FCAS-Aus
Älter als 7 Tage

Das ist das "Team Gen 6"

Michael Schöllhorn
Michael Schöllhorn, © Airbus

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BERLIN - Nach dem FCAS-Aus werden neue Allianzen für einen neuen Kampfjet gesucht. Einige deutsche Unternehmen unterzeichneten dafür nun ein strategisches Positionspapier - und setzen auf Hilfe aus Spanien. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) stellt schnelle politische Weichenstellungen in Aussicht.

Nach dem Aus des gemeinsamen französisch-deutschen Kampfflugzeug-Projekts FCAS stehen acht Rüstungsunternehmen für die Entwicklung eines neuen Kampfflugzeugs. Als "Team Gen 6" wollen die Rüstungssparte von Airbus, MTU, Hensoldt, MBDA, Autoflug, Diehl Defence, Liebherr, sowie Rohde und Schwarz ein neues Kampfflugzeug mitentwickeln.

"Wir dürfen keine Zeit verlieren, müssen von deutscher Seite Verantwortung übernehmen sowie Handlungsfähigkeit zeigen und den Weg zu einem luftgestützten vernetzten Waffensystem mit einem starken Führungsanspruch konsequent weiter beschreiten", heißt es in einem strategischen Positionspapier der Unternehmen, das im Rahmen der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung ILA in Berlin veröffentlicht wurde.

Ähnliche Allianz bildet sich in Spanien

In einer Pressemitteilung betonten die Unternehmen zudem ihren Willen zur multinationalen Zusammenarbeit. "Eng verzahnt mit den deutschen Partnern formiert sich auch die spanische Industrie mit den Unternehmen Indra, Airbus Defence and Space, Grupo Oesia, GMV, ITP und Sener", hieß es in der Mitteilung.

FCAS steht für "Future Combat Air System". Deutschland und Frankreich hatten das Projekt 2017 vereinbart. Die Unternehmen Dassault und Airbus konnten sich in den Verhandlungen aber nicht auf eine gemeinsame Linie verständigen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Macron verkündeten daher das Ende des milliardenschweren Kampfjet-Projekts.

Am Mittwoch betonte Merz auf der ILA, dass ein Teil von FCAS weitergeführt werde - und zwar die sogenannte "Combat Cloud", über die unterschiedlichste Waffensysteme vernetzt werden sollen. Der gemeinsame Kampfjet sollte eigentlich in Deutschland den Eurofighter und in Frankreich die Rafale-Jets ablösen.

Wie es nun im Detail weitergeht, ist noch offen. Als wahrscheinlichste Möglichkeit gilt, dass Airbus und seine sieben Kooperationspartner zusammen mit der spanischen Allianz eine Zusammenarbeit mit dem schwedischen Hersteller Saab anstreben.

Pistorius: Schnelle Entscheidung über Ersatzlösung

Nach dem Scheitern des deutsch-französischen Kampfjet-Projekts stellt Verteidigungsminister Boris Pistorius eine rasche Entscheidung über eine Ersatzlösung in Aussicht. "Es wird eine Brückenlösung geben müssen und es wird eine Lösung für danach geben müssen", sagte der SPD-Politiker am Rande eines Besuchs im militärischen NATO-Kommando im niederländischen Brunssum.

Das von Deutschland und Frankreich geplante Future Combat Air Systems (FCAS) war an Differenzen zwischen den beteiligten Unternehmen gescheitert.

"Wie das im Konkreten aussieht, werden wir jetzt in den nächsten Wochen beraten und dann sehr schnell auch entscheiden. Ich kann Ihnen noch nicht genau sagen, wann das sein wird", sagte Pistorius. Dazu brauche es Beratungen mit militärischen Ratgebern und Abgeordneten. "Und dann werden wir, denke ich, so bald wie möglich entscheiden."
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Airbus | 11.06.2026 18:46


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