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Als Grund nannte er die noch ausstehende Zulassung der Triebwerke von GE Aerospace. Dennoch plane Boeing, die ersten Flugzeuge des Typs im kommenden Jahr auszuliefern. Schon damit liegt die 777X sieben Jahre hinter dem ursprünglichen Plan.
An den Turbinen vom Typ GE9X hatten sich bestimmte Dichtungen als nicht haltbar genug herausgestellt. Laut einem Sprecher von GE Aerospace ist die Ursache inzwischen erkannt. Das Unternehmen habe schon im August die ersten Einheiten mit verbesserten Dichtungen ausgeliefert und sehe einer Inbetriebnahme im Jahr 2027 erwartungsvoll entgegen.
Designierter Erstbestreiber der 777-9 ist Lufthansa. Die Gesellschaft wartet schon seit Jahren auf die Lieferung der Maschinen.
Auf weitere Verzögerungen ist Lufthansa gewappnet. "Die Indienststellung der 777X ist weiter für Sommer 2027 geplant", hatte Lufthansa-Chef Carsten Spohr Anfang August in Frankfurt gesagt. Lufthansa werde aber noch einige Airbus A340-300 vorhalten, um den Flugplan im Falle einer weiteren Verzögerung "abzusichern".
Wie Großkunde Emirates will Lufthansa zunächst nur 777-9 annehmen, die dem letzten Serienstandard entsprechen.
Die Boeing-Aktie reagierte im späten US-Handel mit einem Kursrutsch auf die Neuigkeiten und ging am Mittwoch mit einem Minus von 3,7 Prozent aus dem Tag.
Die Boeing-Aktie reagierte im späten US-Handel mit einem Kursrutsch auf die Neuigkeiten und ging am Mittwoch mit einem Minus von 3,7 Prozent aus dem Tag. Im vorbörslichen Handel am Donnerstag ging es für das Papier aber wieder ein Stück aufwärts.
737 MAX und 787: Boeing verfehlt Ziele bei seinen Bestsellern
Allerdings dämpfte Boeings Finanzchef Jay Malave auch die Erwartungen an die finanzielle Erholung des Flugzeugherstellers, der seit 2019 in der wohl schwersten Krise seiner Geschichte steckt. So hatte die Konzernspitze für 2026 bisher einen freien Barmittelfluss zwischen einer und drei Milliarden US-Dollar in Aussicht gestellt.
Es sei "etwas weniger wahrscheinlich", dass es mehr als zwei Milliarden Dollar (rund 1,7 Mrd Euro) würden, erklärte Malave. Denn die Auslieferungen des Mittelstreckenjets 737 MAX und des Großraumjets 787 "Dreamliner" entwickelten sich schwächer.
So habe es länger gedauert, die Produktion der 737 MAX bei 47 Maschinen pro Monat zu stabilisieren. Probleme gab es demnach mit der Produktion der Tragflächen im eigenen Haus.
Boeing hatte die Produktion seines meistgefragten Modells nach einem Beinahe-Unglück Anfang 2024 auf Geheiß der Behörden auf 38 Stück pro Monat beschränken müssen. Die US-Luftfahrtbehörde FAA stellte den Hersteller unter strenge Aufsicht und gab lange Zeit jede gebaute neue Maschine einzeln frei. Nach etlichen Verbesserungen und einem Wechsel an der Konzernspitze lockerte die FAA die Beschränkungen.
Schon 2019 hatte die 737 MAX für großes Unglück gesorgt: Bei den Abstürzen zweier Maschinen starben insgesamt 346 Menschen. Die Flugzeuge der Reihe durften daraufhin mehr als 20 Monate lang weltweit nicht abheben, bis Boeing technische Verbesserungen an dem Modell vorgenommen hatte.
Die Folgen der Unglücke und der Produktionsmängel verfolgen den Hersteller bis heute: Die Langversion des Mittelstreckenjets, die 737 MAX 10, ist bis heute nicht zugelassen. Ortberg sagte nun, er rechne "sehr bald" mit der Zertifizierung. Die Flugtests seien abgeschlossen, und die Aufseher prüften derzeit die gesamte Dokumentation.
Mit der "MAX 10" tritt Boeing gegen das Konkurrenzmodell Airbus A321neo an. Auf die Langversion der Modellfamilie A320neo entfällt bei dem weltgrößten Flugzeugbauer aus Europa längst der Löwenanteil der Bestellungen.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Fraport, A. Mohl, Boeing | 17.09.2026 08:59







Kommentare (3) Zur Startseite
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wenn Airbus nicht jetzt A350-1100 oder A350-2000 in den Vertrieb geht, weiß ich auch nicht.
Das ist DER Zeitpunkt!
Was für ein Glück für Boeing...
Denn die späte Auslieferung der 777-9 bedeutet gleichzeitig weitere Verspätung der 777-8F, da sie erst zugelassen werden kann, wenn die 777-9 zugelassen ist.
Ein weiteres Problem mit diesen jetzt über 7 Jahren Verspätung ist, dass der Feedstock für Frachter-Umrüstungen zum Stocken kommt, da 777-300ER weiter fliegen müssen und sich deren Restnutzzeit als Frachter immer weiter verkürzt und die wenigen verfügbaren Flugzeuge teuer gehandelt werden.
Insgesamt eine komplett desaströse Situation für die Airlines.