Einigung der Hersteller
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Wie es beim FCAS jetzt weitergeht

FCAS-Modell auf der Paris Air Show 2019
FCAS-Modell auf der Paris Air Show 2019, © Airbus

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PARIS - Die Hersteller sind sich einig, die politische Zustimmung zum europäischen Kampfjet-Projekt FCAS steht aber noch aus: Dassault wird bei der Entwicklung Regie führen, Airbus erhält mehr Gewicht bei der Produktion. Ein Prototyp des neuen Kampfjets soll bereits 2026 vorgestellt werden.

Der französische Rüstungszulieferer Dassault Aviation hat nach Angaben von Vorstandschef Eric Trappier einen Durchbruch im Streit mit Airbus über die Aufgabenteilung bei dem Prestigeprojekt erreicht.

"Es war schwierig, aber wir haben einen Ausgleich gefunden", bestätigte Trappier am Dienstag in Paris. Dassault bekommt demnach die industrielle Führung bei der Entwicklung des neuen Kampfjets, der nach 2040 den Eurofighter und die französische Rafale ablösen soll.

Airbus erhält im Gegenzug einen Anteil von zwei Dritteln am Bau des Future Combat Air System (FCAS).

Die politischen Differenzen über die Rechte am geistigen Eigentum sind jedoch noch nicht beigelegt. Trippier sagte, er hoffe, dass die Parlamentarier sich über die strategische Bedeutung des 100 Milliarden Euro schweren Projekts im Klaren seien und ihr Zwistigkeiten beilegten.

Kritisch wird vor allem die politische Entscheidung in Deutschland gesehen. Dort soll der Haushaltsausschuss im Juni grünes Licht geben. Der Zeitplan gilt - so kurz vor der Bundestagswahl - aber als ambitioniert.

Der Dassault-Chef zeigte sich überrascht vom Abschied seines Verhandlungspartners bei Airbus, Dirk Hoke. Der 52-jährige Chef der Rüstungssparte hatte am Montagabend seinen Abschied zum 1. Juli verkündet. Trappier lobte Hoke: Er habe nach "schwierigen Gesprächen" entscheidend zu der Einigung beigetragen.

Dabei war das Verhältnis der beiden Verhandlungspartner in Branchenkreisen als von Misstrauen geprägt beschrieben worden. Hoke, der vor gut fünf Jahren von Siemens zu Airbus gekommen war, habe schon lange über seinen Ausstieg verhandelt, diesen aber wegen der Corona-Krise verschoben, hieß es in Unternehmenskreisen. Er wolle selbst Vorstandschef eines großen Unternehmens werden.

Hokes Nachfolger als Chef der Rüstungssparte kommt ebenfalls aus Deutschland: Michael Schöllhorn war bisher Chief Operating Officer (COO). Neuer Chef der Militärflugzeug-Sparte - die auch das FCAS-Projekt managt - wird ein Franzose: Jan-Brice Dumont löst den Spanier Alberto Gutierrez ab. Dieser rückt als Technik-Chef ins Top-Management auf und bleibt zugleich für die Spanien-Tochter zuständig.
© aero.de, Reuters | Abb.: Airbus | 14.04.2021 07:49

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Beitrag vom 16.04.2021 - 15:44 Uhr
Es bleibt festzuhalten, dass das ganze Projekt weiterhin auf sehr fragilen Füßen steht, auch wenn jetzt die Nachricht einer neu festgelegten Arbeitsteilung die Runde macht.

Man muss abwarten, ob die einzelnen Partnerländer wirklich gewillt sind, einen flugfähigen Prototypen zu entwickeln, und die Teilhabe am gesamten Projekt, inklusive das Know-how auf elektronischem Sektor, auch entsprechend gerecht zu verteilen.

Viele Hindernisse stehen noch im Weg, bzw. werden noch dazukommen, es ist aber spannend dieses Projekt zu verfolgen, auch weil es natürlich unter technischen Aspekten faszinierend wirkt.

Bei einem anderen europäischen Gemeinschaftsprojekt, der Eurodrohne, hat der Bundestag der Bundeswehr gerade weitere Mittel zur Weiterentwicklung bewilligt.
Beitrag vom 16.04.2021 - 11:03 Uhr
Die Rafale war in der Tat zu viel ...

Man muss aber auch sehn dass Dassault große Erfahrungswerte und Erfolgsgeschichten in der Richtung besitzt und auch die Rafale hat sich ja nicht schlecht verkauft.
Beitrag vom 16.04.2021 - 10:58 Uhr
Möglich dass es auf eine Drohne herausläuft ...

Dann wird der Großteil dieser 10 Mrd. aber wohl in störsichere Satellitenkommunikation ähnlich der US Systeme investiert werden.

Wobei ich nicht weiß ob den politischen Entscheidungsträgern vier Jahre Reaktionszeit (also bis 2025) ausreichen um das Konzept zu ändern, auch haben die gerade wieder irgendeinen Eurohawk ausgeschrieben.

Wenn man bedenkt dass die BW seid mindestens 10 Jahren (nicht wegen der Notwendigkeit oder Machbarkeit sondern weil es seid Afghanistan für jeden D*ppen offensichtlich ist zu was Drohnen gut sind) ihre eigene Aufklärungs- und Kampfdrohne haben sollte (z.B. modifizierte Grob G520) dann sind vier Jahre wirklich optimistisch.



Glaub auch nicht dass Grob da was dagegen hätte ...

Ich hoffe und vermute dass das Problem mal ein Ladesfürst löst indem er was für die Polizei ausschreibt und nachdem von Schweden bis Vietnam fast jeder das Ding gekauft hat auch die BW mal den Showroom besucht.

Wäre natürlich schön (und am realistischsten) wenn das Bayern/ Grob wäre aber prinzipiell haben auch andere Länder UL Hersteller.


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