BFU ermittelt
Älter als 7 Tage

Ballonabsturz mit elf Verletzten im Sauerland

MARSBERG / KASSEL - Im Sauerland sind beim Absturz eines Heißluftballons elf Menschen verletzt worden, zwei davon lebensgefährlich.

Nach ersten Erkenntnissen geriet der Ballon bei der Landung am Dienstagabend in etwa einem Meter Höhe ins Trudeln und stürzte ab, wie ein Polizeisprecher sagte. Daraufhin habe sich der Korb mehrmals überschlagen. Die Verletzungen sollen von dem Brenner stammen, der vermutlich auch den Korb in Brand gesetzt hatte.

Am Mittwoch sollte die Suche nach der Ursache für den Absturz beginnen. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) werde den Ballon nun untersuchen, sagte ein Sprecher der Polizei am Morgen.

Der Absturz ereignete sich gegen 21.10 Uhr rund 200 Meter neben einer Bundesstraße. Dabei habe sich der Korb mehrmals überschlagen, und der Brenner zwischenzeitlich quer gelegen. Wohl durch das Feuer seien einige der Insassen so schwer verletzt worden.

An Bord des Ballons waren zehn Fahrgäste aus dem hessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg. Die Insassen waren laut Polizei im Alter von 22 bis 59 Jahren - vier Männer und sechs Frauen. Außerdem war ein 64 Jahre alter Kapitän an Bord. Bei den Passagieren, die lebensgefährlich verletzt wurden, handelte es sich um eine 51-Jährige und einen 52-Jährigen. Der Einsatz an der Unfallstelle dauerte bis in die Nacht.
© dpa | 05.06.2019 06:26

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Beitrag vom 06.06.2019 - 11:08 Uhr
@deed

Ich bin mir nicht ganz sicher, was du sagen willst. Ich antworte mal so, wie ich deinen Post auffasse:

Ich habe kein Problem mit bildhafter Ausdrucksweise / Metaphern.

Wenn also ein Augenzeuge mit den Worten "Der Ballon geriet ins Trudeln" wörtlich zitiert wird, dann ist das zwar aerodynamischer Unsinn - aber journalistisch korrekt.

Wenn aber ein Polizeisprecher von "ersten Erkenntnissen" in Form von Trudeln spricht (und die Erkenntnisse sollten von Leuten sein, die ein wenig Ahnung von der Materie haben), dann ist das für mich mehr als befremdlich.

Ein Ballon kann aerodynamisch nicht ins Trudeln geraten (definiert als Strömungsabriss an nur einer Tragfläche; da scheinen wir uns einig zu sein), noch aufgrund seines Flugverhaltens in -nennen wir es mal so- "trudelartige Flugbewegungen" geraten.

Nebenbei: wenn man bei einem Landeanflug mit einem Flächenflugzeug in einem Meter Höhe aus einem stabilen Flugzustand _erstmals_ ins Trudeln gerät, dann ist das vielleicht eine verkorkste Landung, aber nicht mehr. Hier passt also eine bildhafte Ausdrucksweise auch nicht zu den physikalischen Gesetzmäßigkeiten.

PS: Getrudelt habe ich auch schon. Grüße an die Magengegend ;-)
Beitrag vom 05.06.2019 - 14:57 Uhr
Nessie, wenn ich jetzt sage, daß Du Dich mit Deiner Aussage etwas im Trudeln befindest - würdest Du dann auch sagen, das kann nicht sein, ich habe keinen einseitigen Strömungsabriß?
Viele Grüße von einem Segelflieger, ohne Kunstflugausbildung, aber erfolgreich getrudelt in dem von Dir gemeinten Sinne, mit Ka 8, DG 100, Astir CS, jeweils mindestens zwei Umdrehungen, und danach mit erfolgreicher Ausleitung, versteht sich.

An alle anderen (aerodynamisch weniger bewanderten) Leser:

Trudeln im aerodynamischen Sinne ist die gegebenenfalls nur noch schwer beeinflußbare Dreh-Sinkbewegung etwa gleich einem Ahornsamen, die mit einem Flugzeug wegen der großen Sink- bzw. Sturzgeschwindigkeit mit einem erheblichen Aufprall und damit grundsätzlich tödlich endet, wenn sie nicht mehr beendet werden kann.
Absichtlich eingeleitet werden kann sie mit einem steilen Anstellen des Flugzeugs und einseitigem Strömungsabriß, meist nur mithilfe zusätzlicher Seitenruder- oder Querrudereingaben zu provozieren.
Beitrag vom 05.06.2019 - 09:27 Uhr
der Ballon geriet bei der Landung ins Trudeln

Wie es ein Luftfahrzeug ohne Tragflächen schafft, einen einseitigen Strömungsabriss hinzubekommen erschließt sich mir nicht.

Aber Flugunfälle ohne Trudeln scheint es einfach nicht mehr zu geben....


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