Beitrag vom 15.06.2025 - 12:57 Uhr
@diehmann66,
ab wann wird bei Air India mit A/P geflogen?
M. E. hatte der Flieger doch schon eine Höhe erreicht, in der man sich mit den Aktivieren des A/P beschäftigt. Da guckt man doch schon auf die Instrumente...
Laut Aviation Herald wurde die volle Startbahnlänge genutzt. Dann wäre der Flieger erst recht spät - oder sogar zu spät - in die Luft gekommen. Dann macht es schon Sinn, den "Kerosinstrang" zu überprüfen - vgl. 777-Bruchlandung in Heathrow wg. Eis im Kerosin bzw. im Kerosinstrang (dabei leisten auch beide Triebwerke zu wenig Schub).
Die Aufwertung des FDR wird hoffentlich recht bald Klarheit bringen.
Beitrag vom 15.06.2025 - 13:39 Uhr
https://www.youtube.com/watch?v=8XYO-mj1ugg
Bevor der Link von dlehmann66 hier untergeht: Dieses Video ist sehenswert. Nicht nur wegen der besseren Qualität des Original- Handy Videos von den Sekunden vor dem Absturz.
Beobachtungen: Akustische und optische Hinweise, dass die RAT an dem Punkt deployed war, an dem der Steigflug zuende ging.
Mögliche Auslöser für RAT Deployment:
- Hydraulic fault
- Electrical fault
- Dual Engine Fault.
Der Funkspruch "lost power" könnte sich zudem, je nachdem, welche Formulierung in welcher Sprache genau genutzt wurde, sowohl auf die Elektrik oder den Thrust oder aber auf beides beziehen.
Wie reagiert die Systemarchitektur der 787 auf einen hypothetischen kompletten Stromausfall an Bord?
Führt das eventuell zu einer Abschaltung der Triebwerke?
Dieser Beitrag wurde am 15.06.2025 13:46 Uhr bearbeitet.Beitrag vom 15.06.2025 - 14:01 Uhr
@diehmann66,
ab wann wird bei Air India mit A/P geflogen?
M. E. hatte der Flieger doch schon eine Höhe erreicht, in der man sich mit den Aktivieren des A/P beschäftigt. Da guckt man doch schon auf die Instrumente...
Laut Aviation Herald wurde die volle Startbahnlänge genutzt. Dann wäre der Flieger erst recht spät - oder sogar zu spät - in die Luft gekommen. Dann macht es schon Sinn, den "Kerosinstrang" zu überprüfen - vgl. 777-Bruchlandung in Heathrow wg. Eis im Kerosin bzw. im Kerosinstrang (dabei leisten auch beide Triebwerke zu wenig Schub).
Ich denke "Gear up" kommt vor "A/P on". (was sagen die Piloten hier?) Ich denke schon, dass die Crew dabei war, vom Start in den Steigflug überzugehen ABER selbst wenn man den A/P mit falschen Daten gefüttert hat und gleichzeitig mit dem Einfahren das Fahrwerks auf A/P geswitched ist, dann sollten das Fahrwerk drin sein. Auch kann eine Fehleingabe am A/P max. zu idle mode der engines führen, nicht engine off. Die RAT war ausgefahren also, denke ich, kann man eine Fehleingabe der A/P als Main-Cause ausschliessen.
Beitrag vom 15.06.2025 - 14:01 Uhr
Ohne jetzt die 787 zu kennen ist allen Triebwerken, die ich kenne, eines gemein:
Ab einer gewissen Drehzahl, die noch weit unter Idle liegt, versorgt der Dedicated Alternator das gesamte FADEC System des Triebwerks,
sodass ein Ausfall des Boardnetz keinen Auswirkung auf die TW's haben sollte.
Es gibt ein Video, in dem ein Triebwerk geborgen wird.Dabei sind die Fanblades weitestgehend intakt, so sieht sicher kein Engine aus, dass bei Volllast einschlägt.
Dieser Beitrag wurde am 15.06.2025 14:25 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 15.06.2025 - 14:05 Uhr
Ich denke, wenn es eine Manipulation der "Engine ON" Schalter gegeben hat, dann ist es SEHR SEHR schnell auf den Daten der Blackbox sichtbar d.h. da muss man nicht lange auswerten und wir werden es erfahren.
Sollte es dagegen wirklich ein technischer Defekt sein, dann kann es länger dauern, bis man die Kausal-Kette zusammengesetzt hat.
Man muss ja auch nur 30 Sekunden auswerten.
Beitrag vom 15.06.2025 - 14:31 Uhr
Für mich wäre jetzt noch interessant, ob die Maschine unter MEL Bedingungen betrieben wurde.
Beitrag vom 15.06.2025 - 15:04 Uhr
So kurz nach einem Unglück ist das Handeln der Akteure erstmal für die Ã?ffentlichkeit, ich würde dem keine zu große Bedeutung hinsichtlich möglicher Ursachen beimessen.
Hier soll sicherlich einem möglichen negativen Vorurteil gegenüber der Ausbildung indischer Piloten vorgebeugt und das Sicherheitsgefühl wiederhergestellt werden - man tut was!
Nach Boeing´s Reaktionen auf die Max-Abstürze kann ich gut verstehen, dass man seine lokalen Kräfte erstmal in Schutz nehmen möchte.
Die Reaktion der indischen DGCA hat in erster Linie nichts mit der �ffentlichkeit zu tun, sondern damit, die Sicherheit zu gewährleisten.
Alles andere, wie öffentliche Beruhigung oder Schutz der eigene Piloten, sind reine Showthemen, die zur Sache nichts beitragen und deswegen war das sicher n i c h t die Hauptintention der DGCA. Die Piloten wurde durch die Behörde auch gar nicht gänzlich aus dem Fokus genommen, sondern nur ausgesagt, dass es aktuell keinen Hinweis auf einen Pilotenfehler gebe. Das ist Stand heute auf Basis der bekannten Fakten immer noch der Fall.
Man sollte dieser wie auch aller anderen Behörden zuerst immer zugestehen, dass sich zuallererst sarum bemüht sind, ihren Job zu machen. Und der primäreJob der DGCA ist es, für Flugsicherheit zu sorgen und nix anderes. Das â??Herstellen eines Sicherheitsgefühlsâ?? gehört primär nicht dazu, höchstens am Ende nach allen anderen Themen.. Das Behörden in totalitären System auch vorherrschend aus rein politischen Motiven agieren, ist nichts Neues, aber in demokratischen Staaten ist das eher die Ausnahme. Und Indien gehört nich immer dazu. Ich sage das so deutlich, weil ich jedwede Annahmen, das Akteure zu allererst aus niederen Interessen heraus handeln, nicht gut finde, sofern es dazu keine echten Hinweise dafür gibt. Und aktuell gibt es keine Hinweise dazu, dass die DGCA aus politischen Interessen heraus agiert hat.
Es gibt wahnsinnig viele mögliche Ursachen, hier wurde z.B. noch gar nicht diskutiert, ob der Dreamliner immernoch nach ein paar Cycles resettet werden muss. Fuel Venting? Verstopfte Treibstofffilter durch Debris aus den Pumpen? Emergency Shutdown beider Engines (aufgrund fehlerhafter Sensordaten oder realer Gefährdung)? ...
Ja, aber das können nur die Daten der Blackboxen. Das vorhandene Daten- und Bildmaterial reicht dazu nicht.
Beitrag vom 15.06.2025 - 15:04 Uhr
Ohne jetzt die 787 zu kennen ist allen Triebwerken, die ich kenne, eines gemein:
Ab einer gewissen Drehzahl, die noch weit unter Idle liegt, versorgt der Dedicated Alternator das gesamte FADEC System des Triebwerks,
sodass ein Ausfall des Boardnetz keinen Auswirkung auf die TW's haben sollte.
Danke für die Bestätigung meines Kommentares ...
Beitrag vom 15.06.2025 - 15:10 Uhr
Für mich wäre jetzt noch interessant, ob die Maschine unter MEL Bedingungen betrieben wurde.
Guter Punkt..
MEL= minimum equipment list. Legt für jeden Flugzeugtyp die minimal erforderliche Liste an funktionierenden Systemen für die Flugtüchtigkeit fest. Muß der Pilot vor jedem Flug sicherstellen.
Beitrag vom 15.06.2025 - 15:30 Uhr
@diehmann66,
ich meinte, die Piloten gucken nicht mehr nach draussen, sondern konzentiert auf die Anzeigen, um
dann später den A/P zu aktivieren - also ggf. zunächst Einfahren des Fahrwerkes, Setzen der Klappen etc..Irgendwann wird doch IFR-määsig geflogen!
Bei der 777 - die mit A/T im Landeanflug betrieben werden soll- bewegt sich der throttle-Hebel auf die Position, die dem geleistetn Schub entspricht, falls man den Hebel nicht festhält.
Wie ist das bei der 787? Der throttle Hebel ist ganz vorn, aber die Turbine dreht sich kaum und die Kerosinpumpen erzeugen keinen Druck. auf der Leitung?
Beitrag vom 15.06.2025 - 15:32 Uhr
Der Funkspruch "lost power" könnte sich zudem, je nachdem, welche Formulierung in welcher Sprache genau genutzt wurde, sowohl auf die Elektrik oder den Thrust oder aber auf beides beziehen.
Lt. Avherald und anderen Quellen sollen neben dem Mayday auch die Worte â?? No Thrust, not taking liftâ?? gefallen sein. Das Wort Thrust ist hier eindeutig..
Beitrag vom 15.06.2025 - 15:42 Uhr
@diehmann66,
ich meinte, die Piloten gucken nicht mehr nach draussen, sondern konzentiert auf die Anzeigen, um
dann später den A/P zu aktivieren - also ggf. zunächst Einfahren des Fahrwerkes, Setzen der Klappen etc..Irgendwann wird doch IFR-määsig geflogen!
Das meine ich doch, wenn man startet, schaut man aus dem Fenster vorne, bis der PM "rotate" ruft, dann zieht man am Steuerhorn und guckt weiter nach draussen bis man vom Boden nix mehr sieht. Dann schaut man ob die climb rate oder Steigwinkel stimmt und dann schaut man auf die Höhenmesser und ruft "gear up" wenn alles bis dahin gepasst hat. Wenn man dann 1000 ft (oder was die Vorgabe ist) aktiviert man A/P und wenn man keine Kurve fliegen muss zieht man die Flap ein.
ABER man schaut nicht zum PM rüber oder was er auf der Mittelkonsole tut.
Dieser Beitrag wurde am 15.06.2025 15:44 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 15.06.2025 - 15:44 Uhr
... und die Kerosinpumpen erzeugen keinen Druck. auf der Leitung?
Was denn das für ein Quatsch. TW regelt man mit Spritmenge, aber nicht mit veränderlichem Druck der Spritpumpen ...
Beitrag vom 15.06.2025 - 15:45 Uhr
Laut Aviation Herald wurde die volle Startbahnlänge genutzt. Dann wäre der Flieger erst recht spät - oder sogar zu spät - in die Luft gekommen.
Achtung, auch Avherald kann Falschmeldungen beinhalten - das sogar der Kapitän in dem zuvor verlinkten Video bestätigt.
Auf PPRuNe und Airliners.net wurde das zweite Video der Ã?berwachungskamera analysiert und der Ort der Rotation und des Abhebens lokalisiert mit dem Ergebnis, das die 787 Liftoff ca. 1500m vor Runwayende hatte.
Man kann im Video sehr gut die Intersection erkennen, wo ein anderes Flugzeug wartete. Und auf Höhe der Intersection hatte die 787 geschätzt schon >=V1 drauf gehabt, gemessen an der kurz danach erfolgten Rotation (im Bild hinter dem kleinen Häuschen).
Also: sieht nach normalem Takeoff aus. Das Aufwirbeln des Sandes beim Abheben ist wohl bedeutungslos.
Dieser Beitrag wurde am 15.06.2025 15:47 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 15.06.2025 - 16:03 Uhr
Laut Aviation Herald wurde die volle Startbahnlänge genutzt. Dann wäre der Flieger erst recht spät - oder sogar zu spät - in die Luft gekommen.
Achtung, auch Avherald kann Falschmeldungen beinhalten - das sogar der Kapitän in dem zuvor verlinkten Video bestätigt.
Auf PPRuNe und Airliners.net wurde das zweite Video der Ã?berwachungskamera analysiert und der Ort der Rotation und des Abhebens lokalisiert mit dem Ergebnis, das die 787 Liftoff ca. 1500m vor Runwayende hatte.
Man kann im Video sehr gut die Intersection erkennen, wo ein anderes Flugzeug wartete. Und auf Höhe der Intersection hatte die 787 geschätzt schon >=V1 drauf gehabt, gemessen an der kurz danach erfolgten Rotation (im Bild hinter dem kleinen Häuschen).
Also: sieht nach normalem Takeoff aus. Das Aufwirbeln des Sandes beim Abheben ist wohl bedeutungslos.
Hier ab Minute 8 oder 9 kann man es sehen
https://www.youtube.com/watch?v=TGfdMQ21oJ8