FRANKFURT - Mitten in einen Flugbegleiterstreik bei Lufthansa und Lufthansa Cityline platzt am Freitag die Nachricht von der Ersttarifierung von Lufthansa City Airlines. Lufthansa tarifiert den neuen Zu- und Abbringer mit Verdi - für Cockpit und Kabine im Paket. aero.de liegen die vereinbarten Gehaltstabellen vor.
Lufthansa steuert Wachstum gezielt in die jungen und kostengünstigen AOCs von City Airlines und Discover Airlines.
Mit beiden Lufthansa-Flugbetrieben hat Verdi die Tarifverträge geschlossen - und verspricht Piloten und Flugbegleitern in Diensten von City Airlines jetzt "deutlich mehr Gehalt".
Konkret heißt das:
Ein Erster Offizier im Einstiegstarif ("Stufe 1") wird bei City Airlines bei 65 Blockstunden mit 5.190,60 Euro Grundgehalt entlohnt. Eine Flugzulage von 12,9 Prozent steigert die "Monatsfixvergütung" auf 5.860,19 Euro. Optionale Gehaltsbestandteile - in Gestalt einer bAV-Zulage und einer "Verdi-Vorteilsregelung" - peppen das Monatsbrutto auf 6.295,52 EUR auf.
Das geht aus den Tariftabellen für City Airlines hervor, die aero.de vorliegen.
Ein Kapitän verdient im ersten Dienstjahr bei ebenfalls 65 Blockstunden 8.825,08 Euro Grundgehalt und 1.138,43 Euro Flugzulage - und kann mit optionalen Gehaltsbestandteilen mit 10.703,67 Euro pro Monat rechnen. Die Kapitänstabelle endet in höchster Seniorität nach 23 Dienstjahren bei 17.915,30 Euro Monatsgehalt.
Für Kabinenmitarbeiter schreibt die Tabelle das Einstieggehalt mit 65 Blockstunden inklusive Zulagen und optionalen Gehaltsbestandteilen mit 2.731,38 Euro brutto pro Monat fest.
Die Gehaltspakete werden durch Boni ergänzt - je nach Erfolg der Firma können Beschäftigte im Flugbetrieb durch den sogenannten "City Bonus" bis zu zwei monatliche Grundvergütungen plus Schichtzulage extra erhalten.
City Airlines stellt Ersten Offizieren in Dienstjahr 1 - mit einer Bonuszahlung in Höhe eines Monatsgehalts - unter dem Strich 85.218,00 Euro Jahresgehalt in Aussicht, Kapitänen in gleicher Stufe 144.888,00 Euro.
Gehaltssteigerungen 2027 und 2028Gegenüber den bisherigen Arbeitsverträgen steigen die Gehälter der Kabine laut City Airlines effektiv zwischen 109 und 163 Euro pro Monat. Im Cockpit zieht das Grundgehalt um 5,5 Prozent an - jedoch maximal um 4.500,00 Euro pro Jahr für Erste Offiziere und 7.500,00 Euro pro Jahr für Kapitäne.
"Zum 01.07.2027 erhöhen sich die Gehälter in Kabine und Cockpit um 2,0 Prozent, zum 01.07.2028 um 3,0 Prozent", teilte City Airlines in einem internen Memo mit.
© aero.de | Abb.: Lufthansa | 10.04.2026 16:11
Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie sich bei aero.de
registrieren oder
einloggen.
Beitrag vom 12.04.2026 - 19:04 Uhr
Der größte Vorteil des Abschlusses ist für LH doch, dass Cockpit und Kabine im Paket abgeschlossen wurden. Das vermindert sehr teure Komplexität erheblich. Die Verselbständigung der Spartengewerkschaften lieferte schließlich einen großen Beitrag zur heutigen Situation zwischen AG und AN.
Ob es ein Vorteil ist, wird sich erst dann zeigen wenn der jetzt geschlossene Tarifvertrag ausläuft. Erst dann wird sich zeigen wie Verdi verhandelt, jetzt ging nur darum UFO und VC rauszukicken. Das wollte LH so und hat perfekt in die Hände von Verdi gespielt.
Aber auch dann wird für Cockpit und Kabine gemeinsam verhandelt. Das ist schon ein größerer Vorteil, als einige Prozentpunkte mehr oder weniger.>
Wie top_pax schon schrieb, ist dieser Abschluss ein gewolltes Geschenk seitens LH. Man sollte allerdings erst einmal den ganzen Vertrag mit allen Bedingungen kennen, um diesen zu bewerten. 65h bei 2700€ hören sich für mich mal nicht so weit von LH Classic weg an, die ja sooo viel zu teuer sind.
Auch werden die beiden Berufsgruppen bald merken, dass sie in Verhandlungen nicht so gut zusammen passen und jede Gruppe besser für sich verhandelt. Die einen werden einen Streik über ein paar Tage oder länger aussitzen können, die anderen nicht. Die einen werden lange beim Unternehmen bleiben wollen, die anderen planen das nur für wenige Jahre. Und, und, und. Daraus ergeben sich verschiedene Erwartungen für Abschlüsse in den Gruppen. Cockpit ist da sehr homogen, Kabine eher sehr wenig. Und man wird merken, dass eine Allround Gewerkschaft mit dieser speziellen Berufsgruppe etwas anderes vertritt, als mit Ihrer Normaloklientel. Daher würde ich den Abschluss mal nicht überbewerten.
Beitrag vom 12.04.2026 - 13:14 Uhr
Der größte Vorteil des Abschlusses ist für LH doch, dass Cockpit und Kabine im Paket abgeschlossen wurden. Das vermindert sehr teure Komplexität erheblich. Die Verselbständigung der Spartengewerkschaften lieferte schließlich einen großen Beitrag zur heutigen Situation zwischen AG und AN.
Ob es ein Vorteil ist, wird sich erst dann zeigen wenn der jetzt geschlossene Tarifvertrag ausläuft. Erst dann wird sich zeigen wie Verdi verhandelt, jetzt ging nur darum UFO und VC rauszukicken. Das wollte LH so und hat perfekt in die Hände von Verdi gespielt.
Aber auch dann wird für Cockpit und Kabine gemeinsam verhandelt. Das ist schon ein größerer Vorteil, als einige Prozentpunkte mehr oder weniger.
Beitrag vom 12.04.2026 - 12:33 Uhr
Das sehe ich jetzt bei City Airlines nicht so.
Der größte Vorteil des Abschlusses ist für LH doch, dass Cockpit und Kabine im Paket abgeschlossen wurden. Das vermindert sehr teure Komplexität erheblich. Die Verselbständigung der Spartengewerkschaften lieferte schließlich einen großen Beitrag zur heutigen Situation zwischen AG und AN.
Ob es ein Vorteil ist, wird sich erst dann zeigen wenn der jetzt geschlossene Tarifvertrag ausläuft. Erst dann wird sich zeigen wie Verdi verhandelt, jetzt ging nur darum UFO und VC rauszukicken. Das wollte LH so und hat perfekt in die Hände von Verdi gespielt.
Kommentare (43) Zur Startseite
Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie sich bei aero.de registrieren oder einloggen.
Ob es ein Vorteil ist, wird sich erst dann zeigen wenn der jetzt geschlossene Tarifvertrag ausläuft. Erst dann wird sich zeigen wie Verdi verhandelt, jetzt ging nur darum UFO und VC rauszukicken. Das wollte LH so und hat perfekt in die Hände von Verdi gespielt.
Aber auch dann wird für Cockpit und Kabine gemeinsam verhandelt. Das ist schon ein größerer Vorteil, als einige Prozentpunkte mehr oder weniger.>
Wie top_pax schon schrieb, ist dieser Abschluss ein gewolltes Geschenk seitens LH. Man sollte allerdings erst einmal den ganzen Vertrag mit allen Bedingungen kennen, um diesen zu bewerten. 65h bei 2700€ hören sich für mich mal nicht so weit von LH Classic weg an, die ja sooo viel zu teuer sind.
Auch werden die beiden Berufsgruppen bald merken, dass sie in Verhandlungen nicht so gut zusammen passen und jede Gruppe besser für sich verhandelt. Die einen werden einen Streik über ein paar Tage oder länger aussitzen können, die anderen nicht. Die einen werden lange beim Unternehmen bleiben wollen, die anderen planen das nur für wenige Jahre. Und, und, und. Daraus ergeben sich verschiedene Erwartungen für Abschlüsse in den Gruppen. Cockpit ist da sehr homogen, Kabine eher sehr wenig. Und man wird merken, dass eine Allround Gewerkschaft mit dieser speziellen Berufsgruppe etwas anderes vertritt, als mit Ihrer Normaloklientel. Daher würde ich den Abschluss mal nicht überbewerten.
Ob es ein Vorteil ist, wird sich erst dann zeigen wenn der jetzt geschlossene Tarifvertrag ausläuft. Erst dann wird sich zeigen wie Verdi verhandelt, jetzt ging nur darum UFO und VC rauszukicken. Das wollte LH so und hat perfekt in die Hände von Verdi gespielt.
Aber auch dann wird für Cockpit und Kabine gemeinsam verhandelt. Das ist schon ein größerer Vorteil, als einige Prozentpunkte mehr oder weniger.
Das sehe ich jetzt bei City Airlines nicht so.
Der größte Vorteil des Abschlusses ist für LH doch, dass Cockpit und Kabine im Paket abgeschlossen wurden. Das vermindert sehr teure Komplexität erheblich. Die Verselbständigung der Spartengewerkschaften lieferte schließlich einen großen Beitrag zur heutigen Situation zwischen AG und AN.
Ob es ein Vorteil ist, wird sich erst dann zeigen wenn der jetzt geschlossene Tarifvertrag ausläuft. Erst dann wird sich zeigen wie Verdi verhandelt, jetzt ging nur darum UFO und VC rauszukicken. Das wollte LH so und hat perfekt in die Hände von Verdi gespielt.