Triebwerksprobleme
Älter als 7 Tage

Swiss setzt Flugbetrieb mit A220 aus

Swiss Bombardier CSeries in Genf
Swiss Bombardier CSeries in Genf, © Flughafen Genf

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ZÜRICH - Die Schweizer Lufthansa-Tochter Swiss lässt ihre Passagierjets vom Airbus-Typ A220 nach einem dritten Vorfall mit PW1500G-Triebwerken innerhalb der letzten drei Monate vorläufig am Boden. Es gebe technische Schwierigkeiten, teilte Swiss am Dienstag mit. Dies werde zu "zahlreichen Flugausfällen" führen.

Der US-Triebwerksbauer Pratt & Whitney, der für die Antriebe der A220-Maschinen geliefert hat, rät Airlines zu zusätzlichen Untersuchungen. Dabei gehe es um den Niederdruckkompressor. Auch Betreiber von Embraer E2-Jets mit bauähnlichen PW1900G-Triebwerken wurden alarmiert.

Swiss spricht nach eigenen Angaben mit der United-Technologies-Tochter Pratt & Whitney und Airbus über die Probleme. Die Airline hat mit dem Flugzeugtyp bereits mehrere Zwischenfälle erlebt.

Am 25. Juli lösten sich Teile eines Triebwerks über Paris - aus dem Triebwerk schlugen Flammen, die Piloten drehten nach Paris CDG ab. Am 16. September wiederholte sich der Zwischenfall kurz nach einem Start in Genf. Wie die französische Flugunfallbehörde BEA am Dienstag mitteilte, gehen beide Vorfälle auf die gleiche Ursache zurück.

Anlass für die aktuelle Flugsperre ist ein zeitgleicher dritter Zwischenfall, der offenbar einem sehr ähnlichen Verlauf folgte: Flug LX359 von London nach Genf, die A220-300 HB-JCC, war am Dienstagvormittag mit einem abgeschalteten Triebwerk in Paris CDG gelandet. Das Triebwerk hatte im Reiseflug mit einem lauten Knall versagt.

Nach Informationen von aero.de hat Swiss eine Taskforce zusammengestellt, um die Sonderinspektionen zu koordinieren. "Wir werden alles dafür tun, den Flugbetrieb (...) schnellstmöglich wieder zu normalisieren", teilte Swiss mit. Die Airline stellt Passagiere dennoch auf substanzielle Störungen im Flugbetrieb ein.

Triebwerk steht unter Beobachtung

Die US-Luftfahrtaufsicht FAA hatte nach dem letzten Zwischenfall bei Swiss per Lufttüchtigkeitsanweisung engmaschige Überprüfungen der betroffenen Triebwerke alle 50 Flüge angeordnet. Airbus sowie Pratt & Whitney sagten nun ihre Unterstützung für Swiss zu.

Swiss hatte bis Ende September 29 Exemplare der A220 in zwei Varianten des Fliegers erhalten. Der Jet war vom kanadischen Flugzeugbauer Bombardier unter dem Namen CSeries entwickelt worden. Nachdem der Hersteller in finanzielle Schieflage geraten war, übernahm Airbus die Mehrheit der Anteile an dem Flugzeugprogramm und vermarktet das Modell seither unter dem Namen A220.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Flughafen Genf | 15.10.2019 17:10

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Beitrag vom 16.10.2019 - 07:28 Uhr
Dass so viele Probleme mit ihren Triebwerken ist m.M.n auch dem harten Wettbewerb geschuldet. Schnell schnell muss der neue Antrieb fertig sein damit man die Konkurrenz aussticht wenn ein neues Lfz entwickelt wird...
Beitrag vom 15.10.2019 - 21:31 Uhr
Es scheint überall der Wurm drin. Grenzen des Wachstums und der Effizienz erreicht?
Beitrag vom 15.10.2019 - 18:56 Uhr
Das häuft sich ganz schön. Gibt es irgendeinen großen Triebwerks-Hersteller, der nicht gerade massive Probleme mit seinen neuen Motoren hat?


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