Flug 4U-592
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Eurowings Airbus A330-200 verliert Triebwerksverkleidung

Eurowings Airbus A330-200
Eurowings Airbus A330-200, © Lufthansa

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PALMA - Vor der Aufnahme von Langstreckenflügen probt Eurowings seit gestern den Einsatz von Airbus A330-200 mit Umläufen nach Mallorca. Auf Flug 4U-592 von Köln nach Palma kam es Dienstag zu einer technischen Panne - die D-AXGA verlor beim Start Teile der Verkleidung ihres linken CF6-Triebwerks.

Die Abdeckung des Wartungszugangs löste sich vom Triebwerk und ging noch auf dem Flughafengelände von Köln/Bonn zu Boden.

Flug 4U-592 verließ Köln/Bonn um 6.56 Uhr, sagte ein Sprecher des Flughafens aero.de. "Die Abdeckung wurde neben der Startbahn des Flughafens Köln/Bonn, nach Abheben des A330, sichergestellt", erklärte Eurowings in einer separaten Mitteilung. Bei dem Teil handele es sich um "eine Ummantelung des mittleren Rings des Triebwerks".

"Im Cockpit gab es keinerlei Indikationen, dass das Teil der Ummantelung des Triebwerks gefehlt hat", führte Eurowings aus. "Die Piloten wurden über den Sachverhalt im französischen Luftraum informiert. Da ein sicherer Flugverlauf weiterhin gegeben war, entschlossen sich die Piloten, den Flug nach Palma de Mallorca wie geplant fortzusetzen."

Die Maschine sei um 08.58 Uhr sicher in Palma gelandet. Für die 169 Fluggäste und 13 Besatzungsmitglieder habe "keine Gefahr" bestanden.

SunExpress Deutschland fliegt die A330-200 für Eurowings im Rahmen einer Wetlease-Vereinbarung als Operator. Eurowings ist die Plattform.

Vom 02. November an will Eurowings regelmäßig in die Ferne starten, den Anfang machen die Zielregionen Karibik und Thailand. Die D-AXGA ist die erste A330-200 der neuen Günstigflotte im Lufthansa-Konzern und war zuvor bei Eva Air zwölf Jahre im Einsatz.

Lufthansa Technik und die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) haben Ermittlungen zu dem Verlust der Verkleidung angekündigt. Lufthansa Technik war nach Eurowings-Angaben in der Nacht zum Dienstag mit der Wartung des Flugzeugs beauftragt.

Bei British Airways konnte ein beidseitiger Verlust der Triebwerksverkleidungen an einem startenden Airbus A319 im Mai 2013 später mit einer Wartungspanne erklärt werden.


Dem Dienst "Aviation Herald" lagen am Mittag Fotos der D-AXGA nach Landung in Palma vor, auf denen Techniker den Schaden begutachten.

Update 17:30 Uhr: Stellungnahme der DFS

Die Deutsche Flugsicherung (DFS) hat sich am Nachmittag gegenüber aero.de zum Vorfall geäußert. "Der Verlust der Triebwerksabdeckung wurde nicht vom Tower beobachtet", widersprach DFS-Sprecher Axel Raab einer anderslautenden Darstellung des Vorfalls durch den "Aviation Herald".

Erst der Pilot eines nachfolgenden Flugzeugs habe Flugzeugteile auf der Bahn entdeckt und dies dem Tower mitgeteilt. "Der Tower veranlasste eine Bahninspektion und die Teile wurden eingesammelt", sagte der Sprecher. "Die Identifizierung der Teile dauerte etwa 45 Minuten. Anschließend, nach insgesamt etwa einer Stunde, wurde der Pilot, der sich inzwischen im französischen Luftraum befand, von der Kontrollzentrale Marseille informiert."

Update 18:42 Uhr: Weiterflug vertretbar?

Eine etwaige Untersuchung des Zwischenfalls durch die BFU dürfte sich auch mit der Frage beschäftigen, ob die Fortsetzung des Flugs zum Ziel vertretbar war. "Es gibt keine verbindliche Vorschrift, die mir untersagt in einem solchen Fall weiterzufliegen", ordnete Cockpit-Sprecher Markus Wahl die Situation aus Pilotensicht ein. "Hier müssen sicherlich alle Umstände und Fakten miteinander abgewogen werden."
© aero.de | Abb.: Lufthansa | 20.10.2015 16:34

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Beitrag vom 26.11.2015 - 20:09 Uhr
@ BMW507

Nicht so schlimm. Die Q400 hat doch ein T-Leitwerk. Die Verkleidung ist bestimmt sicher darunter hindurch gesegelt, wenn man hier so die Kompetenz in der Aerodynamik folgen darf ...

War ja auch wieder nur so eine überflüssige "Pappe" die da vom Triebwerk abgefallen ist. Die ist am Ende sicher ganz sanft zu Boden geschwebt.

Beitrag vom 26.11.2015 - 11:27 Uhr
 http://www.aero.de/news-22966/Luxair-Flugzeug-verliert-Teil-der-Triebwerksabdeckung.html

... und wieder ist eine Triebwerksverkleidung abgefallen ...
... aber nun ist es nicht EW ...

Die Ursache war von der Wartung nicht korrekt verschloßene Verriegelungen.

Beitrag vom 09.11.2015 - 18:00 Uhr
Ich habe mal mit Annahmen grob gerechnet:
Annahme: Das Teil hat 4 m^2 und ist bei 80m/s (vR) abgerissen. Cw Wert mit 0,7 angenommen und 30 kg schwer. Einschlag in das Höhenleitwerk - etwas weiter aussen so bei 9m von der Rumpfmitte aus.

Nach 0,8 sec. sind die gut 30m überwunden und die Geschwindigkeit hat sich von den 80 m/s auf 20 verringert. Trift also die Tür mit 30 kg und 60 m/s weit draußen auf des HL, ergibt das doch eine erhebliche Energieeinleitung da die Geschwindigkeit ja wieder im Quadrat zu rechnen ist. Hebelarm dazu nicht vergessen - dann möchte ich nicht in dem Flieger sitzen.

Was ich mich weiter gefragt habe, da fliegt das erste mal eine Eurowingscrew mit dem A 330 und eine Triebwerksverkleidung fliegt weg. Wie oft ist das bei LH in den ganzen Jahres des Betriebs mit über 100.000 Starts der Flotte vorgekommen?

Alles nur Zufall oder nur Pech?


Dieser Beitrag wurde am 09.11.2015 18:01 Uhr bearbeitet.


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