737 MAX
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Richter: Boeing-Vorstand hat Warnungen ignoriert

Boeing 737 MAX
Boeing 737 MAX, © Tui

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DOVER - Ein Richter im US-Bundesstaat Delaware lässt eine Klage von Boeing-Aktionären gegen den Vorstand des Unternehmens wegen zweier tödlicher Abstürze der 737 MAX zu. Es sei erwiesen, dass der Vorstand darüber gelogen habe, ob und wie er die Sicherheit der 737 MAX überwacht hat, hieß es in der Urteilsbegründung am Dienstag.

Der erste der beiden Abstürze sei eine "rote Flagge" in Bezug auf einen Fehler im Sicherheitssystem MCAS gewesen, "die der Vorstand hätte beachten sollen, aber stattdessen ignoriert hat".

Dass der Vorstand wissentlich versagt habe, zeige sich auch darin, dass er zum damaligen Zeitpunkt erklärte, bestimmte Maßnahmen zur Überwachung der Sicherheit ergriffen zu haben, die er in Wirklichkeit nicht durchgeführt hat.

Der damalige Boeing-Direktor und jetzige Unternehmenschef Dave Calhoun hatte ausgesagt, dass der Vorstand nach dem ersten Absturz einer Lion-Air-Maschine "sofort und im Großen und Ganzen" informiert worden sei und danach "sehr, sehr schnell" zusammenkam.

Auch nach dem zweiten Absturz - eine Maschine der Ethiopian Airlines - habe sich der Vorstand innerhalb von 24 Stunden nach dem Unglück getroffen, um ein mögliches Flugverbot der 737 MAX zu diskutieren. "Jede von Calhouns Darstellungen war falsch", hieß es der Gerichtsentscheidung.

Boeing war zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Bei den Abstürzen kamen insgesamt 346 Menschen ums Leben. Die 737 MAX wurde von der US-Luftfahrtbehörde FAA mit einem 20-monatigen Flugverbot belegt und kann nun nach einer Überholung unter strengen Auflagen wieder abheben.
© aero.de, Reuters | Abb.: Boeing | 08.09.2021 07:20

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Beitrag vom 08.09.2021 - 16:24 Uhr
Ich lasse es offen, ob es zu der Klage ein hartes Urteil geben wird, oder ob da die Regierung hintenrum nicht doch ein Wort mitredet, Milde walten zu lassen, bevor man sich den heimischen Kroesus und dessen Image weiter zerstoert und der Gegenpol zu Airbus damit immer schwaecher wird.

Es geht um Entschädigungszahlungen an die Aktionäre.Das wird kein Strafprozzes

Dieser Beitrag wurde am 08.09.2021 16:25 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 08.09.2021 - 12:45 Uhr
Ich lasse es offen, ob es zu der Klage ein hartes Urteil geben wird, oder ob da die Regierung hintenrum nicht doch ein Wort mitredet, Milde walten zu lassen, bevor man sich den heimischen Kroesus und dessen Image weiter zerstoert und der Gegenpol zu Airbus damit immer schwaecher wird.
Beitrag vom 08.09.2021 - 12:41 Uhr
Möglicherweise sind einige Manager dann tatsächlich dran, aber wird sich die Boeing Strategie ändern?
Endloses Marketing-Geschwurbel, welch bahnbrechenden Neuentwicklungen den Luftverkehr mit Boeing Logo bald dominieren werden, Sonic Cruiser, MoM, wie sie alle heißen mögen.

Boeing ist eine tolle Firma, sie könnten das alles, aber dann müssen auch wieder Leute aus dem Flugzeugbau an das Steuerhorn, auch nicht im Glaskäfig sitzen, sondern inmitten der Entwicklung und Produktion arbeitend!
Dazu ein zupackendes Qualitätsmanagement, on Time, on Quality, on Cost!


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