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Wettlauf um das Flugtaxi

Volocopter fliegt über Stuttgart
Volocopter fliegt über Stuttgart, © Volocopter

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BRUCHSAL - Per Senkrechtstart dem Stau entfliehen: Zahlreiche Unternehmen weltweit tüfteln an dem, was sie futuristisch "Urban Air Mobility" nennen. Von allen Wettbewerbern ist Volocopter dabei am Weitesten. Die Bruchsaler arbeiten bereits mit der EASA und der FAA auf die Zulassung des ersten kommerziellen Flugtaxis hin.

Im Dezember 2020 hat die US-Luftsicherheitsbehörde (FAA) zugestimmt, die Lufttüchtigkeit des Volocity-Flugtaxis parallel zu ihren europäischen Kollegen bei der EASA zu prüfen. Letztere haben schon das Design des Senkrechtstarters als sicher freigegeben (Design Organisation Approval).

Der Volocity ähnelt einem Mini-Helikopter, der elektrisch betrieben wird. Zwei Personen finden in dem Flugtaxi Platz.

Bereits in sehr naher Zukunft will Volocopter damit den Himmel zum festen Bestandteil des Großstadtverkehrs machen - und verspricht Preise, die denen eines regulären Taxidienstes ähneln.

"Wir sind der "Pionier der Urban Air Mobility", sagte CEO Florian Reuter. "Mit unseren Innovationen der letzten zehn Jahre stellen wir die Weichen dafür, dass integrierte Flugtaxidienste in den nächsten zwei bis drei Jahren realisiert werden."

Ein ehrgeiziger Zeitplan, denn eine Infrastruktur für einen solchen völlig neuen Verkehrsteilnehmer gibt es bisher noch nicht. Auch hier sieht sich Volocopter in einer Führungsposition.

"Volocopter arbeitet mit führenden Partnern für Infrastruktur, Betrieb und Flugsicherung zusammen, um das gesamte Ökosystem rund um Flugtaxis aufzubauen und Urban Air Mobility zu realisieren", heißt es in einer Mitteilung.

Gleicher Zeitplan, unterschiedlicher Entwicklungsstand

Das könnte auch anderen zugute kommen. Denn neben Volocopter arbeiten sowohl Startups als auch etablierte Flugzeugbauer an Flugtaxis. Eines der Startups - Lilium - formuliert ähnlich ehrgeizige Ziele wie Volocopter - hinkt aber vergleichsweise bei der Entwicklung und beim Passieren von Meilensteinen hinterher.

Gerade mal drei Fahrtstunden von Volocopter entfernt tüfteln Ingenieure um den Gründer und CEO Daniel Wiegand seit 2015 am Lilium Jet. Ebenfalls ein Senkrechtstarter, sollte es zunächst fünf, inzwischen bis zu sieben Personen über rund 200 Kilometer transportieren können.

Lilium Jet
Lilium Jet, © Lilium


Noch in diesem Frühling will Lilium einen Prototypen für den Sieben-Sitzer präsentieren. Daran, ob es mit einem Markteintritt bis Ende 2023 klappt, bestehen jedoch Zweifel in der Branche. Denn anders als etwa Volocopter kann Lilium noch keinen einzigen bemannten Testflug und auch keinen, der über das reine Schweben hinausgeht, vorweisen.

Einer der beiden Prototypen fing 2020 bei Wartungsarbeiten Feuer und ist verloren. Dass Lilium trotzdem an dem ambitionierten Zeitplan festhält, ruft Kritiker auf den Plan - schreckt aber offenbar keine Investoren ab: Zuletzt konnte das Unternehmen den zweitgrößten Tesla-Investor Baillie Gifford für sein Vorhaben gewinnen.

Airbus pocht auf Weiterentwicklung des CityAirbus

Auch bei Airbus besteht eigenen Angaben zufolge kein Finanzierungsproblem für den CityAirbus. Deutschland-Chef von Airbus Helicopters, Wolfgang Schoder, hat Gerüchten vehement widersprochen, das Unternehmen würde das Projekt im Zuge der Krise einstampfen.

"Wir fangen mit dem CityAirbus jetzt erst richtig an", sagte er gegenüber der Augsburger Allgemeinen Zeitung. "CityAirbus ist ja nicht nur der Demonstrator, den wir heute betreiben und auch noch eine Weile betreiben werden. CityAirbus ist das Programm, und es ist unsere Absicht, dieses Programm weiterzuführen bis hin zu einem CityAirbus, den wir auf dem Markt anbieten werden" ergänzte Sprecher Gregor von Kursell gegenüber der FLUGREVUE. Wie der endgültige CityAirbus aussehe, sei dabei "noch völlig offen".

CityAirbus
CityAirbus, © Airbus

Ebenso wie der Zeitpunkt des Markteintritts. Denn auch der CityAirbus ist weit von einer mit dem Volocopter vergleichbaren Flugbilanz entfernt.

Ähnlich vage bestimmt gibt sich Embraer bei der Enwicklung seines eVTOL. Die Brasilianer haben in den vergangenen beiden Jahren eine Markterhebung durchgeführt, wie potenzielle Passagiere sich ein elektrisches Flugtaxti vorstellen. Die konkrete Entwicklung haben sie im letzten Herbst in ein eigens dafür gegründetes Unternehmen ausgelagert.
Embraer eVTOL
Embraer eVTOL, © TK pos production


Wann "Eve" den ersten Prototyp präsentiert, wie er aussehen wird und wann daraus ein serienreifes Flugtaxti wird, ist noch völlig offen. Nur eines ist sicher: Mitmischen will auch Eve auf jeden Fall bei der "Urban Air Mobility."
© aero.de (boa) | Abb.: Volocopter | 16.02.2021 14:25


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