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Warum Warren Buffet Southwest Airlines kaufen könnte

OMAHA - Die Entscheidung von Warren Buffett, Beteiligungen an den vier größten Fluggesellschaften der USA aufzubauen, könnte letztlich ein erster Schritt für eine Komplettübernahme eines der Konzerne sein. Das zumindest glauben einige Analysten unter Verweis auf die Historie im Eisenbahnsektor.

"Wir sehen eine vollumfängliche Übernahme einer Airline durch Berkshire als eine Möglichkeit, die man nicht von der Hand weisen sollte – besonders dann nicht, wenn die Kurse sinken", schrieben Analysten von Morgan Stanley um Rajeev Lalwani in einer Kundennotiz in dieser Woche.

Buffetts Investment-Holding Berkshire Hathaway war im zweiten Halbjahr 2016 groß bei Fluggesellschaften eingestiegen. Sie wurde zu einem der beiden Top-Aktionäre bei Delta Air Lines, United Continental Holdings, American Airlines Group und Southwest Airlines.

Beobachter waren von diesem Schritt überrascht worden, angesichts von Buffetts Skepsis gegenüber dem Sektor in der Vergangenheit. Berkshires Vice Chairman Charles Munger brachte jedoch bereits die neue Einstellung seines Unternehmens zur Branche mit dem Wandel bei Eisenbahngesellschaften vor einem Jahrzehnt in Verbindung.

Southwest Boeing 737 in neuem Look
Southwest Boeing 737 in neuem Look, © Southwest Airlines

"Es war rund 80 Jahre lang ein schlechtes Geschäft", sagte der 93-jährige Munger vergangene Woche bei einer Veranstaltung in Los Angeles. "Doch schließlich reduzierten sie es auf vier große Eisenbahngesellschaften und es war ein besseres Geschäft. Und etwas Ähnliches passiert bei den Fluggesellschaften."

Berkshire hatte beim Buyout von Burlington Northern Santa Fe (BNSF) im Jahr 2010 mehr als 26 Mrd. Dollar gezahlt. Er kaufte damals die 77,5 Prozent an der Eisenbahngesellschaft, die sich nicht schon in seinem Besitz befanden.

Zuvor war Buffett mit Minderheitsbeteiligungen bei BNSF, Union Pacific und Norfolk Southern eingestiegen. Nach der BNSF-Transaktionen verkaufte er die Aktien der konkurrierenden Unternehmen wieder.

Die sechs größten US-Airlines verzeichneten 2016 ihr fünftes Jahr in Folge mit Gewinnen. Jahrelange Fusionen und Übernahmen in der Branche hatten wenige große Wettbewerber übriggelassen, hinzu kamen geringere Treibstoffkosten. Bloomberg-Daten zufolge verdienten die Top-6 auf bereinigter Basis rund 14 Mrd. Dollar, nach über 50 Mrd. Dollar an Verlusten im vorherigen Jahrzehnt.

"Jedes Jahr gibt es Überraschungen"


Lalwani schrieb, dass Southwest ein "plausibler Kandidat" sein könnte. Er verwies auf den freien Cashflow, Kostenstruktur und Management der Fluggesellschaft aus Dallas. Buffett hatte in der Vergangenheit öffentlich seine Bewunderung für das Unternehmen und dessen Mitgründer Herb Kelleher ausgedrückt.

Southwest reagiere nicht auf "Gerüchte und Spekulationen", erklärte der Konzern auf Anfrage von Bloomberg. Vertreter der anderen Airlines wollten sich nicht äußern.

Cowen & Co. erklärte gegenüber Investoren ebenfalls, dass sie die Möglichkeit, dass Buffett eine Fluggesellschaft kauft, nicht ausschließen sollten. "Jedes Jahr gibt es Überraschungen in der Branche", schrieb Analystin Helane Becker in dieser Woche in einer Notiz.

"In diesem Jahr glauben wir, dass eine Überraschung darin bestehen könnte, dass eine große Airline übernommen wird, möglicherweise von Berkshire, oder selbst die Börse verlässt." Mit Stand vom 30. September sitzt Berkshire auf Barmitteln im Volumen von mehr als 80 Mrd. Dollar.
© Bloomberg News, aero.de | Abb.: Southwest Airlines | 24.02.2017 11:05


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