Schlichtung und Mediation
16:38 Uhr   EXKLUSIV 

Das umfasst die temporäre Flottenzusage von Lufthansa

Lufthansa Airbus A350-900
Lufthansa Airbus A350-900, © Lufthansa

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FRANKFURT - Schlichter und Mediatoren vermitteln zwischen Lufthansa und Piloten - Konzern und Vereinigung Cockpit (VC) suchen einen Neustart. Lufthansa stoppt für den Zeitraum der Verhandlungen die schleichende Erosion der Mainline - Lufthansa und Lufthansa Cargo sollen nicht unter 285 Flugzeuge fallen.

In drei Schlichtungen gehen Lufthansa und Vereinigung Cockpit (VC) drängende Tariffragen in den Kernmarken Lufthansa und Lufthansa Cargo, Eurowings und Lufthansa Cityline an. Dabei wird auch über die Höhe der künftigen Cockpitgehälter bei Lufthansa und Lufthansa Cargo verhandelt.

Eine "parallel stattfindende Mediation" reicht über tarifliche Themenkreise hinaus - und soll die Tarifpartnerschaft zwischen Lufthansa der Vereinigung Cockpit "neu ordnen", informiert die Gewerkschaft ihre Mitglieder in einem Memo, das aero.de vorliegt. Laut Kreisen wird es vor allem um Entwicklungsperspektiven für die einzelnen Lufthansa-Flugbetriebe gehen.

Hier mussten zuletzt die Kernmarken Federn lassen - Lufthansa hat Flugzeuge aus der Mainline in günstigere AOCs verlagert und Wachstum bei Lufthansa Cargo dosiert.

Lufthansa war 2021 nach vier Jahren aus der sogenannten Perspektivvereinbarung (PPV) mit der VC ausgestiegen. Über eine Flottenzusage hatte die PPV den Lufthansa-Piloten eine Bereederung von mindestens 325 Flugzeugen garantiert - 103 Interkont- und 174 Kontflugzeuge bei Lufthansa, zehn Frachter bei Lufthansa Cargo und 38 Maschinen bei Germanwings.

Die Schlichtungen laufen bis 31. Oktober 2026, das Gesamtverfahren mit Mediation bis 31. Dezember 2026. Die Vereinigung Cockpit sichert für den Gesamtzeitraum Streikverzicht zu, Lufthansa eine stabile Mainlineflotte.

"Der sogenannte Freeze betrifft die Anzahl der Flugzeuge bei Lufthansa Passage und Lufthansa Cargo", heißt es in dem Memo. Die Vereinbarung mit Lufthansa fixiert Mindestflottengrößen von 165 Kontflugzeugen, 108 Interkontflugzeugen und zwölf Vollfrachtern in den Lufthansa-Kernmarken. Die temporäre Flottenzusage erstreckt sich damit auf 285 Flugzeuge.

"Kein allgemeines Verlagerungsverbot"

"Eine Reduzierung dieser Flottenzahlen ist grundsätzlich ausgeschlossen", so Cockpit. Ein Austausch verhandener gegen neue Flugzeuge bleibt aber möglich - ebenso eine Verlagerung von Flugzeugen in andere AOCs, solange die Gesamtzahl der Flugzeuge nicht unterschritten wird. "Die Vereinbarung enthält kein allgemeines Verlagerungsverbot".

Lufthansa kann Flugzeuge auch anders einsetzen, Strecken verändern und "Flugkapazitäten innerhalb des Konzerns disponieren".

Lufthansa steckt mitten in einem Flottenmodernisierungsprogramm - die Flottenzahl in den Kernmarken darf erhöht werden. Ausgemusterte Flugzeuge werden in der Zählung zwar weiter berücksichtigt, dürfen vorerst aber nur mit Zustimmung der VC verschrottet werden.

Der Freeze bedeute "kein generelles Verbot von Flottenveränderungen", sichere die Flottenbestände in den Kernmarken aber "nach unten" ab, so die Gewerkschaft. Die Einhaltung der temporären Flottenzusage ist demnach unmittelbar an die Friedenspflicht während der Verhandlungen gekoppelt.
© aero.de | Abb.: Lufthansa | 17.08.2026 16:38


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