Betroffen sind zwischen 00.01 und 22.00 Uhr hunderte Abflüge der Kerngesellschaft Lufthansa und der Regionaltochter Lufthansa CityLine an den Drehkreuzen München und Frankfurt sowie an zahlreichen anderen deutschen Flughäfen.
Weil in der Folge die Maschinen an ausländischen Zielen fehlen, dürften auch zahlreiche Rückflüge von Osterurlaubern zunächst ausfallen.
Das Unternehmen will dem Streik mit zahlreichen Maßnahmen entgegenwirken. Der Konzern kündigte zusätzliche Flüge seiner nicht bestreikten Airlines an. So müssen sich Kunden von Eurowings, Discover, Swiss, Austrian, Brussels, Edelweiss und Ita keine Sorgen machen. Auf einigen Strecken sollen zudem größere Flugzeuge eingesetzt werden.
Ein Sonderflugplan ist bereits veröffentlicht. Demnach zeichnen sich hunderte Flugausfälle ab. Am Drehkreuz Frankfurt wurden von knapp 350 geplanten Lufthansa-Abflügen 75 Prozent gestrichen, wie der Plan des Flughafens zeigt. An größeren Flughäfen wie Hamburg oder Berlin wurden ebenfalls dutzende Flüge abgesagt.
Den Passagieren rät Lufthansa, sich umfassend über ihren Flug zu informieren. Die Tickets können umgebucht oder erstattet werden. Weiterhin stehen den Fluggästen bei Verspätungen von über drei Stunden Entschädigungen zu. Auch muss die Airline für alternativen Transport, Verpflegung und Unterkunft sorgen.
Urabstimmung mit eindeutigem Ergebnis
Der Streikaufruf treffe die Gäste im Rückreiseverkehr nach Ostern besonders hart, kritisierte Personal-Vorstand Michael Niggemann. Zudem sollten mit Lufthansa und Lufthansa Cityline gleich zwei Flugbetriebe gleichzeitig bestreikt werden. "Diese Eskalation ist verantwortungslos." Niggemann hielt der Ufo vor, bislang nicht ernsthaft verhandelt zu haben. "Stattdessen hat Ufo nun schnell eskaliert."
Dem Streik ist zunächst ein Warnstreik und dann eine Urabstimmung vorausgegangen, die hohe Zustimmung der Beschäftigten zu einem Arbeitskampf ergeben hat. In dem Konflikt geht es um die Tarifverhandlungen zum Manteltarif bei Lufthansa und nach Ufo-Angaben um die fehlende Bereitschaft des Unternehmens, bei der CityLine über einen Sozialtarifvertrag zu verhandeln. Daran hingen rund 800 Existenzen.
Ungünstiger Zeitpunkt
"Den CityLine-Beschäftigten brennt der Kittel", sagt ein Insider mit Blick auf Übernahmeangebote, die aus Gewerkschaftssicht nicht ausreichen. Der Flugbetrieb der Regionaltochter soll nach Aussagen des Managements im kommenden Jahr beendet werden. An ihre Stelle tritt eine neue Gesellschaft mit dem ähnlichen Namen Lufthansa City Airlines.
Der Arbeitskampf der sonst meist friedlichen Stewardessen und Stewards trifft die Lufthansa zu einem ungünstigen Zeitpunkt, an dem der 100. Jahrestag des Erstflugs groß gefeiert werden soll. Der Iran-Krieg bringt hohe Kerosinpreise mit sich, die manche Flüge im Programm nicht mehr rentabel erscheinen lassen.
Gleichzeitig nimmt Lufthansa gerade eine Sonderkonjunktur in Richtung Asien mit, weil die Konkurrenz-Airlines vom Persischen Golf wegen der Kampfhandlungen ausfallen. Eigentlich, so die Meinung in Konzernkreisen, sollten im Unternehmen gerade alle besonders fest zusammenstehen.
Der nächste Streik kommt bestimmt
Auch mit den Piloten ist Lufthansa noch weit von einer Einigung entfernt. Neben den bereits bestreikten Airlines Lufthansa und Cityline haben dort auch die Crews der Tochter Eurowings für einen Arbeitskampf gestimmt.
Die Vereinigung Cockpit kämpft offiziell um höhere Betriebsrenten, hat aber mit der eigens gegründeten Konzerntarifkommission auch den seit Jahren schwelenden Hauptkonflikt im Blick. Hier geht es um die Verteilung von Flugzeugen, Jobs und Karrierechancen auf die verschiedenen Flugbetriebe.
Da ist auf der einen Seite die teure und etablierte Lufthansa, die im vergangenen Jahr nur ganz knapp überhaupt einen Gewinn eingeflogen hat. Auf der anderen Seite stehen junge Betriebe wie der Touristikflieger Discover und die neue Regionaltochter Lufthansa City Airlines mit bislang günstigeren Tarifbedingungen.
Der Kostenvorteil soll bis zu 40 Prozent betragen. In beiden Betrieben bietet sich Verdi als Tarifpartner an - die einzige Gewerkschaft, die 2026 bei Lufthansa bislang nicht gestreikt hat.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Lufthansa | 09.04.2026 11:13







Kommentare (15) Zur Startseite
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Es sind nur die fliegenden Berufsgruppen, die halt das Heft in der Hand haben. Am Boden herrscht den Piloten (und etwas weniger stark den Crews) inzwischen nur noch Abneigung gegenüber. Die Streiks haben nichts mit Rechtmäßigkeit zu tun, und eine kleine Gruppe Lufthanseaten nutzt ihre Macht aus um den Rest zu quengeln. Und da gehören dann eben alle dazu - der Streik trifft uns am Check In, in dem Hangars und im Büro härter als die Chefetage. Absoluter Wahnsinn.
Das kann ich mir so nicht vorstellen und die Pauschalisierung ist nie richtig. Ich kenne es nicht bei LH, aber an meinem Arbeitsplatz weiß man zu schätzen, dass die Technik die Flugzeuge auf Topniveau wartet und dass dies die eigene Lebensversicherung ist. Man weiß, dass es ohne einen Tankerfahrer nicht funktioniert, ohne ein gutes Office mit vernünftigen Loadern... Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass dies bei LH so pauschal anders sein soll, denn wenn auch nur ein einziges Glied in dieser Kette nicht funktioniert reisst die Kette und das Flugzeug steht am Boden.
Macht er das? Vielleicht wenn Sie das in Ihrem Kosmos so sehen wollen. Involvement sagt etwas anderes, wenn Sie Zeit haben fragen Sie mal die Kollegen am Boden, was die vom Fliegenden halten. Besonders heute.
Da gibt es nur ein Problem: den Fliegenden sind die Kollegen am Boden ebenso egal wie die Kunden. Vor allem letztere vergrault man gerne.