Flugsicherung
Älter als 7 Tage

DFS fordert Basisfinanzierung durch den Staat

DFS Kontrollzentrum Karlsruhe
DFS Kontrollzentrum Karlsruhe, © DFS

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BERLIN - Straßen, Brücken, Schienen - die Bereitstellung von guter Infrastruktur ist teuer. Die Deutsche Bahn braucht derzeit mehr als 20 Milliarden Euro jährlich, um den Verfall des Schienennetzes zu stoppen. Auch der Investitionsbedarf etwa bei Brücken für den Autoverkehr liegt im Milliardenbereich.

Da wirken die 350 Millionen Euro, die die Deutsche Flugsicherung (DFS) jährlich vom Bund fordert, fast schon klein.

Die DFS überwacht den gesamten Luftraum über Deutschland und ist dafür zuständig, dass sowohl zivile als auch militärische Flugobjekte sicher unterwegs sind. Vom Start bis zur Landung oder während des Überflugs stehen die Lotsen der DFS mit den Piloten in Kontakt, leiten sie durch den Luftraum und übergeben sie bei Bedarf an die Kollegen der Nachbarländer. Ohne die Flugsicherung wäre der Luftverkehr nicht möglich.

Doch wer bezahlt die Flugsicherung? Und wer sollte sie bezahlen? Darüber ist in den vergangenen Monaten eine Debatte entstanden - aufgebracht von der DFS selbst.

DFS: Ein Viertel unserer Kosten auch bei minimalem Flugverkehr

"Aktuell werden wir hauptsächlich mit Gebühren finanziert, die die zivilen Nutzer des Luftraums entrichten müssen", erklärt Arndt Schoenemann, Chef der bundeseigenen, privatrechtlich organisierten DFS. Schoenemann würde das gerne ändern: Er fordert eine Basisfinanzierung durch den Staat.

"Wir haben kalkuliert, dass ungefähr ein Viertel der heutigen Kosten immer anfällt, auch wenn beispielsweise nur ein einziges Flugzeug am Tag durch den deutschen Luftraum fliegen würde", erklärt Schoenemann. Der Bund erstatte davon zwar einen kleinen Teil, etwa für militärische Einsatzflüge.

Eine Mindestzahl an Lotsen und Technikern müsse aber auch bei sehr wenig Flugverkehr immer bereitgehalten werden. Die DFS beziffert die Kosten für den Bund daher auf etwa 350 Millionen Euro pro Jahr.

Cyberangriff auf die Flugsicherung 2024

"Der Staat sollte sich hier aus unserer Sicht aufwandsgerecht beteiligen", sagte Schoenemann der dpa. Es müsse allen klar sein, dass auch die Flugsicherung zur relevanten Daseinsvorsorge gehöre. Schließlich soll die DFS ihre Aufgaben auch ausführen, wenn in einer Ausnahmesituation vor allem Militärjets über das Land fliegen würden.

Bereits jetzt seien die militärischen Anforderungen an die DFS deutlich gewachsen, sagt Schoenemann. Die Büro-Infrastruktur des Unternehmens in Langen bei Frankfurt war zudem 2024 bereits von einem Hackerangriff betroffen, für den nach Ansicht der Bundesregierung der russische Militärgeheimdienst GRU verantwortlich ist.

Airlines ebenfalls für Basisfinanzierung

Unterstützung erhält die DFS bei dem Thema vom Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft, kurz BDL, in dem zahlreiche Airlines organisiert sind. Sie hoffen mit einer Basisfinanzierung auch auf sinkende Kosten am Standort Deutschland.

"Die Flugsicherung ist ihrem Wesen nach eine klassische Staatsaufgabe", sagt BDL-Hauptgeschaftsführer Joachim Lang. Sie müsse jederzeit einsatzbereit sein - unabhängig davon, wie viele Flugzeuge tatsächlich unterwegs seien. "In Krisenzeiten zeigt sich die Schwäche des Systems besonders deutlich. Während die Nachfrage im Luftverkehr stark einbrechen kann - wie etwa während der Corona-Pandemie - bleiben die Kosten nahezu unverändert", sagt Lang.

Wie steht das Bundesverkehrsministerium zu dem Thema?

Die Flugsicherung erfülle damit eine Funktion, die weit über den reinen Betrieb hinausgeht - sie sei so "Teil der staatlichen Daseinsvorsorge und der nationalen Sicherheitsarchitektur". Der BDL wirbt daher ebenfalls dafür, eine Basisfinanzierung einzuführen. "Darüber hinausgehende variable Kosten - die für die tatsächliche Nutzung anfallen - können weiterhin nutzerfinanziert bleiben", sagt Lang.

Die DFS hat ihr Konzept bereits vor einigen Monaten unter anderem dem Bundesverkehrsministerium vorgestellt. Die Forderung dürfte es angesichts der angespannten Haushaltslage aber schwer haben, verwirklicht zu werden. Das Bundesverkehrsministerium äußerte sich auf dpa-Anfrage nicht zu der Debatte.

Folgen für die Fluggäste dürfte die Diskussion nicht haben. Selbst wenn eine Basisfinanzierung eingeführt und damit die Gebührenbelastung für die Airlines verringert würde, hätte das wohl kaum Auswirkungen auf die Ticketpreise.
© dpa | Abb.: DFS | 01.07.2026 06:42

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Beitrag vom 05.07.2026 - 22:52 Uhr
Zur AfD und der Rolle des Rundfunks hat Aiwanger vor kurzem was wirklich schlaues gesagt:

 https://www.cicero.de/innenpolitik/cicero-interview-aiwanger-parteiensystem-titelgeschichte-juli-2026

Dass sowas durchaus auch in die Hose gehen kann hat man ja bei Trump gesehen aber das was von den Altparteien inzwischen als "Gegenmaßnahmen" zur vermeintlichen Gefahr der AfD vorgeschlagen wurde wie Beweislastumkehr bei Disziplinarverfahren, Einschränkung von Auskunftspflichten usw. und sehr wahrscheinlich auch noch rechtzeitig vor der "Machtübernahme" umgesetzt werden wird ist einfach nur gruselig und zeigt ganz klar von wo bzw. von wem hier eine Gefahr für die Demokratie ausgeht.
Beitrag vom 03.07.2026 - 17:51 Uhr
Natürlich verstehe ich den Sinn solcher Talkrunden: Da soll jemand auftragsgemäss in die Zange genommen, vorgeführt und fertig gemacht werden. Ob allerdings dieser spezielle Spitzenkandidat nun wesentlich anders als die Anführer der sonstigen Parteien schwafelt oder auch nicht, war doch überhaupt nicht mein Thema; mir ging es hier lediglich um das sehr klar erkennbare "Drei gemeinsam ganz feste auf einen drauf" bezüglich der sogenannten "Neutralität" solcher Sendungen- wenn AfD`ler schonmal ausnahmsweise dabei sind.

Nur hat das ja nichts mit 'AfDlern' zu tun, das liegt am Konzept dieser Sendungen. Meistens 'erwischt' es ja andere, z.B. Jens Spahn (wegen Maskenbeschaffung), Lauterbach (wegen Coronamassmahmen), Bosbach (wegen G20 Gipfel 2017), Habeck (wegen Energiegesetze), auf die 'eingeprügelt' wurde.
Nur sehen diese sich nicht in einer Opferrolle und wittern gleich die ganz große Verschwörung des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks.


Dieser Beitrag wurde am 03.07.2026 17:51 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 03.07.2026 - 15:12 Uhr
Natürlich verstehe ich den Sinn solcher Talkrunden: Da soll jemand auftragsgemäss in die Zange genommen, vorgeführt und fertig gemacht werden. Ob allerdings dieser spezielle Spitzenkandidat nun wesentlich anders als die Anführer der sonstigen Parteien schwafelt oder auch nicht, war doch überhaupt nicht mein Thema; mir ging es hier lediglich um das sehr klar erkennbare "Drei gemeinsam ganz feste auf einen drauf" bezüglich der sogenannten "Neutralität" solcher Sendungen- wenn AfD`ler schonmal ausnahmsweise dabei sind.
Da scheint hum einen Ihre Wahrnehmung verschoben zu sein, zu anderen Ihre Interpretation von Diskussionsrunden sehr eigenwillig zu sein. Und da in solchen Sendungen Menschen mit unterschiedlichen Meinungen sitzen, kommt es eben zu Diskussionen. Das ist speziell bei Lanz so, dass immer sehr kontrovers diskutiert wird. Hingegen war das Gespräch Miosga/Habeck ein ganz anders Format, in dem auch Kanzler schon aufgetreten sind. Aber es ist ziemlich klar, warum Sie alles in einen Topf werden: Bei Ihnen besteht "Neutralität" darin, dass es keinen Widerspruch zu eigenen Meinung geben darf.
Und dass speziell AfD-ler mit ihren Meinungen oft allein dastehen, könnte ja auch an deren kruden Weltbild liegen.
Ansonsten schließe im mich @mucin fast an: suchen Sie Hilfe!


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