Sanierung mit der Brechstange
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Air Berlin rechnet 2018 mit schwarzen Zahlen

BERLIN - Air Berlin rechnet nach ihrem angekündigten Kahlschlag und der Halbierung ihrer Flotte auf 75 Flugzeuge auch im kommenden Jahr noch nicht mit einem Gewinn. "Wir erwarten, in 2018 operativ schwarze Zahlen zu schreiben", sagte Vorstandschef Stefan Pichler am Donnerstag in einer Telefonkonferenz.

Air Berlin hatte am Mittwochabend angekündigt, bis zu 1.200 Vollzeitmitarbeiter zu entlassen. Zudem sollen bis zu 40 Flugzeuge samt Besatzung ab dem kommenden Sommerflugplan an den Lufthansa-Konzern vermietet werden. Das Touristik-Geschäft samt 35 Maschinen will Air Berlin in eine separate Gesellschaft ausgliedern.

Neue Air Berlin fliegt mit kleinerer Flotte
Neue Air Berlin fliegt mit kleinerer Flotte, © Air Berlin

Zur Zukunft dieser Touristiksparte wollte sich Pichler nicht genauer äußern. Das Management arbeite an strategischen Optionen, die über eine separate Rechnungslegung des Bereichs hinausgingen, sagte der Manager.

Insidern zufolge wollen Air Berlin und ihre arabische Großaktionärin Etihad den Bereich in einem Gemeinschaftsunternehmen mit dem Ferienflieger Tuifly des weltgrößten Reisekonzerns Tui bündeln.

Dieses soll offenbar 17 Airbus-Maschinen der österreichischen Air-Berlin-Tochter Niki sowie diejenigen 14 Boeing-Jets von Tuifly umfassen, die bisher samt Tuifly-Personal im Namen von Air Berlin unterwegs sind.

Weniger Flugzeuge = weniger Standorte


Ansonsten will Pichler Air Berlin auf das Hubgeschäft in Berlin und Düsseldorf einnorden und von dort mehr Langstrecken fliegen. Von allen übrigen deutschen Basen - mit Ausnahme von München und Stuttgart - zieht sich Air Berlin zurück.

Die neue Flotte werde sich aus 18 Regionalflugzeugen, 40 A320 und 17 Langstreckenflugzeugen zusammensetzen und im Schnitt 7,5 Jahre alt sein, sagte Pichler. Bis 2019 werden acht neue Langstreckenflugzeuge zu Air Berlin kommen.

Air Berlin meldete in den letzten acht Jahren nur einmal einen Nettogewinn und musste sich auf Geldspritzen ihres Großaktionärs Etihad Airways verlassen. Vor Pichler scheiterten drei Vorstände an einer Sanierung der Airline, deren Verlust im letzten Geschäftsjahr auf 447 Millionen Euro stieg.
© aero.de, dpa-AFX | Abb.: FBB. Günter Wicker, Air Berlin | 29.09.2016 11:03


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