessant, aber weit gefehlt und schlichtweg falsch!. Nach aktuellem VTV der LH würde man diese Zahl nach ca 15 Jahren im Unternehmen verdienen. Aber na klar, das wissen Sie besser: Alle verdienen so viel. Und keiner hat Ausbildungsschulden. Warum muss Porsche eigentlich Stellen streichen, wenn doch alle Piloten so viel verdienen? Und stimmt: Wirtschaftlich denken liegt Piloten fern, deshalb tanken Sie auch immer voll; fliegen immer die volle geplante Route und keine Abkürzungen (dafür hat der Passagier ja schließlich bezahlt) oder fliegen nie schneller, damit ja keine Anschlüssflüge erreicht werden. DAS wäre ja wirtschaftlich.

Mit der Einigung von 2017 hat man sich in der Betriebsrente von einem garantiertem Auszahlungsmodell auf ein renditebasiertes geeinigt, was meines Wissens nach weit über 1 mrd (!) € an Rückstellungen frei werden hat lassen. Im Gegenzug sollten die Rendite um die 5-6 % liegen. Dann kam Corona dazwischen (und auch hier wurden Fehler bei der Wiederanlage gemacht), aber auch davor war schon absehbar, dass diese nicht erreicht werden. Als Folge davon, gibt es jetzt Kollegen, deren Betriebsrente sich um 50% reduziert hat.
Generell ist eine renditebasierte Betriebsrente modern und zeitgemäß und die Umstellung sinvoll, allerdings nur wenn die Anlagestrategie passt. Und in anderen Unternehmen erfolgt die "Umstellung" nur für neue Verträge. Sowohl VC als auch Vorstand führen die Aufsicht der Renten, nur werden seither jegliche Versuche die Anlagestrategie zu verändern seitens der Konzernführung blockiert, sodass nach vielen Versuchen der VC nur noch die Option bleibt die Beiträge zu erhöhen, um die Rendite(unter)performance auszugleichen.
Und falls man denkt, das sei ein Einzelfall: Nein, bei der EW und der Cityline wird ebenfalls sämtliches blockiert. Warum auch Einigen!? Ist doch viel geiler, sein Personal öffentlich bloßzustellen und sich dann später in die Opferrolle zurückzuziehen. Generiert Medienecho und intern kann man über Rundschreiben seine "Besorgnis" und "Bestürzung" kundtun.

Mich würde Ihre Reaktion interessieren, wenn man Ihnen nach 35-40 Jahren im Unternehmen offenbart, dass Ihre Betriebsrente nur die Hälfte beträgt und Ihre Chefs es gelinde gesagt "n feuchten Dreck interessiert". Ja es ist ein Unterschied, ob jemand von 2000€ auf 1000 € fällt als von 6000€ auf 3000€. Sind dennoch 50% für die Sie über 30 Jahre gearbeitet haben und da ist eine gewisse "Verärgerung" durchaus verständlich.

Und zum Thema Jobsicherheit: Eine Fluguntauglichkeit ist weitaus schneller erreicht als der Laie glaubt. Ja dagegen gibt es Versicherungen, aber auch die sind teuer und kein ansatzweise gleichwertiger Ersatz. Zumal Corona gezeigt hat, wie volatil das Airlinebusiness ist. Sitzt man bei LH fester im Sattel als bei einer Condor? Wahrscheinlich. Aber das mit Beamten gleichzusetzen ist dermaßen absurd, dass ich mich fast ärgere auf so viel Blödsinn und Unwahrheiten zu antworten.

Ach und eins noch: Jemand, der so viel verdient hat in seinem Leben, dass er 3000 € staatl. Rente bekommt, hat weitaus mehr ins System gespeist, als er da je wieder rausholen können wird.


Lieber Proktologe,

dann gehen wir Ihre Argumente doch auch der Reihe nach durch. Challenge accepted.

Anfällig für Propaganda bin ich sicher nicht. Das ist unterhalb meiner intellektuellen Flughöhe.

Das hat wohl weniger etwas mit INtellekt, als mit der Überprüfung von Aussagen zu tun. dazu brauchen Sie keinen IQ von 140.
Ein Sprachrohr von Herrn Spohr bin ich auch nicht. Aber als Unternehmer, Aktionär und Vielflieger halte ich Herrn Spohr für einen sehr guten CEO, der die (schwer steuerbare) Lufthansa erfolgreich durch multiple Krisen gelenkt hat und auch aktuell wieder lenkt.>
Ohne im Spohr bashing enden zu wollen, klären Sie mich mal darüber auf, was er in seiner Amtszeit an Mehrwert für das Unternehmen und seine Eigentümer geschaffen hat? Aktienkurs mau, Gewinn aus seiner Sicht auch mau, wie die Dividenden, einen zersplitterten Konzern, der schwer steuerbar ist und enorme Kosten in seiner Organisation verschlingt, die Mitarbeiter identitär vom Unternehmen abgekoppelt, was immer eine stärke derer war. Das alles nur dem Kampf gegen seine Mitarbeiter geschuldet, da er auf Konfrontation, statt Miteinander setzt. Innovation am Produkt, oder Mehrwert für die Paxe, mau. Weiterhin eine Flottenstrategie, die gegen die Wand gefahren ist, ein Produkt, das Mittelmaß ist und auch mit der Alegris Kabine bleiben wird. Erfolg sieht für mich anders aus. Ja, das Unternehmen gibt es noch, das könnte man auf die Habenseite buchen.

Meine Kenntnisse beziehe ich aus direkten Gesprächen mit Lufthanseaten - vor allem fliegendem Personal.

Zu den Gehältern: natürlich verdient ein junger FO weniger als ein alter CPT auf der 747. Aber es ist nun mal so, dass im Laufe des Berufslebens eigentlich jeder FO zum CPT wird. Wenn er das nicht schafft, hat er den Beruf verfehlt. (Die wenigen SFO lasse ich hier mal außer Betracht).>

Bedeutet also, der Bereichsvorstand, der nicht irgendwann mal CEO wird, hat seinen Beruf verfehlt. Interessant. Diese Aussage zeigt schon irgendwie, dass sie keinen Einblick haben, wie da so die Auswahl im Cockpit stattfindet.
Und Sie haben recht, der FO steigt tiefer ein. Aber alle Menschen im Cockpit (bei der DLH wohlgemerkt, nict easyjet oder so) verdienen stets oberhalb der sog. Beitragsbemessungsgrenze - damit ist eine außergewöhnliche hohe staatliche Rente schon mal garantiert.>
Das ist auch falsch. Viele der derzeit im Cockpit sitzenden Piloten der Lufthansa hatten erst nach einem Studium mit anschließender Wartezeit durch den Golfkrieg und spätere ander Vorkommnisse in der Welt, sehr spät den Pilotensessel ergattert. Für die von Ihnen dargestellte stattliche Rente brauchen Sie aber 40 Jahre Beitragszahlungen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze, besser 45, auf die fast kein Pilot kommt.
Und Nein, die Piloten stellen sich hier nicht schlechter als andere Arbeitnehmer, da Rentenpunkte linear wirken. Ob sich Rente "auszahlt" oder nicht, hängt schlichtweg von der persönlichen Lebenserwartung ab.>
Rente zahlt sich für diese Gruppe selten aus, denn die Lebenserwartung ist halt nicht die Größte und bei den Eiinzahlungen hätten sie verglichen mit Ihnen als Unternehmer, privatwirtschaftlich auch mehr aus dem Geld machen können.
Dass aber jeder Pilot im Laufe seines Lebens (nach heutiger Kaufkraft) im Durchschnitt locker 150 TEUR p.a. verdient, werden auch sie nicht leugnen. Damit kann man hervorragend Vermögen aufbauen und weitere Rücklagen bilden, zusätzlich zur gesetzlichen und betrieblichen Altersvorsorge.>
Kann man und hat man vermutlich auch. Daher muss man auf eine stattliche Betriebsrente verzichten?. IN Unternehmerkreisen, oder unter den CEO`s, CFO´s und anderen wird doch auch stattlich verdient und trotzdem gönnt man sich großzügige Pensionsregelungen. Die einen dürfen also, die anderen nicht?
Jetzt nur kurz zur Rendite der Betriebsrente: diese fällt nicht über Nacht von 6.000,- auf 3.000,- Euro. Sondern sie baut sich nur vielleicht etwas langsamer auf - hier erwartet also niemand eine böse Überraschung. Das würde selbst die VC nicht behaupten.

Nur sind Ihre Zahlen vermutlich nur als Beispiel zu sehen, da sie mit der Realität wenig zu tun haben . Da Sie ja Unternehmer sind und vermutlich rechnen können, dürfte auch Ihnen klar sein, was nur 1% Rendite so über 25 Jahre an der Endsumme so ausmacht. Und ja, die Betriebsrenten sind gerade für die jüngeren Gruppen stark gefallen, weil deren Geld risikobehafteter angelegt ist und eine Umschichtung der Anlagen nur einmal im Jahr zu einem Stichtag erfolgt. Wenn die Märkte dann am Boden liegen ist das halt Pech und die die Betriebsrente schwankt dadurch stark. Erst in hohen Dienstjahren ist die Summe stabiler, da längerfristig und festverzinslich angelegt. Zudem hatte man mit der Umstellung der Betriebsrenten eine Rendite suggeriert, die jetzt nicht erreicht wird. Nur liegt das nicht primär an den Märkten, sondern den Anlageformen und dessen Management, dass die LH sich geweigert hat, zu Gunsten besserer Renditen anzupassen. Daher ergibt sich die Forderung der VC. Keine Änderung der bescheiden Renditen bedingt durch die Anlagemodalitäten der HSBC, dann höhere Einzahlungen durch LH. Letztlich durfte sich LH über 1 Mrd. an Rückstellungen dafür auflösen. Hätte man anders haben können, wollte man nicht und jetzt jammert allenfalls Niggemann über ungerechtfertigte Streiks.
Nun noch (sehr kurz) zur Arbeitsplatzsicherheit: natürlich war das beamtenähnliche Verhältnis eine spitze Formulierung. Aber nennen Sie mir ein anderes Unternehmen, in dem Führungskräfte im Mittelmanagement (als solche sehen sich die Piloten ja) bei Gehältern um die 200k eine derartige Jobgarantie haben.>
Die Piloten haben sich nie selbst als irgendeine Ebene gesehen. Sie wurden vor vielen Jahren seitens des Managements in die Führungsebene "C" eingruppiert, weil der AG sich etwas davon versprochen hat und im Rahmen von Tarifverhandlungen zu Dienstwagenregelungen unter Bruttogehaltsverzicht, dies notwendig war.
>Diese Ebene ist bei Großkonzernen immer die erste, die fliegt, weil sie den geringsten Kündigungsschutz genießt. Bei der Passage sind betriebsbedingte Kündigung de facto unmöglich. Und wenn Sie ehrlich sind, wissen Sie das auch.

Tja das ist halt eine gegenseitige Ambivalenz. Man wollte die Piloten eigentlich auch nie los werden, weil man sie teuer ausgebildet und geschult hat. Dafür hat man Ihnen Sicherheiten angeboten und andererseits wollten diese sie auch haben, weil die Arbeitsplätze in Deutschland für sie dann auch recht überschaubar waren. Für die von Ihnen beschriebene Ebene in Großkonzernen brauchen Sie das nicht. Zum einen wechselt man da ja auch ganz gerne einmal, wenn man die Leiter hochklettern kann und zum anderen sind die möglichen Arbeitsplätze in großer Zahl vorhanden. Aber ja, ein nettes Goodie ist das bestimmt.
Berufsunfähigkeit? Kann jeden Experten treffen. Piloten genauso wie Ärzte, Manager oder Künstler. Das Argument zieht m.E. gar nicht.>
Joa, mit einem Auge können Sie in den von Ihnen genannten Berufen weiter arbeiten, mit nachlassender Sehstärke, Nierensteinen, Herzannomalien und anderen Zipperlein. Als Pilot leider nicht und das kann sehr schnell gehen. Da sind Risiko und Wahrscheinlichkeit eine ganz andere. Blöder Vergleich, der Ihre, gell.

Und wirtschaftlich denken, nur weil ich ein paar Tonnen Kerosin weniger tanke? Das ist ein nice try, aber da liegt die Messlatte für eine Führungskraft schon höher...!

Das ist sicher nur als ein Baustein eines Fluges als Beispiel zu sehen. Sie glauben gar nicht wieviel Geld man auf einem Flug verbrennen kann, auch jenseits von Kerosin.
Meine zusammenfasende Meinung: ich können den Piloten ja ihre hohen Jahresgehälter; gar kein Problem. Aber sie sollen bitte aufhören zu jammern. Und sich nicht immer als Opfer inszenieren.>
Leider ist das ein, von Leuten wie Ihnen, falsch empfundene Gemütsdarstellung der Piloten. da wird nicht gejammert, sondern gefordert und für Leute, die das wissen möchten erklärt. Jammern liegt kaum in deren Naturell, es sei denn Ihre Gesprächspartner sind die Heulsusen in dem Club. Meine eher kaum.
Jeder Pilot weiß: einen Vertrag bei der DLH zu haben, ist immer noch der Jackpot. Und jeder CPT könnte problemlos einen FB von seinem Gehalt mitfinanzieren, ohne dass er es wirklich in seiner Lebenshaltung merken würde. Das ist der wahre Kern des Problems der Personalkosten bei den meisten europäischen Airlines.>
Ziemlich pauschalisiert. Es gibt in Europa genügend Mitbewerber, die ähnliche Personalkosten und Gehälter in Bezug auf die Lebeneshaltungskosten haben und trotzdem erfolgreicher sind. Finden sie den Fehler. Nennen Sie mir mal ein Großunternehmen, dass aufgrund seiner Personalkosten in die Insolvenz gagangen ist, obwohl seine Produkte sich auch gut verkauft haben.
Beitrag vom 13.03.2026 - 10:19 Uhr
>
Na wohl zu viel Spohrsche Propaganda gelesen, oder woher haben sie Ihre Zahlen? alle mind 160.000€? Interessant, aber weit gefehlt und schlichtweg falsch!. Nach aktuellem VTV der LH würde man diese Zahl nach ca 15 Jahren im Unternehmen verdienen. Aber na klar, das wissen Sie besser: Alle verdienen so viel. Und keiner hat Ausbildungsschulden. Warum muss Porsche eigentlich Stellen streichen, wenn doch alle Piloten so viel verdienen? Und stimmt: Wirtschaftlich denken liegt Piloten fern, deshalb tanken Sie auch immer voll; fliegen immer die volle geplante Route und keine Abkürzungen (dafür hat der Passagier ja schließlich bezahlt) oder fliegen nie schneller, damit ja keine Anschlüssflüge erreicht werden. DAS wäre ja wirtschaftlich.

Mit der Einigung von 2017 hat man sich in der Betriebsrente von einem garantiertem Auszahlungsmodell auf ein renditebasiertes geeinigt, was meines Wissens nach weit über 1 mrd (!) € an Rückstellungen frei werden hat lassen. Im Gegenzug sollten die Rendite um die 5-6 % liegen. Dann kam Corona dazwischen (und auch hier wurden Fehler bei der Wiederanlage gemacht), aber auch davor war schon absehbar, dass diese nicht erreicht werden. Als Folge davon, gibt es jetzt Kollegen, deren Betriebsrente sich um 50% reduziert hat.
Generell ist eine renditebasierte Betriebsrente modern und zeitgemäß und die Umstellung sinvoll, allerdings nur wenn die Anlagestrategie passt. Und in anderen Unternehmen erfolgt die "Umstellung" nur für neue Verträge. Sowohl VC als auch Vorstand führen die Aufsicht der Renten, nur werden seither jegliche Versuche die Anlagestrategie zu verändern seitens der Konzernführung blockiert, sodass nach vielen Versuchen der VC nur noch die Option bleibt die Beiträge zu erhöhen, um die Rendite(unter)performance auszugleichen.
Und falls man denkt, das sei ein Einzelfall: Nein, bei der EW und der Cityline wird ebenfalls sämtliches blockiert. Warum auch Einigen!? Ist doch viel geiler, sein Personal öffentlich bloßzustellen und sich dann später in die Opferrolle zurückzuziehen. Generiert Medienecho und intern kann man über Rundschreiben seine "Besorgnis" und "Bestürzung" kundtun.

Mich würde Ihre Reaktion interessieren, wenn man Ihnen nach 35-40 Jahren im Unternehmen offenbart, dass Ihre Betriebsrente nur die Hälfte beträgt und Ihre Chefs es gelinde gesagt "n feuchten Dreck interessiert". Ja es ist ein Unterschied, ob jemand von 2000€ auf 1000 € fällt als von 6000€ auf 3000€. Sind dennoch 50% für die Sie über 30 Jahre gearbeitet haben und da ist eine gewisse "Verärgerung" durchaus verständlich.

Und zum Thema Jobsicherheit: Eine Fluguntauglichkeit ist weitaus schneller erreicht als der Laie glaubt. Ja dagegen gibt es Versicherungen, aber auch die sind teuer und kein ansatzweise gleichwertiger Ersatz. Zumal Corona gezeigt hat, wie volatil das Airlinebusiness ist. Sitzt man bei LH fester im Sattel als bei einer Condor? Wahrscheinlich. Aber das mit Beamten gleichzusetzen ist dermaßen absurd, dass ich mich fast ärgere auf so viel Blödsinn und Unwahrheiten zu antworten.

Ach und eins noch: Jemand, der so viel verdient hat in seinem Leben, dass er 3000 € staatl. Rente bekommt, hat weitaus mehr ins System gespeist, als er da je wieder rausholen können wird.


Lieber Proktologe,

dann gehen wir Ihre Argumente doch auch der Reihe nach durch. Challenge accepted.

Anfällig für Propaganda bin ich sicher nicht. Das ist unterhalb meiner intellektuellen Flughöhe.

Ein Sprachrohr von Herrn Spohr bin ich auch nicht. Aber als Unternehmer, Aktionär und Vielflieger halte ich Herrn Spohr für einen sehr guten CEO, der die (schwer steuerbare) Lufthansa erfolgreich durch multiple Krisen gelenkt hat und auch aktuell wieder lenkt.

Meine Kenntnisse beziehe ich aus direkten Gesprächen mit Lufthanseaten - vor allem fliegendem Personal.

Zu den Gehältern: natürlich verdient ein junger FO weniger als ein alter CPT auf der 747. Aber es ist nun mal so, dass im Laufe des Berufslebens eigentlich jeder FO zum CPT wird. Wenn er das nicht schafft, hat er den Beruf verfehlt. (Die wenigen SFO lasse ich hier mal außer Betracht).
Und Sie haben recht, der FO steigt tiefer ein. Aber alle Menschen im Cockpit (bei der DLH wohlgemerkt, nict easyjet oder so) verdienen stets oberhalb der sog. Beitragsbemessungsgrenze - damit ist eine außergewöhnliche hohe staatliche Rente schon mal garantiert.
Und Nein, die Piloten stellen sich hier nicht schlechter als andere Arbeitnehmer, da Rentenpunkte linear wirken. Ob sich Rente "auszahlt" oder nicht, hängt schlichtweg von der persönlichen Lebenserwartung ab.
Dass aber jeder Pilot im Laufe seines Lebens (nach heutiger Kaufkraft) im Durchschnitt locker 150 TEUR p.a. verdient, werden auch sie nicht leugnen. Damit kann man hervorragend Vermögen aufbauen und weitere Rücklagen bilden, zusätzlich zur gesetzlichen und betrieblichen Altersvorsorge.
Jetzt nur kurz zur Rendite der Betriebsrente: diese fällt nicht über Nacht von 6.000,- auf 3.000,- Euro. Sondern sie baut sich nur vielleicht etwas langsamer auf - hier erwartet also niemand eine böse Überraschung. Das würde selbst die VC nicht behaupten.

Nun noch (sehr kurz) zur Arbeitsplatzsicherheit: natürlich war das beamtenähnliche Verhältnis eine spitze Formulierung. Aber nennen Sie mir ein anderes Unternehmen, in dem Führungskräfte im Mittelmanagement (als solche sehen sich die Piloten ja) bei Gehältern um die 200k eine derartige Jobgarantie haben. Diese Ebene ist bei Großkonzernen immer die erste, die fliegt, weil sie den geringsten Kündigungsschutz genießt. Bei der Passage sind betriebsbedingte Kündigung de facto unmöglich. Und wenn Sie ehrlich sind, wissen Sie das auch.

Berufsunfähigkeit? Kann jeden Experten treffen. Piloten genauso wie Ärzte, Manager oder Künstler. Das Argument zieht m.E. gar nicht.

Und wirtschaftlich denken, nur weil ich ein paar Tonnen Kerosin weniger tanke? Das ist ein nice try, aber da liegt die Messlatte für eine Führungskraft schon höher...!

Meine zusammenfasende Meinung: ich können den Piloten ja ihre hohen Jahresgehälter; gar kein Problem. Aber sie sollen bitte aufhören zu jammern. Und sich nicht immer als Opfer inszenieren. Jeder Pilot weiß: einen Vertrag bei der DLH zu haben, ist immer noch der Jackpot. Und jeder CPT könnte problemlos einen FB von seinem Gehalt mitfinanzieren, ohne dass er es wirklich in seiner Lebenshaltung merken würde. Das ist der wahre Kern des Problems der Personalkosten bei den meisten europäischen Airlines.

Beitrag vom 13.03.2026 - 09:06 Uhr
... Die VC arbeitet letztlich energisch an der Abwicklung der eigenen Arbeitsplätze.

Können oder wollen Sie nicht verstehen? Genau davon gehen die Piloten aus und wollen sich vorher nochmal die Taschen füllen.
Siehe @Heinzi und @Minoritem
Klingt nicht besonders schlau, dann auch noch sehr fleißig mit zu helfen.

Doch, eigentlich schon.

Wenn man, wie u.a. @Heinzi ausführlich dargelegt und begründet hat, sowieso über kurz oder mittelfristig keine Perspektiven im Unternehmen mehr sieht und den 'Versprechungen' bzgl. Flottengröße, Zukunft etc. der GL nicht mehr glaubt.

Klingt so als würde man auf die Forderungen zur Altersversorgung verzichten, wenn man eine bestimmte Flottengröße bekommen hätte. Das ist natürlich Quatsch. Dann wären die Forderungen dieselben gewesen - nur halt für noch mehr Mitarbeiter!

So also lieber noch soviel mitzunehmen wie möglich dies liegt wohl in der Natur des Menschen (und kann ich persönlich absolut nachvollziehen).

Gut, dass Sie das nachvollziehen können. Genau so machen es gerade die Mineralölkonzerne. So viel wie möglich mitnehmen! Liegt in der Natur des Menschen!


Stellenmarkt

Schlagzeilen

aero.uk

schiene.de

Meistgelesene Artikel

Community

Thema: Pilotenausbildung

FLUGREVUE 09/2026

Shop

Es gibt neue
Nachrichten bei aero.de

Startseite neu laden