Spiel auf Zeit
Älter als 7 Tage

Airbus leitet A380-Sinkflug früher ein

TOULOUSE - 731 Aufträge und 688 Auslieferungen - Airbus blieb auch 2016 im Fluss. "Den ein oder anderen A380-Auftrag hätten wir noch gut gebrauchen können", wies Airbus-Vorstand und Chefverkäufer John Leahy am Mittwoch in Toulouse auf den einzigen größeren Schönheitsfehler hin.

Fest steht: die 28 Flugzeuge, die Airbus letztes Jahr noch auslieferte, wird das A380-Programm so schnell nicht wiedersehen. Schon im Sommer hatte sich Airbus auf eine Korrektur der Linie auf nur noch zwölf Superjumbos pro Jahr festgelegt. Der gedämpfte Takt sollte 2018 greifen.

Nachdem Airbus 2016 keinen einzigen Auftrag für neu zu bauende A380 erhielt und die Reserve auf 112 Flugzeuge - Wackelkandidaten eingerechnet - abbaute, fährt Airbus die Bremsklappen einen Tick früher aus.

Airbus werde die A380 eher als geplant in Richtung zwölf Maschinen pro Jahr bringen und habe Aufträge von Emirates zeitlich gestreckt, sagte Airbus-Chef Fabrice Brégier. "Wir werden diesen Übergang beschleunigen." Airbus spielt mit der A380 auf Zeit und hofft auf neuen Aufwind in einigen Jahren.

Fabrice Brégier
Fabrice Brégier, © Airbus

Emirates - die Airline stellt faktisch die Nachfrageseite des Programms - verlegte im Dezember A380-Auslieferungen von 2017 auf 2018 und von 2018 auf 2019, um Rolls-Royce mehr Zeit für zugesagte Leistungsversprechen an den Trent-900-Triebwerken zu geben.

Am 15. Oktober 2017 wird Airbus den zehnten Jahrestag der A380-Erstauslieferung an Singapore Airlines feiern. Bei Airbus legt man gerade im Jubiläumsjahr großen Wert auf die Feststellung, dass die A380 trotz Auftragsflaute nach zehn Jahren keinesfalls ein Auslaufmodell ist.

"Der Flugverkehr wird sich in den nächsten 15 Jahren verdoppeln", sagte Leahy. Weil die Flughäfen nicht in diesem Maße mitwachsen könnten, blieben nur größere Flugzeuge, um das steigende Passagieraufkommen zu bewältigen.

In London Heathrow flog 2016 schon jeder zehnte Passagier mit einer A380. Vorletztes Jahr habe der A380-Passagieranteil in LHR noch bei 8,0, 2014 bei 6,0 Prozent gelegen, griff Brégier die Nachricht auf. "Und dieses Jahr werden es 12 Prozent sein."

Airbus legt sich nicht auf A380neo fest


Für die Zukunft des Fliegers baut Brégier weiterhin auf Emirates. "Wir sind froh, dass wir so einen starken Unterstützer der A380 haben, der auch Erstkunde einer A380neo werden will."

Ob und wann die Neuauflage mit sparsameren Triebwerken kommt, ließen die Airbus-Manager weiterhin offen. Leahy verwies darauf, dass sich der Kauf sparsamerer Flugzeuge für Airlines bei einem Ölpreis von 100 Dollar viel schneller rechne als bei einem Preis von 50 Dollar wie derzeit. Airbus brauche für das Flugzeug ein "robustes Geschäftsmodell".
© aero.de, dpa-AFX | Abb.: Airbus | 11.01.2017 16:53

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Beitrag vom 16.01.2017 - 14:17 Uhr
3-5-3 oder ein Stretch - warum mehr PAX in einen Flieger, der den meisten Airlines jetzt schon zu gross ist? Damit es auf noch weniger Routen Sinn macht sie einzusetzen?

Vielleicht haben Sie ja mitbekommen, dass der wichtigste Kunde Emirates eine bessere Effizient fordert. Dazu können Stretch, 3-5-3, neue Triebwerke beitragen. Andere Airlines wie Qatar fordern das Gleiche. Die A380 ist in die Jahre gekommen und B787, A350. demnächst B777X sind modernere Flugzeuge. Airbus wird für die A380ceo höchstwahrscheinlich keine Neuaufträge mehr sehen.

Viele Airlines hätten Routen, auf denen sie ein paar A380 voll bekommen. Aber es gibt natürlich mehr Routen, auf denen man z.B. eine B787 voll bekommt. Entscheidend: Statt einer A380 kann man eben auch täglich 2 B787 schicken. Dann hat man die gleiche Kapazität und ist als Airline flexibler aufgestellt. Das funktioniert nur dann nicht, wenn es an den Zielen nicht ausreichend attraktive Slots gibt.

Die Zukunft der A380 hängt deshalb an den Flughäfen und am Wachstum der Passagierzahlen. Es gibt weltweit eine Reihe an Flughäfen, die nur noch sehr schwer (d.h. exorbitant teuer) ihre Kapazitäten erweitern können. Wenn die Passagierzahlen ausreichend schnell steigen, so dass die Flughäfen das Heathrow-Syndrom bekommen (keine guten Slots verfügbar), dann hat die A380 eine Zukunft. Weil sie dann schlicht alternativlos ist, wenn man noch Wachstum erzielen will. Passiert das nicht ausreichend schnell, dann gibt es in ein paar Jahren keine A380-Produktionslinie mehr.


Bessere Effizienz =/ mehr Sitze in Eco. Was schafft denn die 5er Reihe? einen weiteren extrem unbeliebten Platz, der 4 weitere Plaetze abwertet.
Denken sie fuer so einen Sitz kriegt man Marge?
Der A380 ist doch jetzt schon zu gross, ihre Behauptung das es Strecken gibt ist schlicht und ergreifend falsch. Scheinbar gibt es keine weiteren Strecken fuer den A380, sonst wuerden sich ja Kaeufer und Betreiber finden.
Ein Flieger der den meisten Betreibern jetzt schonzu gross ist zu strecken macht keinen Sinn.
Effizienz fuer den A380 heisst doch eine NEO anzubieten und zu schauen das man ihn leichter bekommt.

Die Slots sind auch scheinbar nicht so knapp, das es zwingend groessere Flieger braucht. Der A380 ist strukturell scheinbar zu schwer,und nicht das passende Flugzeug. Emirates zielte v.a. auf neue Triebwerke - aber schon das war fuer Airbus wohl nicht profitabel.
Scheinbar ist der grosse Twin die Optimale Config.

Bei Thai gab es ziemlich starke Geruechte, das man versucht hat die A380 abzugeben - weil es aber kein Intresse gab, hat man ihn behalten. Thai leidet wie MH massiv daran, das am Golf 150 A380 und ein paar hundert andere Langstreckenmaschienen einen massiven Preiskampf auf den meisten Routen entfacht haben.

Der A380 ist in der Sackgasse, ich glaube am Ende fuehrt das tatsaechlich zu einer Einstellung wenn kein Wunder (eine neue Order) um's Eck kommt oder sich ausreichendes Intresse (200+ Einheiten?) an einer NEO findet.
Beitrag vom 16.01.2017 - 13:54 Uhr
EK hat sich ja auch gegen die 11er Reihe entschieden. Die wollen einfach einen optimierten A380 der weniger verbraucht.

Ein Stretch wäre was die Effizienz angeht natürlich gut, da die Flügel ja schon dafür ausgelegt sind und der -800 diese Extra Kilos mit sich rumschleppen muss aber dafür gibt es (derzeit) keinen Markt.
Beitrag vom 16.01.2017 - 13:32 Uhr
@vahls
"Malaysia Airlines will die A380-Charter-Ops noch dieses Jahr als wirtschaftlich eigenständige Einheit gründen."
Gemeint war damals noch im Jahr 2016. Hat man aber auch nichts mehr von gehört. Wollte letztens erst mal eine Anfrage hier starten, was aus diesem Projekt geworden ist...

@ Guido3
"Vielleicht haben Sie ja mitbekommen, dass der wichtigste Kunde Emirates eine bessere Effizient fordert. Dazu können Stretch, 3-5-3, neue Triebwerke beitragen"
EK's CEO sagte jedoch auch explizit, dass er sich keinen größeren A380 wünscht, mit effizienteren Triebwerken ja, aber nicht größer (sorry, ich finde so schnell nicht den Link zum Interview, als Beweisstück sozusagen...)


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