Ein Jahr LHI
Lufthansa-Strategie für Italien geht noch nicht auf
MAILAND - Italien bleibt für Lufthansa auch ein Jahr nach Aufnahme des Flugbetriebs der Tochtergesellschaft Lufthansa Italia (LHI) ein schwieriger Markt. Der Konzern kann das ab Mailand-Malpensa (MXP) aufgebaute Angebot noch nicht zufriedenstellend absetzen. Ab 16. Februar gibt Lufthansa Italia die unzureichend ausgelastete Verbindung zwischen Malpensa und Rom-Fiumicino auf. Insgesamt wird die Airline ihr Flugangebot 2010 aber erhöhen.
Der Rückzug einer in Sanierungsverhandlungen feststeckenden Alitalia aus Mailand bedeutete einen norditalienischen weißen Fleck im europäischen Luftverkehr. Mit Gründung der Lufthansa Italia sollte diese Angebotslücke in einer wirtschaftlich starken Region geschlossen werden.
Der Neustart der Alitalia als privatisierte Gesellschaft erschwerte Lufthansa in der Folge aber die Erschließung des italienischen Inlandsmarkts.
Die jetzt beschlossene Aufgabe der Strecke nach Rom-Fiumicino verdeutlicht ein Grundproblem: Lufthansa Italia fehlt der Zugang zu dem von Geschäftsreisenden bevorzugten Stadtairport Mailand-Linate. Alitalia kontrolliert rund 80 Prozent der Linate-Slots. Am Drehkreuz Malpensa übt Budgetflieger Air Italy zudem zusätzlichen Preisdruck auf Lufthansa Italia aus.
Lufthansa bekräftigte am Freitag ihr Interesse am Aufbau eines
Linate-Verkehrs. Mit den entsprechenden Slots würde Lufthansa Italia
sofort über den Stadtflughafen fliegen, sagte Konzernsprecherin Amelie Schwierholz gegenüber aero.de. Lufthansa
hatte im vergangenen Jahr mehrfach vergeblich versucht, Slots in Linate
zu erwerben.
Der Konzern weist keine getrennten Verkehrszahlen für Lufthansa Italia aus. Die Auslastung der Maschinen wird im Bereich Passage konsolidiert. Auf Anfrage unserer Redaktion gab der Konzern die durchschnittliche Auslastung der Flüge von Lufthansa Italia mit 70 Prozent an. Im Europaverkehr seien die Maschinen bis zu 80 Prozent ausgelastet.
"Hinsichtlich der Kostenstrukturen befindet sich Lufthansa Italia auf einem guten Weg", sagte die Sprecherin. "Die Produktivität der Flugzeuge ist bereits jetzt auf gutem Niveau, hier arbeiten wir noch an weiteren Optimierungen."
Neue Strecken und höhere FrequenzenMit Beginn des Sommerflugplans wird Lufthansa Italia vier neue Verbindungen ab Mailand MXP anbieten: nach Stockholm und Warschau sowie Palermo und Olbia. Die bestehenden Verbindungen nach Neapel, Budapest und Barcelona werden erhöht, so dass LHI dann 19 Flüge in der Woche nach Neapel und Barcelona sowie 12 wöchentliche Flüge nach Budapest anbietet.
Insgesamt bietet Lufthansa Italia in Mailand dann 176 wöchentliche Flüge zu 13 Destinationen in Italien und Europa an. (Barcelona, Bukarest, Budapest, Madrid, Lissabon, London Heathrow, Paris Charles de Gaulle, Stockholm, Warschau, Bari, Neapel, Olbia und Palermo).
Die Flotte wird entsprechend wachsen. "Lufthansa Italia wird für die Bedienung der neuen Strecken und Frequenzen zusätzliches Fluggerät erhalten", ergänzte Schwierholz. "Dies wird dem Bedarf entsprechend aus dem Lufthansa Konzern gespeist."
Bereederung der LHI weiterhin StreitgegenstandDie von Lufthansa angestrebte Entkoppelung der LHI aus dem Konzerntarifvertrag trifft unterdessen weiterhin auf den erbitterten Widerstand der Gewerkschaften. "Bei LH Italia sind keine eigenen Piloten und Flugbegleiter angestellt,
die laufende Operations ist in die des Lufthansa Flugbetriebs
integriert und die LHI-Flugzeuge werden mit Personal der Lufthansa AG
bereedert", sagte Schwierholz.
Ob Lufthansa bei der Tochtergesellschaft 2010 einen getrennten Beschäftigungsrahmen durchsetzen kann ist ungewiss und wird vom Ausgang der laufenden Tarifverhandlungen mit Cockpit abhängen. Die Fronten sind gegenwärtig verhärtet. Im Januar rief Cockpit ihre Mitglieder zu einer Urabstimmung an die Urnen. 4.500 Lufthansa- und Germanwings-Piloten sollen bis zum 17. Februar ihr Votum über einen
Arbeitskampf abgeben.
© aero.de | Abb.: Deutsche Lufthansa AG | 29.01.2010 11:40
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Also die Entwicklung von LHI hätte ich mir auch positiver vorstellen können als allgemein berichtet wird. Von speziellen italienischen Verhältnissen weiß ich allerdings zu wenig aber sicher spielt dabei Alitaia eine entscheidende Rolle.
Die alte Alitalia war ja ein Horror (auch persönlich erlebt) und deshalb war gegenüber dem Neuanfang schon Skepsis angebracht. Doch konkret Negatives von Passagieren habe ich seitdem noch nicht gehört. Weiß jemand darüber mehr?. Dabei wäre natürlich auch interessant ob weiterhin so viel Geld verbrannt wird.
Die Frage ist ja auch, wieviele Drehkreuze braucht die LH eigentlich noch...Frankfurt, München, Brüssel, London, Wien, Düsseldorf, Zürich, Mailand ????? demnächst noch Berlin oder wie? Und auch noch alle innerhalb von max. 1,5 Flugstunden....da werden einige bald bereinigt werden, ich denke da speziell an Wien...
Die Idee von Lufthansa Italia ist eigentlich nciht schlecht, zu dumm nur, dass es zwei Flughäfen in Mailand gibt und die LHI keinen Zutritt zu dem Interessanteren von beiden bekommt. Sollte Linate nicht irgendwann geschlossen werden, denn dann würde sich Malpensa auch mal richtig rechnen bzw. dann wäre er einmal richtig ausgelastet und dann lohnt sich auch dort ein Drehkreuz, auch für Alitalia.
Wäre es nicht sinnvoller mehr Städte in Italien direkt von Deutschland anzufliegen als ohnehin schon und damit den Verkehr der Alitalia vor der Nase wegzuschnappen?
Die Idee, die Airbusse an Air Dolomiti zu geben, und von denen fliegen zu lassen war eigentlich die ursprüngliche Idee, aber das wäre dann wohl zu krasses/offensichtliches Outsourcing. Man ist dann nachher ja auch davon abgekommen, italienisches Personal einzustellen, angeblich auch, weil nicht ausreichend qualifizierte Leute in einem so kurzen Zeitraum gescreened werden konnten - was dran ist, sei dahingestellt.