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Air Baltic hat am Montag überraschend Gläubigerschutz in den USA beantragt. Ein sogenanntes "Chapter 11"-Verfahren zur finanziellen Restrukturierung unter gerichtlicher Aufsicht soll die angeschlagene Airline wieder in die Spur bringen. Der Flugbetrieb läuft weiter.
Air Baltic befindet sich schon länger in wirtschaftlicher Schieflage. Unter einem neuen Geschäftsplan will die Airline nun 18 von 54 Airbus A220-300 abgeben - und sich im Netz auf die rentabelsten Strecken konzentrieren. Neue Kreditlinien über 350 Millionen Euro sollen die Umbauphase finanzieren.
Auf der Fluggesellschaft lasten enorme Schulden. Air Baltic hatte 2024 über eine Anleihe 380 Millionen Euro zu genickbrechenden 14,5 Prozent Zins aufgenommen. Zudem steht Air Baltic bei mehreren Partern und und dem Staat in der Kreide.
An der Spitze des Gläubigerverzeichnisses steht der US-Triebwerksbauer Pratt & Whitney mit unbesicherten Forderungen über 66,5 Millionen US-Dollar.
Lettischen Behörden schuldet Air Baltic 62,6 Millionen US-Dollar, hierin dürften auch Forderungen aus der Anleihe enthalten sein, die Lettland mitgezeichnet hatte. Zudem sind laut Gerichtsunterlagen Steuerforderungen über 15,4 Millionen US-Dollar offen.
Der Flughafen Riga meldete 9,1 Millionen US-Dollar an, Eurocontrol 5,6 Millionen US-Dollar. Shell Europe Energy hat 5,4 Millionen US-Dollar an Forderungen gegen Air Baltic, wahrscheinlich für Flugtreibstoff. Macquarie Aircraft Leasing Services fordert 4,6 Millionen Euro. Bei Airbus sind Wartungsrechnungen über 3,3 Millionen US-Dollar aufgelaufen.
Nicht jede Forderung ist dabei sofort zur Zahlung fällig. Das Gläubigerverzeichnis weist auch langfristige Verbindlichkeiten aus den Geschäftsbeziehungen aus.
© aero.de | Abb.: Air Baltic, Airbus | 15.09.2026 08:41







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