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Air Baltic braucht 100 bis 150 Millionen Euro

Air Baltic Airbus A220-300 in Riga
Air Baltic Airbus A220-300 in Riga, © Air Baltic

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RIGA - Air Baltic braucht neues Geld. Jetzt sickern Zahlen durch. Nach lettischen Medienberichten rechnet der Lufthansa-Partner zur Wintersaison 2026/2027 mit einem zusätzlichen Finanzierungsbedarf von 100 bis 150 Millionen Euro. Lufthansa winkt ab, der lettische Staat hadert mit konkreten Hilfszusagen.

Die Finanzlage von Air Baltic hat sich im Iran-Krieg zugespitzt. Teures Kerosin riss ein Loch in die Kasse.

Der Lufthansa-Wetlease-Partner leidet ohnehin unter hohen Kosten, eine laufende Anleihe über 380 Millionen Euro muss Air Baltic jährlich mit enormen 56,2 Millionen Euro Zinsen bedienen.

Trotz operativer und kommerzieller Verbesserungen rechnet das Management im laufenden Jahr mit einem Barmittelabfluss, meldet die lettische Zeitung "NRA" - und nennt einen konkreten Finanzbedarf: 100 bis 150 Millionen Euro zur Wintersaison 2026/2027.

Nur woher nehmen? Air Baltic versucht aktuell, neue Geldgeber aufzutreiben. Lufthansa, die zehn Prozent an Air Baltic hält, winkte bereits ab.

Air Baltic werde ein wichtiger Wetlease-Partner für Lufthansa bleiben, "ohne dass wir dort weiter investieren wollen oder müssen", hatte Lufthansa-Chef Carsten Spohr im Mai 2026 in Frankfurt klargestellt. Lufthansa sieht Lettland, das knapp 89 Prozent der Anteile kontrolliert, bei Air Baltic am Zug.

Der Mehrheitsaktionär unterstützt zwar die Suche nach neuen Kapitalquellen und Investoren. Parallel helfen Berater bei der Strukturierung einer Kapitalmaßnahme.

Sollte es Air Baltic am Ende aber nicht gelingen, externes Kapital einzuwerben, müsste wohl Lettland Geld nachschießen. Ein Automatismus ist das nicht - in der lettischen Politik gibt es Vorbehalte gegen eine solche Rettungsmaßnahme. Zudem wären EU-Beihilfevorschriften zu beachten.

Air Baltic will an Gläubiger herantreten

Wie "NRA" unter Verweis auf den Geschäftsplan weiter schreibt, prüft Air Baltic als letzten Ausweg auch Verhandlungen mit Lieferanten, Banken und Leasinggebern über verlängerte Zahlungsfristen, um die Liquidität bis ins Jahr 2027 sicherzustellen.

Air Baltic hatte den saisontypischen Verlust im ersten Quartal 2026 unter 149,1 Millionen Euro Umsatz gegenüber dem ersten Quartal 2025 von 29,3 Millionen Euro auf 70,1 Millionen Euro ausgeweitet.
© aero.de | Abb.: Air Baltic | 29.06.2026 06:10

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Beitrag vom 01.07.2026 - 09:19 Uhr
Spohr will wohl den weiteren Einstieg nicht, weil sonst auch keiner will. I.d.R. hat er ja gern Mitbieter, denen er dann idealerweise den Mittelfinger zeigen kann. Gespannt, was bei TAP passiert.


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