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Auftakt in Seeheim: Die Vereinigung Cockpit (VC) und Lufthansa sind im Lufthansa-Konferenzzentrum zu Vorabgesprächen mit den Schlichtern Bodo Ramelow und Roland Koch zusammengekommen.
"Es war wichtig, dass die Schlichter nicht nur unsere Positionen kennenlernen, sondern auch ein Gefühl dafür bekommen, was die Menschen in den Verhandlungsteams bewegt", sagte VC-Präsident Andreas Pinheiro. "Wir sind verhalten optimistisch. Entscheidend wird sein, ob es uns gelingt, Lösungen zu entwickeln, die langfristig tragfähig sind."
Die Stimmung war schon schlechter. Fünf Streiktage des Flugpersonals in Folge und Kundgebungen hatten im Frühjahr 2026 die 100-Jahr-Feier bei Lufthansa überschattet.
Für den damaligen Lufthansa-Aufsichtsratschef Karl-Ludwig Kley hatten die Vereinigung Cockpit und die Flugbegleitergewerkschaft Ufo den Bogen eindeutig überspannt: "Selbstbezogenheit ersetzt Sozialpartnerschaft", zürnte Kley.
Durchstarten, Durchatmen, Neuanflug: Konzern und Pilotengewerkschaft hatten sich nach dem heißgelaufenen Streit um die Betriebsrenten im August 2026 auf neue Verhandlungen verständigt.
Lufthansa setzte dabei durch, dass die Betriebsrenten-Thematik zusammen mit künftigen Gehaltstabellen verhandelt wird - auch wenn der Vergütungstarifvertrag (VTV) noch läuft. Im Gegenzug lässt der Konzern die im Kernbereich Lufthansa und Lufthansa Cargo betriebenen Flotten vorerst nicht weiter ausbluten und setzt eine Freistellungsvereinbarung wieder inkraft.
Vertrauensbildende Zugeständisse - mit Signalwirkung über die Schlichtung hinaus. Denn ein Schlichtungsergebnis ist nicht das Königsziel.
Lufthansa und Piloten streben eine grundsätzlichere Neuordnungen der Beziehungen an. Das Schlichtungsergebnis von Ramelow und Koch wird als Auffanglösung dienen, wenn eine parallel stattfindende Mediation scheitert.
Nach Informationen von aero.de ist die Mediation zwischenzeitlich angelaufen. Die Zweigleisigkeit - Schlichtung und Mediation - soll verhindern, dass Tarif- und Nicht-Tarifthemen in den Verhandlungen ineinanderschwappen.
Klarheit bis Jahresende
"Neue Tarifverträge sind die leinste Matrjoschka im Satz", erklärte ein Insider aero.de das Prinzip des sogenannten "Envelope-Verfahrens". In der Mediation dürfte über Perspektivthemen, etwa Neueinstellungen und eine neue Flottenzusage, verhandelt werden - letztlich über die Größe der künftigen Kern-Lufthansa.
Spätestens am 15. November 2026 soll ein Vorschlag des Mediators vorliegen, das Gesamtverfahren am 31. Dezember 2026 abgeschlossen werden. Sollte die Mediation ins Leere laufen, "wird im Falle des Vorliegens eines Schlichtungsergebnisses der Envelope geöffnet und das Schlichtungsergebnis für Lufthansa und Lufthansa Cargo tritt in Kraft", heißt es von Cockpit.
© aero.de | Abb.: Lufthansa | 04.09.2026 15:47







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