Schweiz
Älter als 7 Tage

"Belair fällt bei Air Berlin durch jedes Raster"

ZÜRICH - Air Berlin zerfällt in drei Teile und sieht in keinem eine Rolle für ihren Schweizer Außenposten Belair. Statt einer Fortsetzung auf kleiner Flamme droht Belair zum April das flugbetriebliche Aus. Jetzt bangen 285 Mitarbeiter um ihre Jobs, viele meldeten sich am Mittwoch krank.

Belair-Vorstandschef Lucas Ochsner überbrachte der Belegschaft tags zuvor schlechte Nachrichten: Belair verliert im Sommerflugplan höchstwahrscheinlich das Mandat für touristische Flüge aus Zürich sowie für ihre Linien nach Deutschland.

Ab April werde Niki die Ferienflüge von Belair übernehmen, berichtet "Travel Inside". Die Verbindungen von Zürich nach Berlin und Düsseldorf werde Air Berlin im Sommer mit eigenem Gerät und Personal durchführen.

airberlin Airbus A320
airberlin Airbus A320, © Ingo Lang

"An eine Fortsetzung des Flugbetriebs glaubt jetzt kaum einer mehr", sagte ein Belair-Pilot aero.de am Mittwoch. "Belair fällt bei Air Berlin durch jedes Raster." Die Kollegen des "Aerotelegraph" berichten über sprunghaft gestiegene Krankmeldungen, Belair habe am Mittwoch Flüge deswegen abgesagt.

Dass es eng werden würde für Belair, zeichnete sich ab, seit Air Berlin im September ihre Aufteilung in Kernbetrieb, Touristik und Ops für Eurowings beschloss. Die Mitarbeiter in Zürich hatte Air Berlin in den Planungen nicht wirklich auf dem Radar. Erst im Dezember tat sich was in Sachen Belair.

Air Berlin spiele mehrere Varianten für die Zukunft von Belair durch, zitierten die "Zürcher Regionalzeitungen" Air-Berlin-Sprecherin Melania Schyja. "All diese Optionen konzentrieren sich auf ein Kerngeschäft von drei Flugzeugen, die für den Schweizer Markt unter der Belair betrieben werden sollen."

Drei Flugzeuge. Zwar ein Einschnitt - zuletzt war Belair mit acht Airbus A320 unterwegs - aber immerhin ein Signal, dass es weitergeht in Zürich und Basel. Jetzt rudert Air Berlin rethorisch zurück.

Entscheidungen noch im Januar

"Die zukünftigen Rahmenbedingungen unseres Geschäfts in der Schweiz sind noch nicht finalisiert, wir informieren aber unsere Mitarbeiter und unsere Kunden direkt, sobald dies abgeschlossen ist", sagte Air-Berlin-Sprecher Tobias Spaeing aero.de am Mittwoch.

Dem Vernehmen nach will Air Berlin ihren Schweizer Mitarbeitern Jobs bei der Kernmarke anbieten. Über etwaige Änderungen im Flugplan aus der Schweiz werde Air Berlin Passagiere "rechtzeitig" informieren, sagte der Sprecher. Laut Schweizer Medien sollen die Würfel für Belair noch im Januar fallen.

Belair hatte sich in den letzten beiden Jahren einem Spardiktat von Air Berlin gebeugt. Vorstand und Piloten akzeptierten Lohnkürzungen, um die Kosten um acht Millionen Euro zu senken.

Belair fliegt in die EU unter AB-Code und in Drittländer unter eigenem 4T-Code, der sie als Schweizer Airline ausweist. Einen Teil der Schweizer Airbus-Flotte holte Air Berlin bereits nach Deutschland.
© aero.de | Abb.: Ingo Lang | 11.01.2017 14:26

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Beitrag vom 12.01.2017 - 13:27 Uhr
Wirtschaftliche Freiheit eines Unternehmens nennt man das

Dieser Beitrag wurde am 12.01.2017 13:27 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 12.01.2017 - 13:06 Uhr
Das mit Basel kann man aber auch anders sehen. Zum einen ist es ein recht kleiner Markt mit kaum Wachstumsmöglichkeiten. Der Markt ist fest in Easy Hand und jeder Konkurent wird erst mal gematcht im Preis. Da gab es in ZRH mehr Möglichkeiten. Das haben auch andere gemerkt und sind da raus, ihr Beispiel Germania ist da schon eine Weile nicht mehr, bietet aktuell auch nix an, und Eurowings hatte Basel als erste Homebase auserkoren sich aber dann doch für VIE entschieden.

Was sonst so bei Belair passierte kann ich im Detail nicht sagen. Aber, auch wenn es sich unsensibel anhören mag, für jeden, der in der Nähe der AB beschäftigt war kann eine Situationsveränderung nicht wirklich überraschend kommen.
Beitrag vom 12.01.2017 - 12:43 Uhr
Naja, ist ja nicht wirklich überraschend, dass eine Airline mit 7 Flugzeugen in Europa keine Zukunft haben kann. Und wenn sie dann auch noch einen Eigner hat, der seit Jahren über seinen Verhältnissen lebt(AB), dann ist irgendwann das Ende der Fahnenstange mit Schweizer Flagge erreicht.
Da gibt es deutliche Ähnlichkeiten mit der Air Malta. Der Fall ist allerdings wesentlich heftiger.


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