Umsteige-Hubs
Älter als 7 Tage

Istanbul wird Dubai und Abu Dhabi gefährlich

ISTANBUL - Nur 52 Monate nach Baubeginn soll Istanbuls neuer Megaairport am 29. Oktober 2018 ans Netz. Schon jetzt spüren die Umsteighubs in Dubai und Abu Dhabi die Sogwirkung der Türkei auf Umsteiger. Während Transitreisen am Golf stagnieren, legt Istanbul zweistellig zu.

Die spanischen Touristikberater ForwardKeys werteten kürzlich aus täglich rund 1,7 Millionen Buchungsvorgängen Trends für das laufende Winterquartal aus.

Demnach steigt die Zahl der über Istanbul gebuchten Transitflüge zum Vorjahr um 21 Prozent, während Dubai und Doha stagnieren und Abu Dhabi gar um 14 Prozent nachgibt.

Zwar kommen die drei Golf-Größem zusammen das vierfache Transitaufkommen von Istanbul, wichtige Transfermärkte wie Indien, China und Russland verschieben sich inzwischen aber in Richtung Bosporus, zum Teil im hohen zweistelligen Bereich, ebenso Quellmärkte in Europa und den USA.

ForewardKeys
Transferbuchungen Q1-2018 , © ForewardKeys

Istanbul profitiert auf Transferrouten zunehmend von seiner geographischen Lage. So berichten die spanischen Berater von einer steigenden Nachfrage für Flüge aus den USA und Europa nach Israel, Nahost, Iran und Nordindien. Oliver Jäger, CEO von ForewarKeys relativiert allerdings die Zahlen, sie basieren in Istanbul auch auf einer starken Markterholung nach dem Militärputsch, und in Doha auf den Folgen der arabischen Sanktionen gegen das Emirat Katar.

Bevor auf dem noch namenlosen  "New Istanbul Airport" die ersten Passagiere umsteigen, haben Betreiber und Airlines noch ein beispielloses Logistikprojekt vor sich. Nach einem ausgeklügelten Umzugsplan soll der gesamte Passagierverkehr vom Airport Atatürk IST innerhalb von nur 48 Stunden auf den rund 50 Kilometer entfernten Neubau verlegt werden.

Danach soll Atatürk für den Passagierverkehr geschlossen werden. Lediglich Fracht und Privatverkehre verbleiben, zumindest bis zur Fertigstellung ihrer Infrastruktur am neuen Airport. Vom Standortwechsel nicht betroffen ist der im asiatischen Teil von Istanbul gelegene Flughafen Sabiha Gögcen SAW.

Der von dem privaten Betreiberkonsortium TAV errichtete Megaairport startet mit einer Terminalkapazität von 90 Millionen Passagieren und drei Start- und Landebahnen: Istanbul trifft Dubai DXB auf Augenhöhe. Zudem wird der neue Flughafen vom Start weg der Größte in Europa sein. Im Endausbau sollen sieben Pisten zur Verfügung stehen und eine Terminal-Kapazität für jährlich 200 Millionen Passagiere.

Im Jahr 2017 wurden am Flughafen Atatürk 63,7 Millionen Passagiere gezählt, rund das Doppelte als zu Beginn des Jahrzehnts - 2010 stoppte der Flughafen bei 32,1 Millionen Passagieren den Zähler.
© aero.at | Abb.: TAV | 20.02.2018 08:06

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Beitrag vom 22.02.2018 - 10:24 Uhr
Wie kann Istanbul den ME3-Flughäfen gefährlich werden?
Zunächst muss eder neue Flughafen wirklich funktionieren.
Welche Verkehr wird dann von Dubai etc. abgezogen werden bzw. könnte nach Istanbul umziehen?
Turkish selbst kann kurzfristig kaum so stark wachsen, dass ME3 Probleme bekommen.

Aus der Sicht der Politik entwickelt sich die Türkei zu einem unberechenbaren Staat.


Dieser Beitrag wurde am 22.02.2018 10:25 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 22.02.2018 - 09:39 Uhr
@paulTU154

Ich denke eher, dass das HUB-Konzept "auf der Mitte der Langstrecke" mittelfristig aussterben wird. Sowohl für Premium, als auch für Billigflieger.

Premium will nicht umsteigen; und Billigflieger fliegen dann halt Flughäfen in der Pampas per Direktflug an. Mit zunehmender Flugzeugreichweite ist dann auch bei Ultralangstrecken die technische Notwendigkeit zum Umsteigen über kurz oder lang weg.

Rejkjavik liegt super für Flüge Europa - USA. Helsinki super für Flüge Europa-Japan. Und dennoch fristen die Flughäfen tendenziell ein Nischendasein.

Und ja - auch wenn "Geiz ist geil" vorrherrscht - für ein paar Stunden weniger Reisezeit sind auch preissensitive Kunden deutlich eher geneigt einen Hunderter draufzulegen als für ein Inch mehr Beinfreiheit.

Was mit interkontinentalem Direktflug nicht geht, ist die Feinverteilung. Da muss man auf absehbare Zukunft umsteigen. Da sehe ich aber mehr Potenzial beim Umsteigen im Zielkontinent. Wenn ich also zum Beispiel in Australien nach Alice Springs oder in Südafrika nach Kimberley oder sonstwas will, dann wird es wirtschaftlich nicht sinnvoll machbar sein, einen Direktflug Istanbul/Dubai - Alice Springs anzubieten. Das geht dann nur mit einem Hub im Zielkontinent. Von daher sehe ich große Chancen beim Flug London - Perth. Einfach, weil man ab Perth quasi überall in Australien direkt hinkommt.

Was bleibt dann noch für die Hubs in der Mitte der Langstrecke? Mittelzentrum-zu-Mittelzentrum. Das ist dann zunehmend ein Nischenmarkt. Und um das interessant zu machen, muss man auch erträgliche Umsteigezeiten bieten. Was ja z.B. Emirates beherrscht.

Kurzfristig ist Istanbul aber sicher eine gewisse potenzielle Bedrohung für die Golfflughäfen.

Beitrag vom 21.02.2018 - 19:44 Uhr
@FW 190

Einen Pendlerparkplatz in deinem Dorf als Großprojekt zu bezeichnen, finde ich schon etwas sonderbar!?
Und auch der Rest deines Beitrags zeugt von bewusster Fehlinterpretation, denn niemand hat hier behauptet, dass die Rahmenbedingungen alleine Schuld an der BER-Misere sind, aber einen verzögernden Beitrag leisten.

Selbstverständlich ist BER eine einzige Panne, aber die Baustelle in Instanbul damit 1:1 zu vergleichen, ist meiner Mienung nach unangebracht.

Ich habe Dir auch keine Anhängerschaft zu einer Partei unterstellt, deine Zündschnur ist da ein wenig zu kurz geraten.
Allerdings listest Du nur negative Beispiele auf, obwohl sogar hier über die Vorfeldsanierung von HAM zu lesen war und das diese schneller fortschreitet, als geplant.
Genauso, wie die Bauarbeiten zur Verbreiterung der A7 nördlich von HH.
Von daher bleibt der Eindruck des "einfach über alles meckern" an deinem Beitrag haften.

Mit "Nummernkonto" hast du allerdings den Bock geschossen. Jeder, der etwas mehr mit Luftfahrt zu tun hat, kennt den CS 25 Paragraphen 25.1309 als Quelle von 1:1.000.000.000 Aufallwahrscheinlichkeit von flugrelevanten Funktionen.

Und bevor du gleich wieder an die Decke gehst, vergleiche doch mal die Brandschutzbestimmungen in Deutschland mit denen in der Türkei und schau dann mal, welche Forderungen seitens der EASA/FAA/ICAO... für den Brandschutz im inneren des Flugahfengebäudes existieren. Du wirst staunen!

Gruß, 25.1309


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