Aurora D8
Älter als 7 Tage

Fliegen in der Wunder-Flunder

MANASSAS - Eigentlich konstruiert Aurora Flight Sciences unbemannte Flugzeuge. Seit 2009 forscht der UAV-Entwickler aus Virgina, im Netzwerk mit dem MIT und Pratt & Whitney, aber auch an einem neuen Design-Prinzip für Verkehrsflugzeuge und überzeugte mit der Studie "Aurora D8" jetzt die NASA.

Aus dem New Aviation Horizons Programm stellt die US-Raumfahrtbehörde Aurora 2,9 Millionen US-Dollar Fördergelder zur Verfügung, um ein X-Plane - einen fliegenden Prototyen der D8 im Maßstab 1:2 - zu realisieren.

Aurora D8 (© Aurora)
Aurora D8 (© Aurora)
Aurora D8 (© Aurora)
Fotoserie: Aurora D8

Aurora preist die D8 als ersten "Paradigmenwechsel" in der Konstruktion moderner Airliner seit der Boeing 707 an. Der Boeing-Jet ermöglichte 1958 nicht nur erstmalig Weltumrundungen an einem Tag, er setzte auch den Tube-Wing-Standard, an dem sich Flugzeugentwickler bis heute orientieren.

Selbst neueste Flugzeuge wie Boeing 787 und Airbus A350 folgen der 707-Vorlage eines konventionellen Flugzeugrumpfs mit Tragflächentanks und Triebwerken unter den Flügeln. Dieses Design stoße, dem "Gesetz des abnehmenden Ertrags" folgend, inzwischen an seine Grenzen und ermögliche nur noch begrenzte Effizienzgewinne von 1,5 Prozent im Jahr, meint Aurora.

Die nach ihrem Chefkonstrukteur Mark Drela benannte D8 verwendet anstelle des konventionellen Rumpfs eine Doppelhüllen-Ellipse aus Verbundwerkstoffen und kombiniert am Heck Leitwerk und Triebwerke.

Weil der ovale Rumpf zum Auftrieb beiträgt, können die Tragflächen kleiner ausfallen. Die integrierten Triebwerke arbeiten mit Grenzschichtaufnahmemethoden (Boundary Layer Ingestion, BLI) und verringern den Luftwiderstand - Aurora ist überzeugt, dass die D8 extrem sparsam und leise fliegen wird.

Ganz sparsam und ganz leise

Aurora legt die D8 auf 180 Passagiere, 3.500 Meilen (5.500 Kilometer) Reichweite und eine Unterschall-Reisegeschwindigkeit von Mach 0,76 (936 Stundenkilometer) aus. Gegenüber einer Boeing 737-800 mit vergleichbaren Leistungsdaten werde die D8 71 Prozent weniger Treibstoff verbrennen und 60 EPNdb leiser fliegen.

"Das beste an diesem Design ist, dass es zwei Gangreihen ermöglicht und die Kabine sehr leise ist", sagt Aurora-CEO John Langford. "Die Passagiere werden das Flugzeug lieben." Erste Serienflugzeuge, die das Design der D8 aufgreifen, erwartet Aurora bereits in den 2030er Jahren.
© aero.de | Abb.: Aurora | 25.09.2016 13:12

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Beitrag vom 26.09.2016 - 18:37 Uhr
Hier noch ein paar Infos dazu...
 http://www.nas.nasa.gov/SC15/backgrounder_pandya_aircraft_design.html

Von Auftrieb durch den Rumpf steht da nix.
Das steht dann hier:  http://www.nasa.gov/content/the-double-bubble-d8-0

Based on a modified tube and wing with a very wide fuselage to provide extra lift, its low sweep wing reduces drag and weight;

Ansonsten: Ja, von concept nach reality werden da sicher noch ein paar Abstriche gemacht werden. Aktuell läuft die "Verkaufsphase" des Projekts...


Dieser Beitrag wurde am 26.09.2016 18:39 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 26.09.2016 - 18:07 Uhr
Es wäre schon interessant zu weissen, wie denn die 71(!) Prozent Treibstoff Ersparnis zu Stande kommen sollen.
Die Passagiere werden wohl kaum leichter werden!
gpower hat ja schon geschriebe das es wohl bislang nur 5-8% Ersparnis sind.

Aber evtl. haben sie ja noch ein revolutionäres Antriebskonzept in einer Vison vor Augen welches die Ersparnisse bringen soll;-)

Wie sähe es mit einem "dIeselelektrischen" Antrieb aus. Hinten nur ein kleiner Elektromotor, in der Form Fan = Anker und im Mantel wird das drehende Magnetfeld erzeugt. Das dürfte zumindestens die Kräfte die auf die Zelle wirken veringern wenn hinten keine tonnenschweren Triebwerke drann hängen und mittig im Flugzeugschwerpunkt ein "Diesel" ( oder was auch immer) für die Stromerzeugung.
Beitrag vom 26.09.2016 - 17:47 Uhr
Hier noch ein paar Infos dazu...
 http://www.nas.nasa.gov/SC15/backgrounder_pandya_aircraft_design.html

Von Auftrieb durch den Rumpf steht da nix. Und die aktuellen Berechnungen gehen von Low Speed aus und liegen bei 5-8% treibstoffersparnis. Ob das BLI überhaupt bei High Speed funktioniert weiß noch keiner und muss erst noch geprüft werden. Dann könnte es weitere Ersparnisse geben.


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