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Ramsauer hofft auf Eröffnung des Hauptstadtflughafens 2015

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Terminal des neuen Berliner Flughafens, © Berliner Flughäfen

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BERLIN - Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hofft nach zahlreichen Pannen nun auf eine Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens Berlin-Brandenburg im Jahr 2015. Einen Termin könne man zwar noch nicht nennen, schrieb Ramsauer in einem Gastbeitrag für die Zeitung "Bild am Sonntag" ("Bams"). "Aber ich traue es dem neuen Flughafenchef Hartmut Mehdorn zu, dass er eine Eröffnung 2015 schafft."

Der Ex-Bahnchef war Anfang März überraschend zum neuen Chef des Berliner Pannen-Flughafens ernannt worden. Um solche Bau-Miseren zukünftig zu vermeiden, plant Ramsauer eigenen Angaben zufolge vom kommenden Monat an eine "Reformkommission Bau von Großprojekten". Motto sei: "Erst planen und kalkulieren, dann bauen".

Nach einem Bericht des "Handelsblatts" (Montagausgabe) sollen der Kommission beispielsweise der Vorstandschef des Baukonzerns Bilfinger und frühere hessische Ministerpräsident, Roland Koch, sowie der Chef des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo, mitwirken. Ziel sei es, Kostentransparenz von Großprojekten sicherzustellen - von der ersten Idee bis zur Abrechnung, schreibt das "Handelsblatt". Auch Fehler aus der Vergangenheit - neben dem BER-Bau beispielsweise auch bei Stuttgart 21 oder der Hamburger Elbphilharmonie - sollen demnach auf den Tisch kommen.

Ein Sprecher des Bundesverkehrministeriums sagte der Nachrichtenagentur dpa am Sonntag, dass zudem eine Art Luftverkehrsprognose für ganz Deutschland geplant sei. Für Berlin-Brandenburg hatte die Flughafengesellschaft eine solche Prognose bereits vor einigen Monaten in Auftrag gegeben. Diese Ergebnisse werden im Frühjahr erwartet und sollten nach Angaben des Sprechers in die bundesweite Gesamtübersicht mit einfließen. Über die Prognose hatte zuvor der "Focus" berichtet.

Der neue Flughafenchef Mehdorn geht die Aufgabe BER-Fertigstellung optimistisch an. Die Tageszeitung "B.Z." veröffentlichte am Samstag einen Brief, den der neue Chef zu seinem Dienstantritt an die Mitarbeiter der Flughafengesellschaft schickte. "Gemeinsam müssen wir nun eine der größten, spannendsten und kompliziertesten Herausforderungen meistern, die es derzeit in Deutschland gibt", schrieb er dort.

Bürger für Weiterbetrieb von Tegel

Unterdessen möchte die Mehrheit der Berliner den Flughafen Tegel am liebsten behalten. Das ergab eine repräsentative Umfrage im Auftrag der "Bild"-Zeitung (Samstag). Demnach plädieren 60 Prozent der Hauptstädter trotz des geplanten Großflughafens für den Erhalt des alten Airports im Westen der Stadt. Das Meinungsforschungsinstitut "Insa Consulere" befragte im Auftrag der Zeitung 1050 Berliner. Anfang der Woche hatte Mehdorn einen längeren Betrieb von Tegel ins Gespräch gebracht und damit eine Debatte ausgelöst.
© dpa-AFX | 17.03.2013 18:34

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Beitrag vom 18.03.2013 - 10:48 Uhr
Der Vorschlag Mehdorns zum Weiterbetrieb von Tegel ist keineswegs von der Hand zu weisen, speziell nachdem man inzwischen von 2015 als Betriebsstart von BER ausgeht. Eine große Anzahl internationaler HUBs leben mit einem Flughafensystem um mit New York, London, Paris, Moskau, Chicago, Washington, Rom, Bangkok, Dubai, Tokio, Los Angeles nur einige zu nennen. Auch unter der Kenntnis, dass BER wohl zu klein geplant ist, macht es durchaus Sinn Tegel erneut ins Spiel zu bringen. Die genannten Hemmnisse (Rückbau von Tegel) könnte man mit einem Federstreich lösen, wenn man nur wollte. Ob man allerdings, wie berichtet 20 Mio Euro in die Ertüchtigung des alten Flughafens stecken sollte, bezweifele ich stark. Das Geld wäre besser angelegt um ein Provisorium etwa in Form von Messezelten für die Abfertigung am neuen BER zu erstellen. So was lässt sich heute sehr schnell und professionell realisieren. Es ist zwar zugegeben keine schöne Visitenkarte für Berlin. Viel schlimmer kann es aber wohl nicht mehr werden. Mein Vorschlag deshalb Tegel und Schönefeld weiter nutzen, in dem die von einander unabhängigen Verkehre an den Einheiten angesiedelt werden oder bleiben. Sinn macht LH und Co. in Tegel Air Berlin auf den BER. Easyjet und Co. nach Schönefeld. Die Nutzung der Terminal Gates am neuen BER und des Vorfelds sowie der luftseitigen Infrastruktur in Verbindung mit Zeltterminals müsste für eine Übergangszeit bis zur Erföffnung von BER gehen. Man muss es nur wollen.
Beitrag vom 17.03.2013 - 23:03 Uhr
@airborn,

wohl kaum wg. der neuen Arbeitsplätze...die Besten bekamen die aus Riem.
Ich glaube schon, dass einige aus dem Moos vom Flugplatz profitiert haben: während der Bauphase und auch später!
Ich dachte mehr an die Häusle-Bauer, die zu lange an ihren Höfen festhingen...
Beitrag vom 17.03.2013 - 22:33 Uhr
@fblaie ..die anderen im Erdinger Moos geheult...

Stimmt. Geheult vor Freude, weil viele, viele neuen Arbeitsplätze entstanden sind......


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