Karl-Ludwig Kley
Älter als 7 Tage
"Lufthansa ist die Königin der Betriebsvereinbarungen"
FRANKFURT - Finanzvorstand, Aufsichtsratschef: Karl-Ludwig Kley kennt Lufthansa von innen. Kurz vor Mandatsabgabe ging Kley die Fluggewerkschaften Vereinigung Cockpit und Ufo hart an. Kley sieht weiter Reformbedarf im Lufthansa-Tarifdickicht und deutschen Arbeitsrecht - und räumt in einem "FAZ"-Interview eigene Versäumnisse ein.
Fünf Streiktage des Flugpersonals in Folge und Kundgebungen überschatteten im Frühjahr 2026 die 100-Jahr-Feier bei Lufthansa.
Für Karl-Ludwig Kley hatten die Vereinigung Cockpit und Ufo den Bogen damit eindeutig überspannt:
"Selbstbezogenheit ersetzt Sozialpartnerschaft", zürnte der Aufsichtsratschef.
Kley, von 1998 bis 2006 Lufthansa-Finanzvorstand, kehrte 2013 als Aufsichtsrat in den Konzern zurück und stand seit 2017 an dessen Spitze. Vergangenen Monat übergab der 75 Jahre alte Manager das Amt Johannes Teyssen.
Nach vier Jahrzehnten Innenansicht auf Lufthansa sieht Kley in den Tarif- und Arbeitsbeziehungen Luft nach oben und im gesamten deutschen Arbeitsrecht weiter dringenden Reformbedarf.
"Die Lufthansa ist wahrscheinlich neben der Deutschen Bahn die Königin der Tarif- und Betriebsvereinbarungen", sagte Kley jetzt der
"FAZ" in einem Interview. "Wir haben unendlich viele Regeln, durch die niemand mehr durchblickt und die sich zum Teil auch widersprechen."
Vereinbarungen aus den 60er und 70er JahrenAusgedruckt würden alle Betriebsvereinbarungen allein der Deutschen Lufthansa AG laut Kley "mehr als 6.000 Seiten" ergeben. Schierer Umfang, Struktur und Nachwirkungen der Regelungen lähmen laut Kley ein Vorankommen. "Wir haben (...) Vereinbarungen, die stammen noch aus den Sechziger- oder Siebzigerjahren."
Kley sieht in seiner Amtszeit eigene Versäumnisse. "Ich hätte versuchen sollen, durch frühzeitige Gespräche die Verhärtung der Situation zu verhindern", sagte Kley der "FAZ", wies aber auch auf Reformbedarf über Lufthansa hinaus hin: "Das Arbeitsrecht in Deutschland bedarf insgesamt einer Novellierung."
© aero.de | Abb.: Lufthansa | 30.06.2026 06:25
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Beitrag vom 02.07.2026 - 10:38 Uhr
Betriebsvereinbarungen an sich und weotere im speziellen sind nicht zuletzt deswegen nötig geworden, weil es immer wieder abenteuerlichste Interpretationen von Verträgen, Betriebsvereinbarungen und geseetzlichen Regelungen gegeben hat. In Verhandlungen hatte man einen Konsens, hat die Ergebnisse festgeschriebwn und anschließend wurde von einer Seite zu den eigenen Gunsten interpretiert. Heute braucht man nach Vereinbarungen Wochen, um dies rechtssicher zu Papier zu bringen. Heute braucht es zudem über Monate geschlossene Räume um alleine festzulegen, worüber ind in welchem Format verhandelt werden kann.
Das ist genau der Punkt. Die Belegschaft hat ihre Erfahrungen gemacht, also wird alles festgezurrt.
Das liegt aber nicht an den Erfahrungen, das ist in Konzernen betriebliche Übung. Alle Themen die mitbestimmungspflichtig sind werden verhandelt und die Ergebnisse in einer BV dokumentiert. Auch wenn man sich lieb hat. In der Liste aus den Konzernen mit der höchste Anzahl an BV ist LH noch nichteinmal unter den Top 10. Da scheint es, nach der gängigen Logik, ja drunter und drüber zu gehen.
Und es ist nicht so, dass sich was ändern würde. Sieht man jetzt wieder bei Fox. auf warme Worte des Miteinander verlässt sich niemand, also muss es in Betriebsvereinbarung. Da ist schlussendlich auch ein Herr Kley nicht unschuldig dran. Das ist die Lufthansa, die er mit gestaltet hat.
Gleich wieder die Schuldfrage und wem man den schwarzen Peter zuschieben kann. Alle die mitgespielt haben, haben ihren Anteil an der jetzigen Situation. Alle.
Würde ich mitgehen. Hab auch schon in Firmen gearbeitet, die ein sehr hohe Anzahl an BVs verhandelt hatten, bei denen das aber vergleichsweise geräuschlos ablief.
Kommt denke tatsächlich mehr auf das Mindset der Beteiligten Tarifpartner bzw der handelnden Personen an, ob eine BV schlicht regelt was zu regeln ist, oder ob sie als Grund für negative Pressemitteilungen über den Tarifpartner, Klagen und gegenseitige Vorwürfe herhalten muss.
Es gibt auch Firmen mit extrem wenigen BVs, in den trotzdem ständig tariflich die Fetzen fliegen.
TL;DR: Falsche Metrik.
Dieser Beitrag wurde am 02.07.2026 10:39 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 01.07.2026 - 23:34 Uhr
Betriebsvereinbarungen an sich und weotere im speziellen sind nicht zuletzt deswegen nötig geworden, weil es immer wieder abenteuerlichste Interpretationen von Verträgen, Betriebsvereinbarungen und geseetzlichen Regelungen gegeben hat. In Verhandlungen hatte man einen Konsens, hat die Ergebnisse festgeschriebwn und anschließend wurde von einer Seite zu den eigenen Gunsten interpretiert. Heute braucht man nach Vereinbarungen Wochen, um dies rechtssicher zu Papier zu bringen. Heute braucht es zudem über Monate geschlossene Räume um alleine festzulegen, worüber ind in welchem Format verhandelt werden kann.
Das ist genau der Punkt. Die Belegschaft hat ihre Erfahrungen gemacht, also wird alles festgezurrt.
Das liegt aber nicht an den Erfahrungen, das ist in Konzernen betriebliche Übung. Alle Themen die mitbestimmungspflichtig sind werden verhandelt und die Ergebnisse in einer BV dokumentiert. Auch wenn man sich lieb hat. In der Liste aus den Konzernen mit der höchste Anzahl an BV ist LH noch nichteinmal unter den Top 10. Da scheint es, nach der gängigen Logik, ja drunter und drüber zu gehen.
Und es ist nicht so, dass sich was ändern würde. Sieht man jetzt wieder bei Fox. auf warme Worte des Miteinander verlässt sich niemand, also muss es in Betriebsvereinbarung. Da ist schlussendlich auch ein Herr Kley nicht unschuldig dran. Das ist die Lufthansa, die er mit gestaltet hat.
Gleich wieder die Schuldfrage und wem man den schwarzen Peter zuschieben kann. Alle die mitgespielt haben, haben ihren Anteil an der jetzigen Situation. Alle.
Beitrag vom 01.07.2026 - 09:03 Uhr
Betriebsvereinbarungen an sich und weotere im speziellen sind nicht zuletzt deswegen nötig geworden, weil es immer wieder abenteuerlichste Interpretationen von Verträgen, Betriebsvereinbarungen und geseetzlichen Regelungen gegeben hat. In Verhandlungen hatte man einen Konsens, hat die Ergebnisse festgeschriebwn und anschließend wurde von einer Seite zu den eigenen Gunsten interpretiert. Heute braucht man nach Vereinbarungen Wochen, um dies rechtssicher zu Papier zu bringen. Heute braucht es zudem über Monate geschlossene Räume um alleine festzulegen, worüber ind in welchem Format verhandelt werden kann.
Das ist genau der Punkt. Die Belegschaft hat ihre Erfahrungen gemacht, also wird alles festgezurrt. Und es ist nicht so, dass sich was ändern würde. Sieht man jetzt wieder bei Fox. auf warme Worte des Miteinander verlässt sich niemand, also muss es in Betriebsvereinbarung. Da ist schlussendlich auch ein Herr Kley nicht unschuldig dran. Das ist die Lufthansa, die er mit gestaltet hat.
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Das ist genau der Punkt. Die Belegschaft hat ihre Erfahrungen gemacht, also wird alles festgezurrt.
Das liegt aber nicht an den Erfahrungen, das ist in Konzernen betriebliche Übung. Alle Themen die mitbestimmungspflichtig sind werden verhandelt und die Ergebnisse in einer BV dokumentiert. Auch wenn man sich lieb hat. In der Liste aus den Konzernen mit der höchste Anzahl an BV ist LH noch nichteinmal unter den Top 10. Da scheint es, nach der gängigen Logik, ja drunter und drüber zu gehen.
Und es ist nicht so, dass sich was ändern würde. Sieht man jetzt wieder bei Fox. auf warme Worte des Miteinander verlässt sich niemand, also muss es in Betriebsvereinbarung. Da ist schlussendlich auch ein Herr Kley nicht unschuldig dran. Das ist die Lufthansa, die er mit gestaltet hat.
Gleich wieder die Schuldfrage und wem man den schwarzen Peter zuschieben kann. Alle die mitgespielt haben, haben ihren Anteil an der jetzigen Situation. Alle.
Würde ich mitgehen. Hab auch schon in Firmen gearbeitet, die ein sehr hohe Anzahl an BVs verhandelt hatten, bei denen das aber vergleichsweise geräuschlos ablief.
Kommt denke tatsächlich mehr auf das Mindset der Beteiligten Tarifpartner bzw der handelnden Personen an, ob eine BV schlicht regelt was zu regeln ist, oder ob sie als Grund für negative Pressemitteilungen über den Tarifpartner, Klagen und gegenseitige Vorwürfe herhalten muss.
Es gibt auch Firmen mit extrem wenigen BVs, in den trotzdem ständig tariflich die Fetzen fliegen.
TL;DR: Falsche Metrik.
Dieser Beitrag wurde am 02.07.2026 10:39 Uhr bearbeitet.
Das ist genau der Punkt. Die Belegschaft hat ihre Erfahrungen gemacht, also wird alles festgezurrt.
Das liegt aber nicht an den Erfahrungen, das ist in Konzernen betriebliche Übung. Alle Themen die mitbestimmungspflichtig sind werden verhandelt und die Ergebnisse in einer BV dokumentiert. Auch wenn man sich lieb hat. In der Liste aus den Konzernen mit der höchste Anzahl an BV ist LH noch nichteinmal unter den Top 10. Da scheint es, nach der gängigen Logik, ja drunter und drüber zu gehen.
Und es ist nicht so, dass sich was ändern würde. Sieht man jetzt wieder bei Fox. auf warme Worte des Miteinander verlässt sich niemand, also muss es in Betriebsvereinbarung. Da ist schlussendlich auch ein Herr Kley nicht unschuldig dran. Das ist die Lufthansa, die er mit gestaltet hat.
Gleich wieder die Schuldfrage und wem man den schwarzen Peter zuschieben kann. Alle die mitgespielt haben, haben ihren Anteil an der jetzigen Situation. Alle.
Das ist genau der Punkt. Die Belegschaft hat ihre Erfahrungen gemacht, also wird alles festgezurrt. Und es ist nicht so, dass sich was ändern würde. Sieht man jetzt wieder bei Fox. auf warme Worte des Miteinander verlässt sich niemand, also muss es in Betriebsvereinbarung. Da ist schlussendlich auch ein Herr Kley nicht unschuldig dran. Das ist die Lufthansa, die er mit gestaltet hat.