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Air Baltic braucht neues Geld - und nicht wenig. Der Lufthansa-Partner rechnet mit 225 Millionen Euro kurzfristigem Finanzbedarf. Die Kassenlage von Air Baltic hat sich im Iran-Krieg zugespitzt. Teures Kerosin riss ein Loch in die Kasse.
Air Baltic leidet ohnehin unter hohen Kosten, eine bis 2029 laufende Anleihe über 380 Millionen Euro muss Air Baltic jährlich mit rund 55 Millionen Euro Zinsen bedienen - an diesem Freitag ist ein Abschlag von 13,775 Millionen Euro fällig.
Gegenüber der Nachrichtenagentur LETA ließ Air Baltic zunächst offen, ob die Zinsen wie in der Vergangenheit am Zahltag tatsächlich fließen werden - denn schon am Montag tritt eine Gläubigerversammlung zusammen. Air Baltic sucht laut Kreisen seit Monaten eine Einigung mit ihren Geldgebern - und hat im Vorfeld einen neuen Geschäftsplan vorgelegt.
"Finanzstabilität vor Wachstum" überschreibt Air Baltic das Papier. Anleihegläubiger sollen eine dicke Kröte schlucken. Air Baltic will Geldgeber mit Anteilen abfinden und die teuren Altverbindlichkeiten auf 125 Millionen Euro kürzen.
Insgesamt will Air Baltic 225 Millionen Euro neue Schulden aufnehmen. Das Eigenkapital soll im Zuge einer Rekapitalisierung um 100 Millionen Euro gestärkt werden.
Ein Treffen mit Anleihegläubiger Anfang August hatte noch keine Entscheidung über von Air Baltic angeregte Änderungen der Anleihebedingungen erbracht.
Nach Medieninformationen hat sich die Regierung am Dienstag erneut mit der Lage von Air Baltic befasst und will den neuen Geschäftsplan jetzt durchdrücken.
Ein Ergebnis: Die Air-Baltic-Flotte soll 2031 bei nur 40 Flugzeugen liegen - und wird schon bis Ende 2025 auf 36 A220-300 verkleinert. Der bisherige Geschäftsplan hatte ein Wachstum auf 100 Airbus A220-300 skizziert. Aktuell betreibt Air Baltic 54 A220-300.
"Trotz kleinerer Flotte wird die angebotene Kapazität durch eine optimierte Auslastung der Flugzeuge weitgehend stabil bleiben", teilte Air Baltic mit. Dafür will Air Baltic auch die Wetlease-Verträge mit Partnern wie Lufthansa nachverhandeln.
Air Baltic rechnet mit jährlichen Einsparungen von 45 Millionen Euro. Der Umsatz soll 2027 bei 800 Millionen Euro liegen und bis 2031 auf eine Milliarde Euro wachsen. Der Staat ist Mehrheitsgesellschafter von Air Baltic und sucht weiter einen strategischen Investor für die Fluggesellschaft.
Weniger Wetlease-Flüge für Lufthansa
Lufthansa winkte bereits ab. Air Baltic werde ein wichtiger Wetlease-Partner für Lufthansa bleiben, "ohne dass wir dort weiter investieren wollen oder müssen", hatte Lufthansa-Chef Carsten Spohr im Mai 2026 in Frankfurt klargestellt. Lufthansa sieht Lettland, das knapp 89 Prozent der Anteile kontrolliert und 13 Prozent der Anleihe hält, bei Air Baltic am Zug.
Lufthansa festigt ihren aktuellen Sommerflugplan streckenweise mit mehr als 20 Airbus A220-300 von Air Baltic, will nächstes Jahr aber mit weniger Fremdkapazität auskommen.
Die Lufthansa-Tochter Brussels Airlines, die aktuell auf bis zu vier A220 von Air Baltic zurückgreift, strebt sogar an, 2027 ganz auf Wetlease-Kapazität zu verzichten.
© aero.de | Abb.: Air Baltic | 12.08.2026 06:09







Kommentare (6) Zur Startseite
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11 von Swiss, 20 von LH und 4 von Brussels wären schon 35.
LH hat zudem 10% von airbaltic erworben. Was passiert mit dieser Beteiligung?
Solche Handlungen gehen für mich in Richtung ungetreue Geschäftsführung. Es ist vollkommen absehbar, dass diese Anleihe nie sinnvoll bedient werden kann und das Finanzergebnis auf Jahre negativ beeinträchtigt.
Kurz: Die Airline ist ein Fass ohne Boden. Entweder der Staat (oder sonst eine Verrückter) schmeisst Geld rein, oder in spätestens 2 Jahren gibt's die Airline nicht mehr.