Vorbereitungen auf Brexit
Älter als 7 Tage

Easyjet will Betreiberlizenz in Österreich

easyJet Airbus A320
easyJet Airbus A320, © Airbus S.A.S.

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LONDON - Easyjet wird zu einem Drittel Wienerin. Die Airline will künftig 4.000 Mitarbeiter und 100 Flieger aus Österreich steuern, teilte Easyjet am Freitag mit. Ausschlaggebend seien die Unsicherheiten rund um den Brexit und die guten Erfahrungen mit der Wiener Flugsicherheitsstelle Austro Control.

An den Standorten der Flugzeuge ändert sich nichts, wie viele Mitarbeiter künftig in Wien sitzen, ließ Easyjet noch offen. Eine Lizenz für die neu zu gründende Gesellschaft Easyjet Europe ist beantragt und soll in Bälde ausgestellt werden.

"Wir sind im Prozess die Lizenz zu bekommen, wann genau ist nicht abschätzbar", sagte Thomas Haagensen, Country Manager für die Region Österreich, Deutschland und die Schweiz, zur APA.

Mit dem Umzug sei sichergestellt dass auch nach einem Brexit die Flugrechte für die Airline in Europa aufrecht erhalten bleiben, betonte Haagensen. Laut EU-Recht hat die Fluggesellschaft eines EU-Mitgliedsstaates die Freiheit, innerhalb der EU beliebige Strecken zu fliegen.

Für Österreich habe unter anderem die Austro Control gesprochen. "Die Austro Control verfolgt einen strikten Kurs bei der Umsetzung von Sicherheitsrichtlinien, der dem von der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) vorgegebenen Weg hin zu mehr leistungsorientierter Sicherheit voll entspricht", so Haagensen.

Infrastrukturminister Jörg Leichtfried (SPÖ) zeigte sich über die Auswahl Wiens erfreut: "Das ist eine Auszeichnung für den Standort Österreich. Unser großer Pluspunkt ist unter anderem die professionelle und serviceorientierte Arbeit der österreichischen Luftfahrtbehörden."

Und auch Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) lobte die Entscheidung: "Das ist eine großartige Nachricht für den Standort Österreich. Ich freue mich sehr, dass sich Easyjet für unser Land entschieden hat.

Im Wettbewerb mit 27 anderen europäischen Ländern hat die Qualität des Staates und nicht Steuerdumping gewonnen. Nicht der Billigere, sondern der Bessere hat gewonnen. Das zeigt: Eine starke Wirtschaft braucht einen starken Staat als Partner."

Jährlich fliegen 78 Millionen Passagiere mit der britischen Billigfluglinie. Rund die Hälfte der Passagiere stammt aus den EU-27 Mitgliedsstaaten. Derzeit sind rund 100 Flugzeuge und 4.000 Mitarbeiter in EU-27 Mitgliedsstaaten stationiert sowie etwa 25 Flugzeuge und 950 Mitarbeiter in der Schweiz und 140 Flugzeuge und 6.000 Mitarbeiter in Großbritannien.

Alle drei Fluggesellschaften (Wien, Zürich, London) kommen unter das Dach der Easyjet plc, die weiterhin an der Londoner Börse notiert bleibt und ihren Sitz in Großbritannien hat. Easyjet ist mit dem geplanten Gang nach Wien nicht die einzige Airline die über mehrere Flugrechte verfügt. Unter anderem hat dies auch die AUA-Konzernmutter Lufthansa.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Airbus | 14.07.2017 10:59

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Beitrag vom 14.07.2017 - 21:13 Uhr
Die 50% Regel ist nur Relevant für Flüge außerhalb des EU Binnenmarktes, um in Genuss der Luftfahrtabkommen mit der EU und anderen Länder zu kommen. Innerhalb der EU kann Easyjet mit einer 100% Tochter in Österreich ohne Einschränkungen fliegen.

Das ist falsch!

Artikel 4 der Verordnung 1008/2008 regelt, ob ein Luftfahrtunternehmen eine Betriebsgenehmigung erhalten darf.
Beitrag vom 14.07.2017 - 15:46 Uhr
Alle drei Fluggesellschaften (Wien, Zürich, London) kommen unter das Dach der Easyjet plc
Ich wusste gar nicht, dass Wien, Zürich und London Fluggesellschaften sind...
Ok, gemeint sind wohl die Hauptsitze der drei easyJet-Gesellschaften. Wäre so aber auch nicht richtig, denn easyJet Switzerland sitzt in Genf (Meyrin, um genau zu sein), und hat nicht einmal eine Basis in Zürich (easyJet plc bedient Zürich nur allerdings ein paar mal am Tag (z.B. ab London und Hamburg).
Beitrag vom 14.07.2017 - 13:53 Uhr
Mit dem Brexit kommt der Exbrit.

Dieser Beitrag wurde am 14.07.2017 13:59 Uhr bearbeitet.


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