New-Glenn-Explosion
08:25 Uhr

Wiederaufbau der Startrampe zieht sich bis 2028

Jared Isaacman überfliegt zerstörte Startrampe
Jared Isaacman an zerstörter Startrampe, © NASA

Verwandte Themen

CAPE CANAVERAL - Zum vierten Mal sollte die leistungsstarke Schwerlastrakete "New Glenn" von Amazon-Gründer Bezos starten. Doch bei einem Test vorab kam es zu einer massiven Explosion - die Startrampe ist zerstört. Die NASA rechnet mit längeren Reparaturarbeiten in Cape Canaveral.

Die leistungsstarke Schwerlastrakete "New Glenn" des Raumfahrtunternehmens Blue Origin von Amazon-Gründer Jeff Bezos ist vergangene Woche vor einem geplanten Start explodiert.

Bei einem Routinetest der unbemannten Rakete auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida war auf einem Livestream eine große Explosion samt riesigem Feuerball zu sehen.

Blue Origin sprach zunächst lediglich von einer "Unregelmäßigkeit". Personen kamen nicht zu Schaden - die Instandsetzung der Startrampe werde vermutlich aber bis 2028 dauern, sagte NASA-Direktor Jared Isaacman jetzt dem Sender "CNBC".

Bezos schrieb auf X, die Untersuchungen zur Ursache des Unglücks liefen bereits. "Sehr harter Tag, aber wir werden wieder aufbauen, was auch immer wieder aufgebaut werden muss, und wir werden wieder fliegen. Es lohnt sich", schrieb er.

Bei Test sollten Triebwerke zünden, aber Rakete nicht starten

Bei dem Test vor dem geplanten vierten Start der "New Glenn" sollten die Triebwerke gezündet werden, die Rakete aber am Boden bleiben. Der Start war Medienberichten zufolge ursprünglich frühestens in der kommenden Woche geplant gewesen. Die Rakete sollte 48 Satelliten für das Satelliten-Internetsystem von Amazon ins All bringen.

New Glenn explodiert auf der Startrampe, © XSL
 
Nach der Explosion könnten in den kommenden Tagen und Wochen möglicherweise Trümmer an Stränden angespült werden, teilte Blue Origin mit. Wer so etwas sehe, solle sich aus Sicherheitsgründen davon fernhalten und es nicht berühren, sondern die Firma informieren, hieß es.

Der Weltraumbahnhof Cape Canaveral liegt direkt am Atlantischen Ozean. Auf den Flugverkehr habe die Explosion keine Auswirkungen gehabt, teilte die US-Flugaufsichtsbehörde FAA mit. Blue Origin will SpaceX Konkurrenz machen

Mit der "New Glenn" will Blue Origin dem Unternehmen SpaceX von Tech-Milliardär Elon Musk Konkurrenz machen, das aktuell die kommerzielle Raumfahrt dominiert. 

Die US-Raumfahrtbehörde NASA werde eine Untersuchung des Vorfalls unterstützen und dann über mögliche Auswirkungen auf eigene Programme informieren, schrieb Jared Isaacman bei X. Die NASA arbeitet bei ihrem Mond-Programm mit Blue Origin zusammen.

Die "New Glenn"-Rakete - benannt nach John Glenn (1921-2016), dem ersten Amerikaner, der die Erde in einem Raumschiff umkreiste - hatte es beim Erstflug im Januar 2025 direkt ins All geschafft. Beim zweiten Flug rund zehn Monate später hatte die Rakete zwei Mars-Orbiter der US-Raumfahrtbehörde NASA ins All gebracht. Auch der dritte Start im April hatte geklappt, allerdings war danach ein Satellit in eine falsche Umlaufbahn abgesetzt worden.
© aero.de | Abb.: NASA | 02.06.2026 08:25


Kommentare (0) Zur Startseite

Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie sich bei aero.de registrieren oder einloggen.

Stellenmarkt

Schlagzeilen

aero.uk

aero.ukWe spread our wings to the UK. Visit aero.uk for British aviation news from our editors.

schiene.de

Meistgelesene Artikel

Community

Thema: Pilotenausbildung

FLUGREVUE 05/2026

Shop

Es gibt neue
Nachrichten bei aero.de

Startseite neu laden