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Eigentlich sollten die A340-600 Teruel nie wieder verlassen. Lufthansa hatte im April 2020 - im ersten Covid-19-Branchenschock - die Teilflotte in Spanien abgestellt und wirtschaftlich wie gedanklich abgeschrieben.
Es kam anders: Lufthansa spulte wegen Lieferverzögerungen neuer Interkontflugzeuge ab März 2022 nach und nach immer mehr A340-600 wieder ins Interkontsystem ein - die D-AIHT machte mit Flug nach Washington den Anfang. Mit einem letzten Umlauf in die US-Hauptstadt wird die A340-600 ihre Lufthansa-Karriere nun beenden.
Wenn das Flugzeug am Montagmorgen als LH419 aus Washington wieder in Frankfurt aufsetzt ist Schluss, dieses Mal tatsächlich. Danach übernimmt die A340-300 die Linie.
Länge fliegt
Ein bisschen Wehmut fliegt auf dem letzten Umlauf mit, der Vierstrahler gehörte mehr als 20 Jahre fest zum Lufthansa-Flotteninventar. Nicht nur wegen ihrer schieren Größe - mit 75,3 Meter ist die A340-600 sogar rund 1,5 Meter länger als das aktuelle Airbus-Topmodell A350-1000 - zählte die A340-600 zu den markantesten Lufthansa-Fliegern.
Lufthansa aktivierte mit der D-AIHB am 25. November 2003 ihre erste A340-600, baute die Teilflotte in den Folgejahren auf 20 Flugzeuge aus. Im Flugsommer 2026 hielt Lufthansa - wegen Lieferverzögerungen der Boeing 777-9 - noch vier A340-600 in Betrieb.
Zehn ehemalige A340-600 wurden in den letzten Jahren bereits zerlegt, weitere Flugzeuge sind aktuell im AOC der deutschen Fluggesellschaft USC gemeldet.
Als "unverzichtbar aber auch teuer und aufwendig", beschreibt ein Lufthansa-Manager die ungeplante Nachspielzeit für die verbliebenen A340-600. Denn die Vierstrahler sind nicht nur ziemlich trinkfest, sondern auch komplex in der Triebwerks- und Strukturwartung. Für den Flugsommer 2026 musste Lufthansa den globalen Markt nach Ersatzteilen abgrasen.
In Frankfurt zu Hause, in München dahoam
Anno 2003 war das Flugzeug hingegen ein echter Gamechanger: Passagiere zeigten sich von der geräuscharmen Kabine begeistert. Lufthansa führte mit der A340-600 eine neue Business Class ein. Economy-Passagieren stand im A340-600-Unterdeck ein großer Wasch- und WC-Bereich zur Verfügung.
Am 15. Dezember 2003 absolvierte die A340-600 ihren ersten Linienflug für Lufthansa. Die Maschine startete um 21.45 Uhr in Frankfurt nach Buenos Aires und Santiago de Chile. Nur drei Monate später schickte Lufthansa das Flugzeug auch regulär vom Drehkreuz München in die Welt.
Ein Vierstrahler für alle Fälle
Im gleichen Jahr unterstützte Lufthansa mit einer mit Mess- und Labortechnik gespickten A340-600 das Klimaforschungsprojekt CARIBIC. 2010 testete eine A340-600 von Lufthansa nach dem Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull und wochenlanger Luftraumbeschränkungen, ob die Luft wieder rein ist.
Ebenfalls 2010 stellte eine A340-600 einen neuen Lufthansa-Streckenrekord auf. Ein Charterflug brachte Kreuzfahrtpassagiere von München nonstop nach Santiago de Chile. Flugzeit: 14 Stunden und 43 Minuten. Die D-AIHC legte dabei rund 11.490 Kilometer zurück.
Im Juni 2014 brachte eine A340-600 in Sonderlackierung die deutsche Fußballnationalmannschaft zur Weltmeisterschaft nach Brasilien, die Weltmeister holte dann allerdings eine Boeing 747-8, der "Siegerflieger", zurück nach Deutschland. Eine A340-600 erhielt 2017 eine Sonderbeklebung des FC Bayern München.
Generationenwechsel bei Lufthansa
Lufthansa investiert konsequent in effizientes Interkontgerät und strafft die Flottenstruktur: Airbus A330neo (bei ITA Airways), A350-900, A350-1000 sowie Boeing 787-9, 777-9 und 777-8F stehen für den Generationenwechsel in der Konzernflotte. Die A340 wird Lufthansa aber noch 2027 begleiten.
Lufthansa-Konzernchef Carsten Spohr wies mit Blick auf den 777-9-Zulaufplan gerade auf "große Fragezeichen" hin. Im Frankfurter Sommerflugplan 2027 von Lufthansa sei vorsorglich "keine einzige Triple Seven" hinterlegt, "weil Plan B - A340-300 in größerer Zahl aktiv zu halten (...) - inzwischen zu Plan A geworden ist".
© aero.de | Abb.: Lufthansa | 17.10.2026 06:51










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