Kürzungen im Flugplan
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Air India zieht die Reißleine

Air India Boeing 787 Dreamliner
Air India Boeing 787 Dreamliner, © Ingo Lang

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DELHI - Hohe Kerosinpreise und Luftraumsperren zwingen Air India zu umfangreichen Streichungen und Frequenzkürzungen im internationalen Netz. Die gesamte indische Airline-Branche fordert staatliche Entlastung. Auf diesen Strecken nimmt Air India jetzt Flüge mangels "kommerzieller Tragfähigkeit" heraus. 

Die gestiegenen Kerosinpreise zwingen Air India, Indiens zweitgrößte Airline, dazu, einige transatlantische Routen zu streichen. Für den Zeitraum von Juni bis August werden mehrere internationale Routen vorübergehend vollständig eingestellt, zahlreiche weitere deutlich ausgedünnt.

Besonders drastisch fallen die Einschnitte auf dem nordamerikanischen Markt aus. Die Verbindungen zwischen Delhi und Chicago O'Hare sowie zwischen Delhi und Newark werden für drei Monate komplett eingestellt.

Auch der Flug zwischen Mumbai und New York JFK entfällt. Daneben werden die Frequenzen auf den Strecken Delhi–San Francisco, Delhi–Toronto und Delhi–Vancouver spürbar reduziert.

Air India begründet die Maßnahmen mit der fehlenden "kommerziellen Tragfähigkeit" einzelner Strecken wegen des Iran-Krieges. Ausschlaggebend seien neben den Treibstoffpreisen auch Luftraumsperren.

Man arbeite eng mit Behörden und Branchenpartnern zusammen, um die volle Kapazität so bald wie möglich wiederherzustellen. Eine weitere Anpassung sei jedoch nicht ausgeschlossen, sollten die außergewöhnlichen Betriebsbedingungen andauern.

Auch andere indische Carrier betroffen

Seit April stehen die Betreiber unter Druck. Der indische Airline-Verband "Federation of Indian Airlines" (FIA) wandte sich schriftlich an das indische Zivilluftfahrtministerium. Durch den Iran-Krieg sei der Kerosinanteil an den Betriebskosten von zuvor 30 bis 40 Prozent auf 55 bis 60 Prozent explodiert, was einem Preisanstieg von rund 295 Prozent seit Kriegsbeginn entspreche.

Rentabler Flugbetrieb sei für viele Gesellschaften schlicht nicht mehr möglich. Im April hätten die Airlines bereits signifikante monatliche Verluste verbucht.

Erschwerend kommt hinzu, dass der schwache Wechselkurs der Rupie die ohnehin schon schwierige Lage weiter verschärft und dass indische Inlandsflüge mit einer Mehrwertsteuer auf Kerosin von elf Prozent, in manchen Bundesstaaten sogar bis zu 20 Prozent, gegenüber dem internationalen Wettbewerb strukturell benachteiligt sind.

Der Verband fordert unter anderem eine vorübergehende Aussetzung dieser Abgaben sowie eine staatlich vorgeschriebene Erhöhung der Kerosinproduktion in heimischen Raffinerien. Was Air India mit Streckenkürzungen noch abzufedern versucht, droht kleineren und finanziell schwächeren Marktteilnehmern zum Existenzproblem zu werden.

Kerosinpreise belasten weltweit Airlines

In den USA haben die Treibstoffpreise eine Fluggesellschaft sogar zur Einstellung des Betriebs gezwungen. Die US-Billigfluggesellschaft Spirit konnte sich nach zwei Insolvenzverfahren binnen eines Jahres nicht retten. Den letzten Ausschlag gab nach Unternehmensangaben der "plötzliche und anhaltende Anstieg der Treibstoffpreise", der einen zusätzlichen Liquiditätsbedarf von mehreren Hundert Millionen Dollar erzeugt hätte.
© Flug Revue, Mirjam Alama | Abb.: Airbus | 16.05.2026 06:12


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