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Stelios setzt Kopfgeld auf Easyjet-Auftrag aus

Easyjet Airbus A320neo
Easyjet Airbus A320neo, © Airbus

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LONDON - 5,7 Millionen Euro für Hinweise auf Korruption: Stelios Haji-Ioannou will Easyjet seit Wochen zur Storno von milliardenschweren Airbus-Aufträgen bewegen. Weil der Gründer und Großaktionär im Vorstand auf Granit beißt, lobt Stelios jetzt die hohe Belohnung aus - und provoziert neuen Streit.

Die letzte Auslieferung liegt erst wenige Wochen zurück - am 18. Februar holte Easyjet eine A321neo bei Airbus in Hamburg ab. Tage später geriet Europas Luftfahrt in den Strudel der Corona-Krise.

Seither streiten Stelios, wie der Unternehmer oft genannt wird, und Easyjet, wie mit weiteren 95 A320neo und 19 A321neo zu verfahren ist. Der Gründer kontrolliert noch rund 34 Prozent der Airline.

Easyjet werde das Geld ausgehen, "wenn das Unternehmen für weitere Flugzeuge an Airbus bezahlt", prophezeite Stelios Ende März dem Management. Das hält jedoch an allen Aufträgen fest und hat mit Airbus in der Zwischenzeit lediglich spätere Liefertermine vereinbart.

Latenter Korruptionsvorwurf verärgert Vorstand

Inzwischen drängt Stelios auf die Absetzung von Airline-Chef Johan Lundgren und des Vorsitzenden John Barton - wird damit aber kaum durchdringen, denn andere Großinvestoren stärken Lundgren den Rücken. Nun ändert Stelios seine Taktik.

Stelios lobte am Dienstag 10.000 Pfund für alle Hinweise aus, die seiner Sache dienen - und eine Belohnung von 5,0 Millionen Pfund, wenn ein Tipp zur Stornierung des Airbus-Auftrags führt. Lustreisen oder plötzlicher, unerklärbarer Reichtum einzelner Mitarbeiter seien Anhaltspunkte.

Airbus hatte 2019 nach Korruptionsermittlungen in Großbritannien, Frankreich und den USA ein Rekordbußgeld von 4,0 Milliarden US-Dollar bezahlt. Mitarbeiter der Verkaufsabteilung sollen bei manchen Flugzeugaufträgen in den vergangenen 15 Jahren bisweilen tüchtig nachgeholfen haben.

Easyjet ist über Stelios' neuen Verstoß schwer verärgert. "Der Vorstand weist jede Unterstellung, dass Easyjet in irgendeine Unregelmäßigkeit verwickelt war, entschieden zurück", teilte die Airline mit. "Easyjet hat in allen Prozessen zur Beschaffung von Flugzeugen die höchsten Standards der Unternehmensführung und -kontrolle eingehalten."
© aero.de | Abb.: Airbus | 13.05.2020 08:53

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Beitrag vom 13.05.2020 - 12:17 Uhr
Also das reicht jetzt. Dies ist schon Geschäftsschädigend. Da würde ich jetzt den Rechtsweg einschlagen.

Es gibt Grenzen und die wurden jetzt überschritten.
Beitrag vom 13.05.2020 - 10:42 Uhr
Interessant ist, dass ein Unternehmer, der seid Jahren im Clinch mit der Führung des Unternehmens ist und sich bereits gegen andere CEOs versucht hat durch zu setzen und stets gescheitert ist, nun versucht in einer Krise in der das Management gute Leistung bringt die Gunst der Stunde zu nutzen.

Es ist traurig dabei zu zu sehen, wie sich Stelios, ähnlich einem Kind verhält, das nicht noch mehr Schokolade bekommt...

Die Position des Managements, internationaler Beobachter und anderen Investoren ist klar, das beste für das Unternehmen, die Renditen und die Mitarbeiter ist es langfristig am Plan fest zu halten... kurzfristig bedeutet das aber weniger Dividenden... und das ist Stelios natürlich ein Dorn im Auge...
Beitrag vom 13.05.2020 - 10:13 Uhr
Finde es spannend, dass Unternehmer die Ihren willen nicht durchbekommen, gleich mit der Moral und Ethik keule winken... Da in der Regel diese Unternehmer selbst im Glashaus sitzen, bin ich gespannt wann sich jemand aus seinem Unternehmen über seine Moral und Ethik melden...


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