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Boeing 747: Eine Ikone wird fünfzig

CHICAGO - Vor fünfzig Jahren rollte der erste Jumbo aus der Fabrik, die eigens für ihn gebaut wurde. Nur zweieinhalb Jahre hatte es vom ersten Entwurf bis zu diesem Moment gedauert. Die Boeing 747 ist in den folgenden fünf Jahrzehnten zur lebenden Legende geworden.

Das erste Testflugzeug RA001 war mehr als doppelt so groß als das damals größte Boeing-Flugzeug. Joe Sutter und sein Entwicklerteam bauten es in nur zweieinhalb Jahren. Das brachte ihnen den Spitznamen "Die Unglaublichen" ein.

Der Launch der ersten Boeing 747
Der Launch der ersten Boeing 747, © Boeing

Die Ingenieure orientierten sich an den Wünschen der Erstkundin PanAm - und ruinierten Boeing beinahe damit. Doch der 747, die von Fans liebevoll "Jumbo" genannt wird, stand ein Siegeszug bevor.

In den vergangenen 50 Jahren hat Boeing 1.568 Jumbos verkauft. Das Flugzeug machte den Planeten kleiner. Mit der 747 hielten Konzepte und Technologien Einzug in die Luftfahrt, die das Reisen auf der Langstrecke für immer verändern sollten: zum Beispiel ein Entertainmentprogramm an Bord und ein Kabinengrundriss mit zwei Gangreihen.

Am 9. Februar 1969 hob der Jumbo zu seinem ersten Testflug ab. Er war knapp 70 Meter lang, das Heck war in sechs Geschosse unterteilt. 3.400 Gepäckstücke passten in den Frachtraum - trotzdem konnte der laut Boeing innerhalb von sieben Minuten ausgeladen werden.

Das Interieur einer der ersten Boeing 747
Das Interieur einer der ersten Boeing 747, © Boeing

Bis zum ersten Passagierflug kämpften Boeing und Triebwerkhersteller Pratt & Whitney allerdings noch mit zahlreichen Problemen. Am 22. Januar 1970 landete schließlich der erste PanAm-Jumbo aus New York in London.

Heute setzen Airlines für das Passagiergeschäft wieder auf kleinere Flugzeuge wie die Boeing 777 und den Airbus A350. Der Jumbo rutscht zusehends in die Nische des Frachtgeschäfts.

Dafür gibt es eigens eine Version, welche große Fracht durch die hochgeklappte Nase aufnimmt. Doch auch umgebaute Passagierversionen werden derzeit auf dem Gebrauchtmarkt fürs Frachtgeschäft gehandelt.
© Bloomberg, aero.de (boa) | Abb.: Boeing | 01.10.2018 11:15

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Beitrag vom 02.10.2018 - 13:28 Uhr
"das Heck war in sechs Geschosse unterteilt"

Das verstehe ich jetzt nicht ganz.Geschosse = Etage zumindestens wo ich herkomme. Wo hat die 747 den 6 Etagen? Was verstehe ich hier falsch?

Vielleicht meinte er auch die in den 60/70er Jahren doch ziemlich häufigen Flugzeugentführungen. Da flogen oft auch Geschosse durch die Luft und so manches Flugzeug war deshalb kaum besetzt.
Beitrag vom 02.10.2018 - 13:21 Uhr
Also vor 50 Jahren gab es keinen Personalcomputer sondern nur zimmergroße Rechenmaschinen, keine sogenannte künstliche Intelligenz, aber die Digitalisierung hatte schon begonnen. Denn es kamen die ersten Fotokopierer auf den Markt. Faxgeräte gab es noch nicht, aber digitale (LOL - ja die mit den Lochstreifen - jedes Loch ein Bit - LOL) Fernschreiber. Trotzdem haben die Ingenieure damals in 2,5 Jahren ein solches riesiges Flugzeug neu entwickelt und zum Fliegen gebracht. Heute haben sie nur noch Probleme. Übrigens gab es auch damals Probleme, zB bei den Triebwerken der 747, aber man flog trotzdem mit 3 Stück einfach weiter und vor allem, man fand die Fehler! (LOL)

Das soll einer verstehen. Oder ist es der tatsächliche Wandel von der Wissensgesellschaft des 20 Jahrhunderts zur "gaming" Dampfblasenplaudereigesellschaft (vornehm als Mediatorengesellschaft ausgedrückt) des 21. Jahthundert?

Aber wenn ich einen solchen Satz lese:
"Mit der 747 hielten Konzepte und Technologien Einzug in die Luftfahrt, die das Reisen auf der Langstrecke für immer verändern sollten: zum Beispiel ein Entertainmentprogramm an Bord und ein Kabinengrundriss mit zwei Gangreihen." frage ich mich was heutige Greenhorns im Kopf haben. Hirn kann es nicht sein. Erinnere mich an meinen ertsen 747 Flug (war 1975) nach NYC. Das Entertainment bestand aus einem Plastikkopfhörer mit Luftkanälen als Schallübertragung für 2,50 DM extra und 20 Kanälen, wo man unterschiedliche Musik abrufen konnte. Also vertiefte ich mich für ca. 8 Stunden in ein gutes Buch. Der Kabinengrundriß war genauso total egal, wie das "Entertainment". Hauptsache ich konnte als Student billig zu meinem Auslandspraktikum fliegen. Das war der große Vorteil gegenüber der 707.
Beitrag vom 02.10.2018 - 08:06 Uhr
„Heute setzen Airlines für das Passagiergeschäft wieder auf kleinere Flugzeuge wie die Boeing 777 und den Airbus A350. Der Jumbo rutscht zusehends in die Nische des Frachtgeschäfts.“

sehr unglücklich formuliert wie ich finde. 777 und 350 haben heutzutage Kapazitäten die 747-100 und -200 weit übertreffen und teils sogar 747-400. Die Aussage Airlines würden auf „kleinere“ Flugzeuge setzen ist also so gesehen falsch


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