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Sicherheitsbedenken nach monatelanger Flugpause

Streik bei Lufthansa
Geparkter Airbus A320, © Lufthansa

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SYDNEY - Flugsicherheitsbehörden und Versicherungsunternehmen fordern Airline-Verantwortliche auf, ihre Flugzeuge vor der Rückkehr in den Liniendienst gründlich zu warten. Seit März 2020 waren zwischenzeitlich zwei Drittel der weltweiten Linienflotte geparkt. Diese Chance haben Vögel und Insekten für sich genutzt.

Im Juni 2020 brach eine Wizz-Air-Crew den Start ab, weil die Instrumente widersprüchliche Geschwindigkeitsangaben anzeigten. Techniker fanden später Insektenlarven in einem der Pitotrohre. Das Flugzeug stand zuvor wegen der Pandemie drei Monate am Boden.

Insekten, die ein Pitotrohr verstopften, trugen 1996 zu dem Unfall einer gecharterten Birgenair-Maschine bei, bei dem alle 189 Menschen an Bord ums Leben gekommen sind.

In anderen Dauerparkern nisteten im Sommer Vögel. Zwar ist der Vorfall bei Wizz Air glimpflich verlaufen, doch die Bedenken sind ernst.

Auf Defekte gefasst sein

"Wir befinden uns auf neuem Terrain", zitiert die Nachrichtenagentur "Reuters" Kate Seaton von der auf Luft- und Raumfahrt spezialisierten Anwaltskanzlei HFW. "Die Branche muss die Risiken (nach dem monatelangen Grounding, Red.) soweit wie möglich minimieren, aber auch auf Unerwartetes vorbereitet sein."

Crews sollten auf Defekte gefasst sein, die bei der Wartung eventuell übersehen wurden. Die EASA hat im Zusammenhang mit der teils monatelangen Stilllegung Triebwerksausfälle nach technischen Problemen, Probleme an Bremssystemen und Notfallbatterien ohne ausreichende Ladung registriert.

Ein weiteres Problem liegt darin, dass Piloten nach der langen Pause aus der Übung sind. Nach Angaben des internationalen Linienluftfahrtverbandes IATA hat die Zahl der mangelhaften Landeanflüge im vergangenen Jahr rasant zugenommen. Das kann in harten Landungen enden, darin, dass das Flugzeug von der Landebahn abkommt - oder in Schlimmerem.

Neben Flugsicherheitsbehörden ruft die Situation auch Versicherungsunternehmen auf den Plan. Sie wollen wissen, ob die Verantwortlichen der Airlines sich darum kümmern, dass Piloten vor ihrem Wiedereinsieg ausreichend trainiert werden.
© aero.de (boa) | Abb.: Lufthansa | 07.01.2021 07:35


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