TAP-Teilprivatisierung
06:27 Uhr

Bericht: Air France-KLM bietet Portugal Beteiligung an

TAP Air Portugal Airbus A330-900
TAP Air Portugal Airbus A330-900, © Airbus

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LISSABON - Portugal will im Bieterrennen um TAP Air Portugal Mitte Oktober über den Zuschlag entscheiden. Beteiligungsangebote von Lufthansa und Air France-KLM liegen effektiv nahe beieinander - unterscheiden sich nach einem Medienbericht aber in einem Detail klar: Air France-KLM wedelt mit eigenen Aktien, Lufthansa mit Geld.

"Im Großen und Ganzen gleichwertig": Beteiligungsofferten von Lufthansa und Air France-KLM für TAP Air Portugal liegen nach portugiesischen Regierungsangaben auf Augenhöhe.

Die Konzerne sollen ihre eingereichten Angebote für knapp die Hälfte der TAP-Anteile nun noch einmal nachbessern, eine Entscheidung könnte Mitte Oktober 2026 fallen.

In einem Punkt unterscheiden sich die von Lufthansa und Air France-KLM hinterlegten Angebote offenbar aber doch markant. Portugal sehe in den Privatisierungsunterlagen auch die Möglichkeit einer Kaufpreiszahlung oder -teilzahlung in Aktien der übernehmenden Airlinegruppe vor, schreibt die Wirtschaftszeitung "Jornal Económico".

Laut Bericht hat nur Air France-KLM Portugal einen sogenannten "Share Swap", also einen Tausch eigener Aktien gegen TAP-Aktien, angeboten - Lufthansa nicht. Der Umfang ist unklar, Air France-KLM lehnte gegenüber der Wirtschaftszeitung eine Stellungnahme ab.

Air France-KLM hat zwei staatliche Aktionäre

Anders als Lufthansa hat Air France-KLM staatliche Aktionäre an Bord: Frankreich hält 28,0 Prozent, die Niederlande halten 9,1 Prozent am Konzern. Durch eine Überkreuzbeteiligung an Air France-KLM könnte Portugal seine Interessenten bei TAP Air Portugal gegebenenfalls zusätzlich langfristig absichern. 

Portugal hat einen Minderheitsanteil von 44,9 Prozent an TAP zum Verkauf gestellt. Weitere fünf Prozent der Anteile sind für TAP-Beschäftigte reserviert, während die Mehrheit zunächst beim Staat bleiben soll.

Lufthansa hat in Europa bereits etliche Fluggesellschaften vollständig übernommen. Zum Konzern gehören die ehemaligen Staatsairlines der Schweiz, Belgiens und Österreichs. Bei der italienischen ITA Airways hält der deutsche Konzern derzeit eine Minderheit, hat aber schon seine Option gezogen, seinen Anteil auf 90 Prozent aufzustocken.
© aero.de, dpa-AFX | Abb.: TAP Air Portugal | 23.09.2026 06:27


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