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Wizz Air sieht sich mit A321XLR nach neuen Möglichkeiten um

Wizz Air Airbus A320
Wizz Air Airbus A320, © Airbus

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BUDAPEST - Billigflieger Wizz Air hat in Paris 20 Airbus A321XLR bestellt - damit könnte die Airline ihre Passagiere von London bis nach nach Dubai oder von Mitteleuropa nach Indien fliegen. Wizz Air-Chef Jozsef Varadi wirft neue Streckenideen zum Ausbau von Netz und Airline in den Raum.

Mit dem neuen Airbus-Langstreckenjet kann Wizz Air an die bestehenden Routen ein paar Flugstunden anhängen. "Wir werden die Punkte unseres aktuellen Streckennetzes verbinden - wir werden uns aber auch nach neuen Möglichkeiten umsehen", sagte Varadi in einem Interview.

"Die XLR werden in vier Jahren geliefert - wir haben also eine Menge Zeit, uns darüber Gedanken zu machen."

Das Streckennetz der Wizz Air spannt sich von Island nach Dubai und von den Kanarischen Inseln nach Astana. In vier Jahren werden A321 - die normale und die Langstreckenversion - 80 Prozent der Flotte stellen. Varadi würde die Flotte sogar komplett auf das Modell umstellen, wenn alle Flughäfen über ausreichend Landefläche verfügten.

Die 20 A321XLR für Wizz Air sind Teil einer größeren Bestellung: insgesamt hat die Muttergesellschaft der Wizz Air - Indigo Partners - 50 der Maschinen geordert. Die übrigen 30 werden unter der US-amerikanischen Frontier Airlines und der chilenischen Jet Smart aufgeteilt.

Indigo sollte bei den Verhandlungen mit Airbus sein Gewicht einbringen, um einen guten Preis zu erzielen. Die Verkaufsverträge werden laut Varadi direkt mit den jeweiligen Airlines geschlossen.

Varadi zeigt sich ob der Möglichkeiten auf dem europäischen Markt optimistisch - und widerspricht Lufthansa, die Mitte Juni davor gewarnt hat, dass die Gewinne wegen des Preiskampfs zurückgehen werden.

Großer Markt, geringe Kosten

Varadi sieht Wizz Air in dieser Gemengelage in einer guten Position, da die Airline sich auf Osteuropa konzentriert - in den dortigen Ländern steigt das Bruttoinlandsprodukt steitg, die Betriebskosten liegen jedoch 50 Prozent unter denen der Eurowings.

Der Konkurrenzkampf um Wien, den Wizz Air mit der Lufthansa, mit Ryanair, EasyJet und der IAG ausficht, entspannt sich in Varadis Augen. Auch die gestiegene Wahrscheinlichkeit eines harten Brexit unter einem neuen Premierminister sieht Varadi offenbar gelassen: die Nachfrage nach Wizz Air-Flügen am Standort London/Luton sei nach wie vor hoch.

An Thomas Cook interessieren Varadi lediglich ein paar Slots - möglicherweise. Übernahmegerüchte, wonach Airlines wie die Lufthansa Wizz Air schlucken könnten, kontert Varadi mit Zahlen: seine Airline ist an der Börse 3,39 Milliarden Euro Wert - bereits knapp halb soviel wie die Lufthansa.
© Bloomberg, aero.de (boa) | Abb.: Airbus | 28.06.2019 05:48

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Beitrag vom 28.06.2019 - 17:15 Uhr
Gefahr droht bereits durch den Wettbewerb der Netzwerker untereinander. Kleinere Netzwerker können plötzlich Strecken und Frequenzen fliegen, die vorher nicht möglich waren.
Man sollte den Einsatz der 14 bestellten A321LR bei TAP beobachten. Die haben das Flugzeug schon und haben es für die Markterweiterung bestellt.

Dieser Beitrag wurde am 28.06.2019 17:57 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 28.06.2019 - 16:13 Uhr
Billiglangstrecke... mehrfach versucht, bisher alle gescheitert...

Ja, weil das bisher nur mit Twin-Aisle geht. Die sind nicht nur teurer in der Anschaffung, sondern auch wesentlich größer und haben einen größeren Treibstoffverbrauch pro Sitz und Kilometer als die A321XLR. Ohne Feeder, die die Marge verkleinern, bekommt man ein Großraumflugzeug nicht voll und der Kostenvorteil der LCC ist wegen des großen Anteils der Tankrechnung an den Gesamtkosten auf der Langstrecke wesentlich geringer als auf der Kurz- und Mittelstrecke. Die A321XLR könnte einige der angesprochenen Punkte soweit verändern, dass sich Lowcost auch auf der Langstrecke dann doch rentiert.

Genau so.
Und die grosse gefahr: Wenn man dann aus B Cities irgendwo hin fliegt fehlt der Verkehr ganz schnell an denn hubs um die WBs zu füllen.
Die Strecke Berlin - Boston war schlecht gewählt in der anderen Diskussion,
weil man einfach zu einer größeren Stadt fliegen kann, z.b Berlin - NY. UNd da ist ein A321XLR mit 180 Sitzen immer voll.
Die Frage ist eher, ob die slots dort so knapp sind das man sie nicht lieber an einen A330/B787 vergeben will, die andere Kapazitäten fliegt.
Beitrag vom 28.06.2019 - 16:07 Uhr
Billiglangstrecke... mehrfach versucht, bisher alle gescheitert...

Ja, weil das bisher nur mit Twin-Aisle geht. Die sind nicht nur teurer in der Anschaffung, sondern auch wesentlich größer und haben einen größeren Treibstoffverbrauch pro Sitz und Kilometer als die A321XLR. Ohne Feeder, die die Marge verkleinern, bekommt man ein Großraumflugzeug nicht voll und der Kostenvorteil der LCC ist wegen des großen Anteils der Tankrechnung an den Gesamtkosten auf der Langstrecke wesentlich geringer als auf der Kurz- und Mittelstrecke. Die A321XLR könnte einige der angesprochenen Punkte soweit verändern, dass sich Lowcost auch auf der Langstrecke dann doch rentiert.


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