Protestaktionen
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Flugpersonal wehrt sich gegen Stellenabbau

Christine Behle, Verdi
Christine Behle, Verdi, © ver.di

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BERLIN - Hunderte Piloten und Flugbegleiter haben in Berlin mit Protestaktionen für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze protestiert.

"Angst, Unruhe und Empörung machen sich breit, weil Unternehmen, denen staatliche Hilfen in Milliardenhöhe gewährt werden, im selben Atemzug Beschäftigungsabbau und Gehaltskürzungen ankündigen", teilte die stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft, Christine Behle, am Donnerstag mit.

Zuvor hatten Dutzende Personalvertreter zahlreicher Fluggesellschaften ihre Forderungen vor dem Reichstagsgebäude an Bundestagsabgeordnete übergeben.

Am Nachmittag zogen dann nach einem Aufruf der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) sowie der Unabhängigen Flugbegleiter Organisation (UFO) Hunderte Beschäftigte vor das Bundeskanzleramt. Unter dem Motto "Ihr fliegt in den Urlaub - Wir fliegen raus" kritisierten sie die umfangreichen Finanzhilfen der Bundesregierung unter anderem für die Lufthansa.

"Lufthansa und TUI haben Milliarden an Staatshilfen erhalten. Trotzdem müssen die Beschäftigten von LGW, Sunexpress, Germanwings und TUIfly um ihre Zukunft bangen", hieß es in einer Mitteilung zum Demo-Aufruf.

Auch Beschäftigte der Fluggesellschaft Easyjet, dem größten Anbieter an den Berliner Flughäfen, beteiligten sich an den Aktionen. Am Vortag war bekannt geworden, dass das britische Unternehmen seine Präsenz in Berlin, dem größten Standort außerhalb Großbritanniens, deutlich reduzieren will.

Das Unternehmen habe Gespräche mit der zuständigen Personalvertretung "zur Verringerung der Zahl der in Berlin stationierten Flugzeuge und Mitarbeiter" aufgenommen, teilte ein Sprecher am Mittwoch auf Anfrage mit. Berlin soll aber weiterhin die größte Basis außerhalb des Heimatlandes bleiben. Erst am Mittwoch hatte das Unternehmen nach mehrmonatiger Zwangspause den Flugbetrieb in der Hauptstadt in begrenztem Umfang wieder aufgenommen.

Die Gewerkschaft Verdi bestätigte die Gespräche. Intern habe Easyjet angekündigt, 16 der 34 in Berlin stationierten Flugzeuge abziehen zu wollen. Der Schritt der Fluggesellschaft sei "absolut nicht nachvollziehbar", sagte am Donnerstag der Fachbereichsleiter des Verdi-Landesverbands, Holger Rößler. "Das hat auch mit sozialer Verantwortung zu tun."

Easyjet hatte Ende Mai mitgeteilt, wegen der Coronavirus-Pandemie bis zu 4.500 der insgesamt 15.000 Arbeitsplätze weltweit zu streichen. Auch die Standorte London Stansted, London Southend und Newcastle sollen wegfallen. Anfliegen will Easyjet die drei Flughäfen aber weiterhin.

Von Schließungsplänen betroffen sind die Beschäftigten der Lufthansa-Beteiligungen Germanwings und Sunexpress Deutschland, der LGW und der Tuifly.
© dpa | 02.07.2020 13:28


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