Flug AC8646
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FAA will Fluglotsen nach vorzeitigem Schichtende entlassen

Flug AC8646
Flug AC8646, © NTSB

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NEW YORK - Sekunden nach der Landung prallt eine CRJ-900 von Air Canada Express mit hoher Geschwindigkeit in ein Einsatzfahrzeug. Beide Piloten im Cockpit des Regionaljets sind auf der Stelle tot. Die Towerkanzel ist zum Zeitpunkt des Unfalls nur spärlich besetzt - das hat für zwei Fluglotsen jetzt Konsequenzen.

Flughafen New York LaGuardia, 22. März 2026: Air Canada 8646 aus Montreal setzt um 23:37:14 Uhr auf Landebahn 04 auf.

Zehn Sekunden später stößt die CRJ-900 an der Kreuzung zu Taxiway Delta mit einem "Oshkosh Striker 1500" zusammen, dem ersten von sieben Fahrzeugen einer Einsatzkolonne der Flughafenfeuerwehr. Knapp 170 Stundenkilometer ist der Jet schnell.

Die beiden Piloten im Cockpit sind auf der Stelle tot, sechs Personen ziehen sich schwere Verletzungen zu und 33 Menschen werden leicht verletzt.

Die Towerkanzel ist zur Nachtschicht nur mit zwei Fluglotsen besetzt - und gerade ist in LaGuardia viel los. Piloten einer Boeing 737 MAX melden nach einem Startabbruch Rauchgeruch im Cockpit. Die Flughafenfeuerwehr rückt aus, vor Runway D stoppt die Kolonne.

Um 23:36:56 Uhr erteilt der Tower dem Leitfahrzeug die Freigabe, Runway D zu kreuzen. Dann nimmt das Unglück seinen Lauf. Um 23:37:07 Uhr rollt das Fahrzeug los, während Flug 8646 auf die Landebahn zufliegt. Der Fluglotse bemerkt den Fehler noch, kann die Kolonne aber nicht mehr stoppen. Um 23:37:24 Uhr kommt es zur Kollision.

Das "Wall Street Journal" berichtete vergangene Woche über die weiteren Umstände der dünnen Towerbesetzung - zwei Fluglotsen haben ihre Schicht demnach vorzeitig beendet. Diese Praxis ist - mit Zustimmung des Supervisors - auch an großen US-Flughäfen nicht unüblich, der US-Regierung aber schon länger ein Dorn im Auge.

Die US-Luftfahrtaufsicht FAA will jetzt hart durchgreifen - und wird die Fluglotsen, die den Dienst nach Medienberichten deutlich vor dem eigentlichen Schichtende niedergelegt haben, wohl entlassen.

"Wir werden keine Kompromisse bei der Sicherheit oder Effizienz des nationalen Luftraumsystems eingehen", äußerte sich die FAA gegenüber "Bloomberg". Man sei entschlossen, "Mitarbeiter zur Verantwortung zu ziehen".

Warnsysteme erkannten Gefahr nicht

Inwieweit die dünne Towerbesetzung den Unfall begünstigte werden erst die weiteren Untersuchungen zeigen. Die US-Ermittlungsbehörde NTSB hatte im April 2026 bereits weitere mögliche Faktoren in einem ersten Faktenbericht (PDF) angeschnitten.

So löste etwa das Boden-Kollisionswarnsystem in LaGuardia nicht aus - dem Leitfahrzeug der Feuerwehrfahrzeug fehlte schlicht der dafür notwendige Transponder. Auch ein Assistenzsystem, das den Bodenverkehr ständig überwacht, habe im Verkehrsgemenge neben der Startbahn keine Gefahrensituation erkannt.
© aero.de | Abb.: NTSB | 02.09.2026 06:19

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Beitrag vom 03.09.2026 - 08:51 Uhr
An jenem Abend war aber viel los - geht man dann einfach früher?



Gemäss anderen Berichten haben sie eine Pause nicht gemacht (weil eben viel los war) und sind deshalb um die entsprechende Zeitdauer vor dem Schichtende früher gegangen.

Wenn das so war, sehe ich da absolut keinen Fehler seitens der Fluglotsen. Auch für deren Supervisor war es ja ok.
Beitrag vom 03.09.2026 - 00:24 Uhr
An jenem Abend war aber viel los - geht man dann einfach früher?
Die Regeln könnten an sich richtig sein, nur sie werden lax umgesetzt vgl. DC: Im B-Luftraum wird der Verkehr nach E-Regeln gesteuert.
Ein mit IFR-Flugplan ankommendes Flugzeug muss im VFR-Modus landen oder warten bis...

Mit zu wenig Personal und Druck von oben kommt es dann zu entsprechenden Fehlleistungen.
Die FAA müsste den Verkehr noch weiter reduzieren, bis genügend Personal vorhanden ist.
Beitrag vom 02.09.2026 - 22:38 Uhr
"Wir werden keine Kompromisse bei der Sicherheit oder Effizienz des nationalen Luftraumsystems eingehen", äußerte sich die FAA gegenüber "Bloomberg". Man sei entschlossen, "Mitarbeiter zur Verantwortung zu ziehen".

Exakt das Gegenteil ist der Fall.
Hier wurden Sündenböcke gesucht und gefunden. Das System wird offenbar nicht geändert, stattdessen werden 2 Personen entlassen,

Das steht doch noch gar nicht fest.

Ich zietere mal den Titel der Meldung: FAA will Fluglotsen nach vorzeitigem Schichtende entlassen. Das klingt durchaus als würde das feststehen.
Wie auch die PM.

die sich sich im Rahmen der Regeln bewegt haben.

Dazu sind viel zu wenig Details bekannt. Es steht der Vorwurf des weit verbreiteten Arbeitszeitbetrugs bei der Flugsicherung im Raum, dazu gibt es auch Gespräche mit der zuständigen Gewerkschaft. Diese Praxis des vorzeitigen Feierabends von Fluglotsen war auch schon unter der Vorgängerregierung ein Thema bei der FAA.

 https://www.aerotime.aero/articles/laguardia-controllers-firing-fatal-runway-crash

Eben. Eine offenbar gängige "Praxis" ändert man nicht durch 2 Entlassungen.
Irgend jemand hat dem Feierabend der beiden ja wohl zugestimmt. Man sollte jetzt nicht so tun, als wäre das Gesamtsystem OK und es hätten sich lediglich 2 Personen illegal von ihrem Posten entfernt und keiner hätte es gemerkt.

Wenn der Tower nach Abgang der beiden nicht mehr ausreichend besetzt war, hätte er schließen müssen, statt mit der halben Mannschaft ein erhöhtes Aufkommen bewältigen zu wollen.
Genau wie bei vielen der knapp gut gegangenen Vorkommnissen in den USA in den letzten Jahren: Laxe Regeln treffen auf eine "passt schon" Mentalität. Und wenn's dann mal schief geht, wird einfach jemand "gefeuert".

Das ist keine Lösung.

Das ist in Bezug auf Sicherheit des Luftraums nicht mal mehr ein Kompromiss, sondern eine Kapitulation.


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