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Fünf Streiktage des Flugpersonals in Folge und Kundgebungen überschatteten im Frühjahr 2026 die 100-Jahr-Feier bei Lufthansa.
Für Karl-Ludwig Kley hatten die Vereinigung Cockpit und Ufo den Bogen damit eindeutig überspannt: "Selbstbezogenheit ersetzt Sozialpartnerschaft", zürnte der Aufsichtsratschef.
Kley, von 1998 bis 2006 Lufthansa-Finanzvorstand, kehrte 2013 als Aufsichtsrat in den Konzern zurück und stand seit 2017 an dessen Spitze. Vergangenen Monat übergab der 75 Jahre alte Manager das Amt Johannes Teyssen.
Nach vier Jahrzehnten Innenansicht auf Lufthansa sieht Kley in den Tarif- und Arbeitsbeziehungen Luft nach oben und im gesamten deutschen Arbeitsrecht weiter dringenden Reformbedarf.
"Die Lufthansa ist wahrscheinlich neben der Deutschen Bahn die Königin der Tarif- und Betriebsvereinbarungen", sagte Kley jetzt der "FAZ" in einem Interview. "Wir haben unendlich viele Regeln, durch die niemand mehr durchblickt und die sich zum Teil auch widersprechen."
Vereinbarungen aus den 60er und 70er Jahren
Ausgedruckt würden alle Betriebsvereinbarungen allein der Deutschen Lufthansa AG laut Kley "mehr als 6.000 Seiten" ergeben. Schierer Umfang, Struktur und Nachwirkungen der Regelungen lähmen laut Kley ein Vorankommen. "Wir haben (...) Vereinbarungen, die stammen noch aus den Sechziger- oder Siebzigerjahren."
Kley sieht in seiner Amtszeit eigene Versäumnisse. "Ich hätte versuchen sollen, durch frühzeitige Gespräche die Verhärtung der Situation zu verhindern", sagte Kley der "FAZ", wies aber auch auf Reformbedarf über Lufthansa hinaus hin: "Das Arbeitsrecht in Deutschland bedarf insgesamt einer Novellierung."
© aero.de | Abb.: Lufthansa | 30.06.2026 06:25







Kommentare (2) Zur Startseite
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Tja, das hätte er wohl tun sollen!